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Boxhagener Platz


Der Boxhagener Platz ist der zentrale Ort für das Gebiet, welches 1999 als Quartiersmanagementgebiet ausgewiesen wurde. Bis 2005 war ein Quartiersmanagementteam damit beauftragt, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Anliegern und Gewerbetreibenden die Wohn- und Lebensqualität zu steigern und durch vielfältige Maßnahmen und Projekte die alten und neuen Bewohner an ihren Kiez zu binden.

Der über 100 Jahre alte Platz ist gleichzeitig Ort der Erholung, Treffpunkt, Spielplatz sowie Marktplatz. Rund um den Platz sind sowohl die Entwicklungsmöglichkeiten als auch die Konflikte durch die Nutzungsanforderungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und deren unterschiedlichen Lebensvorstellungen spürbar.

Übersichtskarte Boxhagener Platz

Statistik:

Einwohner: 21.757
Fläche: 75,61 ha

(Stand: 30. Juni 2010)

Zum 16.12.2008 ist die Gebietsfestsetzung aufgehoben. Das Gebiet ist aus der Förderung entlassen.

Das Quartier hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Da, wo noch sichtbarer Verfall instandsetzungsbedürftiger Wohnhäuser sowie leerstehende Geschäftsräume das Gesicht des Quartiers prägten, sind durch die Investitionen der Hauseigentümer inzwischen an vielen Ecken neue Fassaden und zeitgemäße Wohnstandards geschaffen worden. Sanierung und Leerstandsbeseitigung haben aber auch dazu geführt, daß die Bewohnerschaft sich stark verändert hat.

Etwa die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner haben ihre Adresse erst in den letzten fünf Jahren im Quartier angemeldet. Die Bevölkerungszahl ist seit 1999 um 2000 Personen und somit um mehr als 11% gestiegen. Den größten Teil macht dabei die Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren aus, doch auch ca. 15% mehr Kinder unter 6 Jahren machen sich auf den neu geschaffenen und gestalteten Spielplätzen bemerkbar. Dem Bedarf entsprechend sind folglich neue Kitas als Eltern-Kitas oder in Freier Trägerschaft entstanden.

Der Anteil der Bewohner ohne deutschen Paß ist seit 1999 um 60% gestiegen. 18% der Eltern der Grundschulkinder sind aus anderen Ländern und vielen Sprachräumen zugewandert, 70% von ihnen kommen aus Staaten außerhalb der EU. Weiterhin wird das Quartier durch eine erhebliche Fluktuation gekennzeichnet sein, denn ca. 72% der Wohnungen bestehen aus nur 1 oder 2 Zimmern. Die Nachfrage nach familiengerechten Wohnungen kann nicht befriedigt werden und führt daher vielfach zum Wegzug in der Familiengründungsphase.

Eine positive Veränderung ist im Bereich der Gewerbeentwicklung zu verzeichnen. 1999 waren die leerstehenden Gewerberäume insbesondere in den Erdgeschoßzonen der Mietshäuser ein augenfälliges Merkmal, das den Eindruck eines Gebietes im Abwärtstrend unterstrich. Durch die Neuansiedlung von Gewerbe, darunter hauptsächlich Existenzgründerinnen und -gründer, hat sich dieser Trend umgekehrt und das Wirtschaftsleben in puncto Lebendigkeit und Abwechslungsreichtum beeinflußt. Für den kultur- und medienwirtschaftlichen Bereich, aber auch für kleine Ladengeschäfte, ist das Gebiet inzwischen ein gute Adresse geworden.

Durch vielfältige Formen der Bürgerbeteiligung wie Befragungen im öffentlichen Raum, Open Space, thematische Arbeitsgruppen und Bewohnergremien, die über die Mittelvergabe mitbestimmten, wie die Jurys für den Quartiersfonds, der Aktionsfondsbeirat und der Quartiersbeirat, sind die Handlungsschwerpunkte für die Quartiersentwicklung bestimmt worden. Dabei hatten die Verbesserung des Wohnumfeldes, die Qualifizierung der Bildungseinrichtungen und die Gewerbe- und Wirtschaftsentwicklung eindeutige Priorität.

In all diesen Bereichen werden positive Veränderungen wahrgenommen.
Einige hundert kleinere und größere Projekte konnten bisher auf den Weg gebracht werden. Dafür wurden Mittel aus dem Programm Soziale Stadt, aus anderen Förderprogrammen, Mittel des Bezirks als auch private Investitionen sowie das ehrenamtliche Engagement von vielen Menschen eingesetzt. Die Wohnumfeldverbesserungen beziehen sich auf die Neuanlage bzw. Verbesserung von Spielplätzen und auf kleinere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, Schulwegsicherung und verstärkten Pflege von Stadtplätzen.

Im Bildungsbereich standen neben der Aufwertung der Freiflächen von Schulen und Kitas insbesondere der Aufbau und die Vertiefung von querfachlichen Netzwerken und Kooperationen und die Qualifizierung der pädagogischen Arbeit im Mittelpunkt. In jährlichen sozialräumlichen Arbeitstagungen, wie z. B. zur Sprachförderung, zur Elternarbeit, zum Übergang von der Schule zum Beruf sowie zur Gesundheits- und Bewegungsförderung, wurden die jeweiligen Handlungsschritte gemeinsam festgelegt und die Ergebnisse auf dem jährlichen Familienmarkt oder auf Veranstaltungen öffentlich präsentiert.

Bei der Entwicklung der Wirtschaft und des Gewerbes lag der Schwerpunkt vor allen Dingen auf der Neuansiedlung von Existenzgründern. Durch die Verbindung von ortsnaher und bedarfsgerechter Beratung und der Anschubfinanzierung zur gezielten Ansiedlung waren die Projekte "Boxion", "Domino" und die "Gründerboxen" erfolgreich und haben den Boxhagener Platz als Wirtschaftsstandort für weitere Unternehmen attraktiv gemacht. Auch in diesem Bereich wird auf Kooperation und Netzwerkbildung sowie die daraus entstehenden Synergien besonderen Wert gelegt.

Viele der jungen Unternehmen kommen aus dem Bereich der Dienstleistungen, der neuen Medien und der Kulturwirtschaft. Das hat auch zu einer Belebung der Stadtteilkultur geführt. Über die Grenzen des Bezirks hinaus haben in diesem Zusammenhang die kulturellen und künstlerischen Aktvitäten der in den letzten Jahren neu gegründeten Vereine Spektrale, FrieKultur und Mimosa zur Verbesserung des Stadtteilimages beigetragen.

Nach Beendigung der Tätigkeit des Quartiersmanagement 2005 ist es nunmehr Aufgabe des Bezirks, die erreichten Standards zu sichern und weiterzuentwickeln, die Aktivitäten der Vereine und Netzwerke zu unterstützen sowie die Bewohnerinnen und Bewohner durch geeignete Beteiligungsverfahren auch weiterhin an dem Prozeß der Quartiersentwicklung zu beteiligen.