Zum Hauptmenü
Zum Inhaltsbereich
Logo Quartiersmanagement Berlin
Sie befinden sich hier: Aktuelles / Startseite

Preis "Soziale Stadt" - Die Berliner Preisträger


Graefewirtschaft e.V.: Kulturen verbinden - Vielfalt leben


Die Idee der "Graefewirtschaft" entstand in einem Integrationskurs von Migrantinnen im Berliner Bezirk Kreuzberg. Gemeinsam entdeckten sie, dass ihre Fähigkeiten im Nähen, Kochen und Backen das Potential hat, etwas Eigenes auf die Füße zu stellen. Gemeinsam mit BEST, der Berliner Entwicklungsagentur für Soziale Unternehmen und Stadtteilökonomie, wurde im Sommer 2009 eine Machbarkeitsstudie erstellt und mit dem Aufbau des Unternehmens begonnen.

Anfangs zu großen Teilen ehrenamtlich konzeptioniert, konnte in der Folge das Jobcenter als Partner angeworben und private Darlehensgeber aus der Nachbarschaft gewonnen werden.

Die "Graefewirtschaft" ist heute ein beliebter Treffpunkt im Kiez mit Café, Cateringservice und Nähwerkstatt. Wer einmal den Bohneneintopf mit Tajine-Sauce probiert hat, der wird es bestätigen: Diese Frauen haben die richtige Idee gehabt.

Aus der Laudatio der Jury

"Migrantinnen haben eigeninitiativ und gemeinsam ein eigenes (Stadtteil-)Unternehmen gegründet, um von Transferleistungen unabhängig zu werden. Die „Graefewirtschaft“ setzt dabei auf die im Stadtteil vorhandenen Potenziale von Migrantinnen ohne in Deutschland anerkannte Schul- und Berufsabschlüsse. Die Entwicklung und Umsetzung dieser Unternehmensidee ist beispielhaft, zumal sie positiv in die Nachbarschaften eines benachteiligten Stadtviertels hineinwirkt."

Projekteinreicher
Berliner Entwicklungsagentur für Soziale Unternehmen und Stadtteilökonomie BEST in Kooperation mit Graefewirtschaft e.V., Berlin

Projektbeteiligte
Stadtteilmanagement Werner-Düttmann-Siedlung, Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V., Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, JobCenter Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

Quartier
StM Werner-Düttmann-Siedlung
im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

Weiterführende Informationen
"Die Weltküche"

Infoposter (PDF, 1,5 MB)

Weltkücheflyer (PDF, 1,6 MB)

 

"Vergiss mich nicht" - Patenschaftsprojekt für Kinder von Suchtkranken


Kindern suchtkranker Eltern fehlt zumeist eine zuverlässige erwachsene Bezugsperson in ihrem Leben. Das bisher in Deutschland einmalige Projekt "Vergiss mich nicht" fördert ehrenamtliche Patenschaften für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Die Patenschaften sind langfristig, mindestens für ein halbes Jahr angelegt, damit die Kinder eine stabile Beziehung eingehen können und Einblick in andere Lebensentwürfe bekommen. Die Eltern werden durch die wöchentlichen Termine entlastet. Die Auswahl der Patinnen und Paten nehmen die Projektverantwortlichen zusammen mit den Eltern und Kindern vor.

Das Patenschaftsprojekt für Kinder von Suchtkranken im Quartier Wassertorplatz wurde vom Diakonischen Werk Stadtmitte e.V. ins Leben gerufen und durch Projektmittel des Förderprogrammes "Soziale Stadt" bezuschusst. Der Erfolg des Projektes liegt in der Schnittstelle verschiedener Fachbereiche wie Sozialpädagogen, Familientherapeuten und Psychologen, den Einrichtungen des Kinder- und Jugendschutzes im Bezirk und ehrenamtlich engagierten Bürgern.

Aus der Laudatio der Jury

"Einer Gesellschaft, der es gelingt, Verantwortungsgefühl und empathisches Handeln als Grundkonstante des Zusammenlebens zu erschließen, findet einen Weg in eine bessere Zukunft! Das Patenschaftsprojekt steht exemplarisch für diesen gesellschaftspolitischen Anspruch. Auf einfache, aber eindringliche Weise über- führt das Projekt das Konzept von der Zivilgesellschaft in die Alltagswirklichkeit. Soziale Anonymität und das Wegducken hinter Institutionen wird zu Gunsten nachbarschaftlicher Solidarität durchbrochen. Ein absehbarer Teufelskreis kann vermieden werden: Lebenswege und Krankheitserfahrung der Elterngeneration überfordern die Kinder und bedrohen deren eigene Entwicklung. Die Paten bieten Orientierung, zeigen Auswege, reichen eine helfende Hand."

Projekteinreicher
Patenschaftsprojekt für Kinder von Suchtkranken im Quartier Wassertorplatz in Berlin

Projektbeteiligte
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Quartiersmanagement Wassertorplatz

Quartier
Wassertorplatz im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

Weiterführende Informationen
Projekt Vergiss mich nicht

 

"Voliére" in der High-Deck-Siedlung


 Das in den 1970er Jahren dicht bebaute Gebiet der High-Deck-Siedlung an der durch den Film "Die Sonnenallee" berühmt  gewordenen gleichnamigen Straße drohte Mitte des vergangenen Jahrzehntes durch bauliche Mängel, ein schlechtes Image des Kiezes und hohe Arbeitslosigkeitenzahlen - besonders unter den Jugendlichen mit Migrationshintergrund - abzurutschen. 

Durch eine enge Partnerschaft zwischen der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft "STADT UND LAND" und dem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eingesetzten Quartiersmanagementbüro vor Ort bemüht man sich seitdem, dieser Entwicklung nachhaltige und innovative Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Kiez entgegen zu setzen.

Dem Unternehmen STADT UND LAND war klar, dass eine positive Quartiersentwicklung allein mit klassischer baulicher Sanierung nicht zu erreichen war. Deshalb wurde eine Strategie der Einbeziehung der Mieter und - unter Mitwirkung eines Beschäftigungsträgers - der Schaffung neuer Ausbildungsplätze für die Jugendlichen entwickelt. Besonderes Interesse der Beteiligten galt der Gestaltung der bis dato grauen Hausfassaden, eine Recherche in Nachbarländern war erfolgreich: Französische Künstler erklärten sich bereit, Jugendliche vor Ort in speziellen Maltechniken zu unterrichten, die Motive wurden mit allen Beteiligten diskutiert.

Das Ergebnis dieses ungewöhnlichen Projektes sind wunderbar bemalte Hausfassaden und eine spürbare Verbesserung des Lebensgefühles der Beteiligten und Nutznießer des neu gestalteten Wohnhauses.

Aus der Laudatio der Jury

"Manchmal lohnt sich ein Blick über den Gartenzaun. Wie machen es die Nachbarn? Die STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH Berlin hat sich nach internationalen Vorbildern umgeschaut und ist in Frankreich fündig geworden. Eine kreative Fassadengestaltung wurde Teil einer umfassenden Aufwertungsstrategie für das Quartier. Die Siedlung hat enorm gewonnen, und nicht wenige Beteiligte unter den Jugendlichen sind unheimlich stolz, an diesem Projekt mitgewirkt zu haben. Die Idee und Initiative der Wohnungsbaugesellschaft soll im Rahmen des Wettbewerbs "Soziale Stadt 2010" ausdrücklich anerkannt werden."

Projekteinreicher
STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, Berlin

Projektbeteiligte
CitéCreation (Fassadenkünstler aus Frankreich), Borst & Muschiol GmbH & Co.KG (Maler- und Ausbildungsbetrieb), Bezirksamt Neukölln von Berlin, Quartiersmanagement High-Deck-Siedlung, Jugendtreff "The Corner", Nachbarschaftstreff "mittendrin"

Quartier
High-Deck-Siedlung im Bezirk Neukölln

 

Weiterführende Informationen zum Wettbewerb und allen Preisträgern erhalten Sie auf der Webseite des Bundesverbandes für Wohnen und Stadtentwicklung e.V.

Broschüre "Preis Soziale Stadt" zum download (PDF, 2,5 MB)

C. Rackow