QM Bülowstraße / WAK


Zur Wohnsituation
Das zentral gelegene Quartiersmanagementgebiet zwischen Kurfürstenstraße und Kleistpark im Norden des Bezirks Tempelhof-Schöneberg grenzt unmittelbar an den Ortsteil Tiergarten-Süd im Bezirk Mitte. Die Potsdamer Straße als Nord-Süd-Verbindung und die Bülowstraße Richtung Ku'damm bilden die Hauptachsen.
Hier wohnten in den "Golden twenties" des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Dichter, Schriftsteller und andere Künstler, die das teils etwas halbseidene Flair des "Nachtjackenviertels" genossen. Den Sportpalast an der Stelle der heutigen Wohnanlage "Pallasseum" schätzten viele Berliner als Veranstaltungsort. Leider erlangte er in den 30er Jahren einen unrühmlichen Ruf, als hier zum "totalen Krieg" aufgerufen wurde.
Zur sozialen Situation
Kleine Im- und Exportläden, Cafés oder Einzelhändler haben die Bordelle des ehemaligen "Rotlichtviertels" schon seit längerem abgelöst. Jedoch befindet sich in der Froben- und Kurfürstenstraße ein Straßenstrich. Ein buntes Gemisch aus fast gleich vielen Deutschen und Menschen mehrerer Dutzend anderer Herkunftsländer prägt das Leben auf der Straße. Etwa ein Viertel der gut 17.000 Einwohner des Gebietes ist arbeitslos. Viele im Quartier leben von staatlichen Transferleistungen. Die Drogenszene ist immer wieder wechselnd in verschiedenen "Ecken" des Gebietes aktiv, insbesondere in Parks, Grünanlagen und auf Spielplätzen.
Wann wurde QM eingerichtet?
Seit 1999 arbeitet das QM-Team vor Ort. Träger ist die AG SPAS. Das Vorortbüro befindet sich in der Pallasstraße 5.
Schon vor Beginn des Quartiersmanagements hat der "Präventionsrat Schöneberger Norden" mit Beteiligten aus Bezirksamt, Polizei, mit Gewerbetreibenden und Anwohnern seine Arbeit aufgenommen.
Was waren die wichtigsten Aufgaben?
- Zugang zu Arbeit und Beschäftigung für mehr Menschen aus dem Quartier
- hier lebende und arbeitende Menschen zu erreichen und einzubinden
- Verantwortungsbereitschaft zu wecken
- Netzwerke zu schaffen und zu stärken
Was wurde erreicht?




- seit 1998 Präventionsrat Schöneberger Norden - Initiierung von Arbeitsgruppen
- 2000 Bewohnertreff "Kaffeeklatsch" neugebaut (betreut durch eine Gruppe von Mieterinnen in Eigenregie)
- seit 2000 / 2001 Quartiersfondsjury
- seit April 2006 Quartiersrat trifft sich regelmäßig zum Quartiersrats-Stammtisch
- 2007 neu installierte "Kiezgespräche" als Weiterentwicklung der Kiezspaziergänge
- seit 2004 Nachbarschaftstreff an der Steinmetzstraße: Gemeinschaftsprojekt von Jugendamt, Kiezoase Schöneberg und Jugendwohnen im Kiez e.V., unterstützt vom Quartiersmanagement.
- "Lirum Larum" - spezieller Gastro-Guide fürs Gebiet
- Sprachmittlerinnen für den Straßenstrich
- Energiesparberaterinnen
- Quartierszeitung "Schöneberger Morgen", erscheint vierteljährlich
- Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: 2000/2001: Umgestaltung eines früheren Parkplatzes an der Pallasstraße 7 - 9 zu einem öffentlichen Park mit verschiedenen Spiel- und Aufenthaltsflächen, Mai 2002: Umwandlung des asphaltierten Schulhofes der Neumark-Grundschule zur ökologischen Spiellandschaft, Umgestaltung der Steinmetzstraße
Richtungsweisende Projekte
- Zusammenschluss und gemeinsames Marketing der Gewerbetreibenden an der Potsdamer Straße zur Interessensgemeinschaft m-street, mit regelmäßigen Messen und Stammtischen
- Palladin Kochschule – Ausbildungsprojekt
- Schöne neue Steinmetzstraße – jährliche Lichtergalerie
- MAGISTRALE - jährliche Kulturnacht in der Potsdamer Straße in Zusammenarbeit mit dem QM Magdeburger Platz
- Aktion "Kiezfrühling" - gemeinsam mit QM Magdeburger Platz
Entstandene Netzwerke
- Gebietsnetzwerk um den Präventionsrat Schöneberger Norden
- m-street Mediennetzwerk
Handlungskonzepte




In den Berliner Quartiersmanagementgebieten werden integrierte Handlungskonzepte unter Einbeziehung der Bewohner und Bezirke durch die Quartiersbeauftragten erarbeitet. Sie werden jährlich angepasst und fortgeschrieben. Zur Wirkungs- und Erfolgskontrolle werden die einzelnen durchgeführten Maßnahmen jährlich bewertet. Es formuliert die wichtigsten Aufgabenfelder und die Ziele, welche mit Blick auf eine positive Quartiersentwicklung erreicht werden sollen.

















