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Corporate Citizenship in der Schweiz


Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) hat die Ergebnisse einer landesweiten Unternehmensbefragung zum schweizerischen Corporate Citizenship (bürgerschaftliches Engagement) vorgestellt. Wichtigstes Ergebnis ist: Rund drei Viertel aller Schweizer Unternehmen engagieren sich für gemeinnützige Zwecke.

Die Unternehmen lassen sich dabei auch nicht von der Wirtschaftskrise beeindrucken. Ein genauerer Blick zeigt, dass Corporate Citizenship in den deutschsprachigen Landesteilen größer ist als in den französisch- und italienischsprachigen Teilen. Das gemeinnützige Engagement wird zudem weniger professionell als der Kern des unternehmerischen Handelns ausgeübt.

Die Form des Engagements

Die Studie zeigt, dass sich rund drei Viertel der Unternehmen (76 %) für gesellschaftliche Anliegen engagieren - sowohl passiv in Form von Spenden und Schenkungen als auch aktiv, indem sie Mitarbeitende freistellen (Corporate Volunteering), kostenlose Schulungen anbieten oder ihre Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Die Felder des Engagements

Von dem unternehmerischen Engagement profitieren am meisten die Bereiche Sport (71 %), Kultur (59 %) und Bildungswesen (53 %). Erst mit einigem Abstand folgt das Sozialwesen mit 38 %.

Die Gründe des Engagements

Die meist genannten Gründe für das Engagement sind, der eigenen gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden zu wollen (72 %), sowie dass die Firmenleitung das gemeinnützige Engagement als persönliches Anliegen versteht (71 %).

Die Anerkennung für das Engagement

Engagierte Betriebe (72 %) kennen deutlich mehr andere aktive Unternehmen, als dies bei nichtengagierten Betrieben (24 %) der Fall ist. Am meisten Anerkennung für ihren freiwilligen gemeinnützigen Einsatz erhalten die Unternehmen nach eigener Angabe von Mitarbeitenden, Kunden und Verbänden, am wenigsten vom Staat.

Internationaler Vergleich

Im internationalen Vergleich stehen die Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer gut da. Obwohl sich in Deutschland und den USA insgesamt mehr Unternehmen gemeinnützig engagieren, pflegen prozentual mehr Schweizer Firmen aktive Formen des Engagements (72 %).

Die Erwartungen

Auch wenn viele Unternehmen ihr gemeinnütziges Engagement mit persönlichem Anliegen begründen, so verbinden sie damit gleichwohl Erwartungen an den Nutzen fürs Firmenimage und andere geschäftsrelevante Indikatoren. Umso eklatanter fällt vor diesem Hintergrund das Fehlen von Strategien zur Sicherung des Unternehmensnutzens der Corporate-Citizenship-
Praktiken auf. Wie kann gemeinnütziges Engagement dem Image förderlich sein, wenn es nur selten (25 %) und unsystematisch der Öffentlichkeit kommuniziert wird? Wie kann man sich sicher sein, dass die investierten Ressourcen zum Unternehmen zurückkehren, wenn der Nutzen des Engagements nicht evaluiert wird.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie auf den Seiten von corvo-schweiz.ch.

Quelle: BBE-Newsletter/ bearb. J. Meier