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QM Brunnenstraße


Postkarte: QM Brunnenstraße

Zur Wohnsituation

Als geschlossenes städtisches Gebiet entwickelt wurde das Brunnenviertel Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Ansiedlung des AEG-Werkes in der Voltastraße. Städtebaulich / architektonisch sind die neu gebauten Teile des Brunnenviertels in den sozialen Wohnungsbau der 70er und 80er Jahre einzuordnen und verfügen über entsprechend hohe Qualität. Eigentümer eines Großteils der Wohnungen und ehemaliger Sanierungsträger im Gebiet ist die DEGEWO, eines der größten gemeinnützigen Berliner Wohnungsunternehmen.

Das Brunnenviertel befindet sich in Berlin-Mitte, am südöstlichen Rand des Weddings an der Grenze zu den Stadtteilen Mitte und Prenzlauer Berg. Hier leben insgesamt gut 20.000 Menschen. Rund 8.000 davon wohnen westlich der Brunnenstraße, im QM-Gebiet Ackerstraße. Im Gebiet Brunnenstraße leben gut 12.000 Menschen. (Quelle: Bericht Aktivierende Stadtteilbefragung, Empirica, 2005)

Zur sozialen Situation

Als großes Plus des Stadtteils werden seine zahlreichen Grün- und Freiflächen gesehen. Gleichzeitig aber büßen diese Orte vielfach ihre Nutzungsqualität ein, weil sie als verwahrlost und aufgrund von Drogenhändlern/-konsumenten und Trinkern als unsicher wahrgenommen werden. Die Vorteile der guten Verkehrsanbindung können sich ebenfalls nicht optimal entfalten wegen des Drogenhandels in den U-Bahnhöfen. Insbesondere in der Brunnenstraße werden die Einkaufsmöglichkeiten, vor allem die Angebotsqualität und –vielfalt als schlecht angesehen. (Quelle: Bericht Aktivierende Stadtteilbefragung, Empirica, 2005)

Übersichtskarte Brunnenstrasse

Wann wurde QM eingerichtet?

Seit Mitte Juli 2005 arbeiten Quartiersmanager und -managerinnen der L.I.S.T. GmbH im Gebiet Brunnenviertel-Brunnenstraße. Sie sind von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Mitte beauftragt. Bis 2008 war es Präventionsgebiet, seitdem gehört es zur Kategorie I - Starke Intervention. Der Stadtteilladen befindet sich in der Swinemünder Str. 64.

Das STM kooperiert mit dem benachbarten Quartiersmanagement Brunnenviertel-Ackerstraße und mit der DEGEWO insbesondere bei der Etablierung gemeinsamer Projekte.

Was waren die wichtigsten Aufgaben?

  • Strategien für mehr Dienstleistungen, Vermietungs- und Belegungskonzepte und Planungen für eine Ansiedlung von mehr Gewerbe.
  • gemeinsam mit den Anwohnern und ansässigen Einrichtungen die Bildungschancen für alle erhöhen
  • Integrationsangebote schaffen
  • das Gewerbe stärken und somit die Schaffung von Arbeitsstellen ermöglichen
  • Treffpunkte einrichten und gemeinsame Aktivitäten durchführen, um das friedliche Miteinander der Nachbarn zu fördern
  • Erhöhung der Bürgeraktivität und Bürgerbeteiligung.

Aktivierende Bewohnerbefragung durchführen (Spätsommer 2005): Das STM hat sich zu Beginn seiner Arbeit für dieses Instrument aus mehren Gründen entschieden:

  • Das neue Quartiersmanagement sollte im Gebiet bekannt werden, so dass Akteure und Bewohner es als Partner in der Gebietsentwicklung begreifen.
  • Die Befragung sollte den sichtbaren Auftakt des Quartiersmanagementverfahrens bilden,
  • Das Quartiersmanagement wollte über den Kontakt mit Bewohnern und Akteuren Erfahrungen über die Probleme, Potentiale und Handlungsnotwendigkeiten im Gebiet sammeln.
  • Die Befragung sollte eine Basis für konkrete Handlungsansätze bieten.
  • Über die Befragung sollen Akteure und Bewohner dazu ermutigt werden, selbst aktiv zu werden, um Probleme mit zu lösen, die sie selbst oder das Gebiet betreffen.
  • Die Befragung fand dabei im Rahmen eines seit anderthalb Jahren währenden Prozesses statt, in dem sich u.a. Wohnungsunternehmen bereits mit der Gebietsentwicklung befassten.
  • Schaffung von stadträumlichem Anschluss zum Prenzlauer Berg und nach Mitte

Was wurde erreicht?


  • Frühjahr 2006: Gründung der Bürgerplattform "Wir im Brunnenviertel". Die Bürgerräte qualifizieren ausschließlich solche Projekte, in denen die (Selbst-)Aktivität der Bürgerinnen und Bürger unterstützt wird.
  • Sommer 2006: erste Quartiersratswahl
  • Mitte 2007: Eröffnung Bewohnertreff Volt-Cültüre, Träger: Bewohnerverein Volt-Cültüre e.V. (Kooperation mit QM Ackerstraße, das die Finanzierung übernimmt)
  • Frühjahr 2009: Bildung einer "Brunnenviertel-Genossenschaft"
  • Schaffung von stadträumlichem Anschluss zum Prenzlauer Berg und nach Mitte: Mauerpark (Bürgerversammlungen, Projekt "Vollkontakt", Aktionstage), Erweiterung der Mauer - Gedenkstätte (Beteiligung am Bürgerbeteiligungsverfahren, Diskussionen, Veranstaltungen, Projekt "Westerweiterung") und Gleimtunnel (Beleuchtung des Tunnels, Aufbau eines Unterstützerkreises, Gleimtunnelpartys).
  • seit Ende 2009: Kiezmagazin Brunnen1/4 - gemeinsam herausgegeben mit QM Brunnenviertel-Ackerstraße
  • Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: Freiflächengestaltung der Kitas "Kinder in Bewegung", Ramlerstraße, "Sternenhimmel"

Richtungsweisende Projekte

  • Kitaverbund: Der Kitaverbund ist ein Netzwerk der Kindertageseinrichtungen im Brunnenviertel und besteht derzeit aus 10 Kitas.
  • Deutschlernzentrum  an der Heinrich-Seidel-Grundschule, Casablanca GmbH
  • Lotsenprojekt "Die Brücke": Eingebunden in die Jugendfreizeiteinrichtung Hussitenstraße bieten zehn Lotsen Beratung in sieben Sprachen an (Arabisch, Deutsch, Kurdisch, Polnisch, Russisch, Serbokroatisch und Türkisch).
  • WIB - Bürgerbeteiligungsprojekt "Wir im Brunnenviertel"
  • Netzwerkinitiative "Wir lassen uns nicht betäuben": im Juli 2008 startete die Initiative, zu der sich der Berliner Polizeiabschnitt 36 mit den gesellschaftlichen Akteuren im Brunnenviertel zusammenschloss, um gemeinsam gegen Drogenmissbrauch und -handel bei Jugendlichen zu kämpfen.
  • Juni 2009 Jugendjury: Der Jugendrat besteht aus Vertretern von Schulen und Jugendclubs, der Jugendplattform WIB (Wir im Brunnenviertel-Jugend), aber auch einzelne engagierte Jugendliche.
  • 2009 Brunnenkiezmütter: Übernahme des erfolgreichen Neuköllner Projektkonzeptes "Stadtteilmütter"

Handlungskonzepte


In den Berliner Quartiersmanagementgebieten werden integrierte Handlungskonzepte unter Einbeziehung der Bewohner und Bezirke durch die Quartiersbeauftragten erarbeitet. Sie werden jährlich angepasst und fortgeschrieben. Zur Wirkungs- und Erfolgskontrolle werden die einzelnen durchgeführten Maßnahmen jährlich bewertet. Es formuliert die wichtigsten Aufgabenfelder und die Ziele, welche mit Blick auf eine positive Quartiersentwicklung erreicht werden sollen.

 

  • Handlungskonzept 2007

    Zusammengefasst sind Arbeitslosigkeit und schlechte Ausbildungschancen der Jugendlichen Hauptprobleme der Bewohner im Brunnenviertel – besonders für nicht-deutsche Bewohner. Das gilt auch für mangelnde Kommunikation im alltäglichen Leben in der Nachbarschaft. Lesen Sie hier mehr...

  • Handlungskonzept 2008

    Die Veränderungen im Förderverfahren und das deutliche Absinken der Förderhöhe führten zu Irritation zu Beginn des Programmjahrs. Es wurde deutlich, dass Bürgerbeteiligungsprozesse, wie die Mittelvergabe, ohne ausreichende Planungssicherheit schwer durchzuführen ist. Lesen Sie hier mehr...

  • Handlungskonzept 2009

    Die letzten drei Jahre dienten in erster Linie dem Aufbau und der Erweiterung der Stadtteilarbeit. Verstärkt im Jahr 2009 beginnt das StM mit dem Einleiten der ersten Phase der VerstetigungLesen Sie hier mehr...

Fotoimpressionen


Nachrichten aus dem Quartier


  • Ost meets West auf der Gleimtunnel-Party

    Am 2. Oktober 2011 läutet die Gleimtunnel-Party den Tag der Deutschen Einheit ein. Am Vorabend des Feier- und Gedenktages zur Deutschen Wiedervereinigung wird der Gleimtunnel zur symbolischen Partystätte. Ganz bewusst feiern hier Ost und West gemeinsam: Gleim- und Brunnenviertel, Pankow und Mitte. Lesen Sie hier mehr...
  • Projekt "Kieze im Dialog" gestartet

    Mit "Kieze im Dialog" wollen Bürger aus dem Brunnenviertel und dem Gleimviertel neue Brücken schlagen und einen Dialog zwischen den Kiezen fördern, der auf Augenhöhe und mit Vertrauen die wichtigen Themen in und zwischen den Nachbarschaften aufgreift. Lesen Sie hier mehr...