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QM Dammwegsiedlung / Weiße Siedlung

Die Weiße Siedlung

Zur Wohnsituation

Das QM-Gebiet liegt im Norden des Bezirks Neukölln und gehört zum statistischen Gebiet "Köllnische Heide". Die hellen Hochhäuser mit bis zu 18 Stockwerken, errichtet in den 70er Jahren, gaben der Dammwegsiedlung ihren populären Namen "Weiße Siedlung". Die Siedlung liegt eingerahmt von einigen älteren Wohnblöcken, Reihenhäusern im Bauhausstil und Laubenkolonien. Sie ist mit privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Die oberen Etagen der Hochhäuser in der Weißen Siedlung bieten einen atemberaubenden Blick auf die Stadt bis ins Umland hinein. Man findet hier vor allem Industrie- und Gewerbebetriebe sowie Einzelhandelsnutzungen. Über den Bezirk hinaus bekannt ist vor allem das Hotel Estrel, das in unmittelbarer Nachbarschaft zur Siedlung liegt. 

Zur sozialen Situation

Zwar gibt es noch etliche Bewohner der ersten Stunde. Die Struktur hat sich jedoch in den vergangenen Jahren stark verändert. Viele junge Familien sind nachgezogen, von denen ein großer Teil Migranten sind. Die meisten kommen aus der Türkei und den arabischen Ländern. Der Anteil von Schülern nichtdeutscher Herkunft in der Sonnengrundschule liegt in manchen Klassen bei über 90 Prozent. Insgesamt leben knapp 4.000 Menschen in der Weißen Siedlung. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen ist überdurchschnittlich hoch.

Übersichtskarte Dammwegsiedlung / Weisse Siedlung
Übersichtskarte Dammwegsiedlung / Weisse Siedlung

Wann wurde QM eingerichtet

Seit 2005 ist die Weiße Siedlung am Dammweg Quartiersmanagementgebiet. Träger ist das Büro "Weeber und Partner". Das Vorortbüro befindet sich in der Dieselstraße 9.

Was waren die wichtigsten Aufgaben

  • Kommunikationsorte schaffen, Veranstaltungsräume und Treffpunkte für die Bewohner
  • Getrennte Freizeitangebote für Jugendliche und Kinder im Gebiet
  • Nachhilfe, Deutschkurse, Sozialberatung, Förderung in Erziehungsfragen und Alphabetisierungskurse für Eltern, Angebote für junge Mütter
  • Initiierung tragfähiger Beteiligungs- und Kooperationsformen
  • Stabile Nachbarschaft fördern

Was wurde erreicht?

  • seit April 2006: Quartiersbeirat und Vergabejury
  • seit 2007: Jugendclub "Sunshine Inn" (Träger: Outreach)
  • 2008: Gründung Jugendbeirat
  • seit April 2009: Nachbarschaftszentrum "Sonnenblick" (zur Verfügung gestellt durch den Eigentümer der Siedlung)
  • Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: Umbaumaßnahmen und Neugestaltungen des Schulhofes der Sonnen-Grundschule. In einem ersten Bauabschnitt wurden 2007 Spielgeräte erneuert und durch ein Sponsoring des Optikers Fielmann konnten neue Pflanzen finanziert werden. Bau einer Holzwerkstatt im Jugendzentrum Grenzallee; Kauf eines Herdes für das ehrenamtlich betriebene Mietercafé; Mit Hilfe von Fördermitteln und im Rahmen eines beteiligungsorientierten Verfahrens wurde 2008 eine Sonnenuhr aufgestellt.
  • Statt Kiezzeitung Dammweg-Kurier Herausgabe eines Veranstaltungsflyers (wegen mangelnder Aktualität bei Erscheinungsweise).

Richtungsweisende Projekte

  • Einsatz und Förderung von drei Nachbarschaftshelferinnen  (türkischer, deutscher und arabischer Sprache) mit engem Kontakt zu den "Stadtteilmüttern"
  • Runder Tisch Jugend
  • Jugendbeirat - Ergänzende Ausbildung der Jugendlichen als Konfliktlotsen
  • Mediatorengruppe "KULT" (engagierte Bewohner und Mitarbeiter von Einrichtungen, werben mit selbst hergestellten Flyern)
  • Modellprojekt SoFJA - Vernetzung von Streetwork / aufsuchender Jugendarbeit und familientherapeutischer Arbeit
  • In Kooperation mit der Musikschule Neukölln wurde ein Instrumentenstock für die Schule und Kita über QF2-Mittel finanziert. Die Musikschule bietet ergänzend dazu kostenfreie Kurse der musikalischen Früherziehung in beiden Einrichtungen an
  • im Quartier lebende Streetworker  kümmern sich um die Jugendlichen (teilweise Überführung in Regelfinanzierung)
  • Neun junge Mädchen und Frauen aus den QM-Gebieten Weiße Siedlung und High-Deck-Quartier haben 2010 an einem Vorbereitungskurs für Gesundheits- und Pflegeberufe teilgenommen, der durch das Projekt "Stärken vor Ort", einem Partnerprogramm von "Soziale Stadt" gefördert wurde

Entstandene Netzwerke

  • Stadtteilmütter: Nach Abschluss ihrer sechsmonatigen Ausbildung haben im Mai 2008 drei neue Stadtteilmütter ihr Zertifikat erhalten. Damit gibt es insgesamt acht Stadtteilmütter in der Weißen Siedlung. 

Handlungskonzepte

In den Berliner Quartiersmanagementgebieten werden integrierte Handlungskonzepte unter Einbeziehung der Bewohner und Bezirke durch die Quartiersbeauftragten erarbeitet. Sie werden jährlich angepasst und fortgeschrieben. Zur Wirkungs- und Erfolgskontrolle werden die einzelnen durchgeführten Maßnahmen jährlich bewertet. Es formuliert die wichtigsten Aufgabenfelder und die Ziele, welche mit Blick auf eine positive Quartiersentwicklung erreicht werden sollen.  

Handlungskonzept 2007
Zum 1. September 2006 wurde die Siedlung an die Brandenburg international limited 5 sarl verkauft. Parallel dazu gab es eine Umbenennung in "Sonnensiedlung".
Handlungskonzept 2008
Die Weiße Siedlung Dammweg hat durch das Quartiersmanagement-Verfahren spürbare Impulse erhalten. Die Vielzahl an Projekten und Aktivitäten hat dazu beigetragen, dass sich mehr Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Quartier interessieren und in zunehmendem Maß auch selbst engagieren.
Handlungskonzept 2009
Durch die geplante Eröffnung des Nachbarschaftstreffs ergeben sich neue Möglichkeiten, das Miteinander im Quartier zu stärken und weitere Angebote zu entwickeln bzw. vorhandene noch stärker zu verankern. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet im Jahr 2009 zudem der Jugendtreff "Sunshine Inn".

Fotoimpressionen