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QM in der Praxis


"Wir sind soziale Stadt"
Foto: M. Konik

Das Quartiersmanagement ist  ein umfassender Strategieansatz, der neue Impulse schafft, die durch vielfältige Problemüberlagerungen im sozialen, ökonomischen, ethnischen und stadträumlichen Bereich gekennzeichneten besonders benachteiligten Bevölkerungsgruppen und Stadtgebiete schrittweise wieder an den gesamtgesellschaftlichen Prozess heranzuführen. Eine stärkere Kommunikation zwischen allen lokal relevanten Akteuren und neue Kooperationsbeziehungen im Stadtteil werden durch das Quartiersmanagement befördert.

Mit dem Quartiersmanagementverfahren wird ein neuer Ansatz der Partizipation erprobt. Durch die Mitentscheidungen über die Verwendung der Quartiersfonds sind die Quartiersräte im Quartier gestärkt worden und bürgerschaftlich engagiert.

Die soziale Stadtentwicklung ist ein Prozess der Veränderung auf vielen Ebenen - dem der Verwaltungen untereinander und miteinander und auch der Beziehungen zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern und den Verwaltungen. Die damit eingeleiteten Veränderungen betreffen sowohl die verwaltungsinternen Planungs- und Managementstrukturen hin zu einer integrierten und integrativen Organisation und Vorgehensweise, als auch einen Versuch, das Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft - einschließlich der Wirtschaft – und öffentlicher Verwaltung einer neuen Partnerschaft zuzuführen.

In 34 Stadtteilen Berlins werden seit 1999 Quartiersmanagementverfahren mit differenzierter Ausrichtung durchgeführt. Aufgrund lokaler Stärken-Schwächen-Analysen der Gebiete entwickeln die Quartiersmanager in Zusammenarbeit mit den Akteuren gebietsbezogene, integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzepte (IHEK), die jährlich fortgeschrieben werden. 

Die Vor-Ort-Büros

Die QM-Teams arbeiten in den jeweiligen Vor-Ort-Büros an der Umsetzung. Die Bezirke behandeln diese Gebiete als Schwerpunktentwicklungsgebiete und ordnen - wie auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt - dem jeweiligen Team einen verantwortlichen Gebietskoordinator zu. Die Bezirksämter oder Wohnungsgesellschaften übernehmen oft die Verantwortung, indem sie etwa die Räume für die Vor-Ort-Büros mietfrei zur Verfügung stellen oder die Kosten für Bewirtschaftung, Ausstattung und Arbeitsmaterial tragen. Die Büros stehen auch für Aktivitäten von Anwohnern und Initiativen zur Verfügung.

Abstimmung und Erfahrungsaustausch

Auf lokaler, bezirklicher und Landesebene gibt es regelmäßig Abstimmung und Entscheidungsfindung mit allen Beteiligten. Dafür sind Steuerungsrunden eingerichtet worden.

Regelmäßig finden unter dem Vorsitz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Erfahrungsaustausche mit allen Quartiersmanagerinnen und -managern, den Bezirksamtskoordinatoren bzw. -koordinatorinnen sowie den Kooperationspartnern auf Verwaltungsebene statt. Dabei werden u.a. strategische Ansätze und Projekte besprochen. 

Kooperation mit den Bezirken


Zur Umsetzung des Programms "Soziale Stadt" wurden zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und den beteiligten Bezirksämtern Kooperationsvereinbarungen über die gemeinsame Durchführung des Berliner Quartiersmanagements abgeschlossen. Die Bezirke verfügen damit über eine hohe Verantwortung.

Gleichzeitig werden zwei strategische Ziele des Programms eingelöst: Zum einen wird damit die fachübergreifende Zusammenarbeit im Rahmen des Programms unmittelbar vom Bezirk gesteuert. Auf kommunaler Ebene werden also Arbeitsstrukturen etabliert, die nach Beendigung der "Sozialen Stadt"  sicherstellen, dass die Entwicklung des Stadtteils aus den unterschiedlichen Fachbereichen heraus weiterhin gemeinschaftlich organisiert wird. 

Zum anderen wird es möglich, die Regelleistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge, wie sie von den Bezirken wahrgenommen wird, intensiver in die durch das Quartiersmanagement initiierten Projekte, Initiativen und Maßnahmen einzubinden. So dient das Programm "Soziale Stadt" dazu, neuen Bedarf zu identifizieren, um so die öffentliche Daseinsvorsorge zu ergänzen und zu modifizieren.

Beide Punkte greifen den Verstetigungsgedanken auf und verdeutlichen, wie das Quartiersmanagement Arbeitsstrukturen und kommunale Angebote nachhaltig verändert, so dass sie gezielter auf die Probleme, Fragen und Nöte in den Stadtteilen eingehen.

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