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Das Stadtteilplenum Moabit West im November


Blumen für Plenumsmoderatorin Susanne Torka, die den Ehrenamtspreis erhalten hat
Blumen für Plenumsmoderatorin Susanne Torka, die den Ehrenamtspreis erhalten hat
Foto: G. Backhaus

Schwerpunkt des November-Plenums war das Thema "Kita, Schule und Jugendarbeit in Moabit". Welche aktuellen Entwicklungen bestehen? Wie verzahnen sich Bildungs- und Jugendarbeit? Diskutiert wurde mit Petra Schrader, der Stadträtin für Bildung und Jugend im Bezirk Mitte.

"Kinder als Ganzes betrachten," so das Credo der Politikerin, die dafür warb, dass Eltern ihre Kinder zum Zwecke der Sprachförderung "möglichst früh in die Kita geben" und mit aktuellen Zahlen in ihr Referat einstieg: Über 88 Prozent betrage der Versorgungsgrad bei den 3- bis 6-Jährigen in Moabit West, bei den unter 3-Jährigen allerdings nur 38 Prozent, während andere Regionen in Mitte da über 50 Prozent verzeichnen. 80 Prozent der Kinder im Kiez besuchen eine Kita länger als zwei Jahre, aber 42 Prozent der Kinder "mit nichtdeutscher Herkunftssprache" hätten Probleme bei den Einschulungsuntersuchungen. Das soll sich laut Schrader in Zukunft bessern, u.a. durch eine Qualitätsvereinbarung zwischen den Kitas und dem Land Berlin sowie durch Fortbildungskurse für Kita-Erzieher, die das Sprachförderzentrum Mitte organisieren wird. Die Bezirksstadträtin betonte die Wichtigkeit der Schnittstellen zwischen Kita und Schule sowie zwischen Schule und Berufsausbildung.

Warme Schulspeisung und Pausenbrote für alle?

Immer mehr Mädchen und Jungen sind übergewichtig, bereits vor der Schuleinführung sind es in Moabit 12,5 Prozent (Berlin 11 Prozent), Tendenz leider steigend. Gesunde Ernährung und sportliche Betätigung sollten deshalb gefördert werden. Petra Schrader berichtete von Vorzeigeprojekten wie "Kitas bewegen", durch das Kinder, Eltern und Erzieher gemeinsam angeregt werden, sich mehr zu bewegen und an dem über 30 Kitas im Bezirk teilnehmen.

Gesunde Ernährung solle immer mehr zum Thema in den Schulen gemacht werden, wünschte sich Schrader. Das könne u.a. durch mehr Projektarbeit im Unterricht sowie Besuche im Schulumweltzentrum, das beliebte Kochkurse anbietet, geschehen.

Zur Essensversorgung äußerte sich auch eine Vertreterin der Heinrich-von-Stephan-Schule, die beklagte, dass die dortige Mensa mit 90 Plätzen und über 200 Mitessern viel zu klein sei. Was an ihrer Schule hingegen gut funktioniere, sei eine gemeinsame Verpflichtung von Schule, Schülern und Eltern. Letztere unterschreiben dort dafür, dass sie ihren Kindern jeden Tag ein Pausenbrot mitgeben. Auf den Mensa-Vorwurf reagierte die Schulplanerin des Bezirks, Angelika Wiesner, mit ihrer Zusage, sich die Lage vor Ort anzusehen und nach einer Lösung zu suchen. Die könne sie sich durch eine "Verdichtung" vorstellen, d.h. mehr Tische und Stühle in der Mensa aufzustellen als bisher. Die flächendeckende Essensversorgung sei ganz wichtig, ebenso wie die Barrierefreiheit der Schulgebäude.

Als sehr positiv beschrieb Schrader das Programm "Vertiefte Berufsorientierung" (VBO), dass sich um Jugendliche kümmert, die vor ihrem Schulabschluss stehen und unschlüssig sind, welcher Beruf zu ihnen passt und wofür sie sich bewerben sollten. Zur Zusammenarbeit von Schulen und der Jugendhilfe gibt es ein bezirkliches Konzept, das sie Interessierten gern zur Verfügung stellen wolle, bot die Stadträtin an. Generell sind "unsere Schulen viel besser als ihr Ruf".

Kita-Nutzung, Nachhilfe-Bedarf, Jugendarbeit und Sonderschüler

Beatrice Pfitzner vom QM Moabit West wies darauf hin, dass es aus ihren Erfahrungen vom bestehenden Kita-Netzwerk bei vielen Kindern oft an der Regelmäßigkeit des Kindergartenbesuchs mangele, was gezielte Förderung oft nicht möglich mache... Ihr Wunsch ist es, dass das neue Sprachförderzentrum die laufenden Sprachförderprojekte auf ihre Wirkung hin evaluiert. Laut Petra Schrader erfolgt eine solche Evaluierung von Sprachfördermaßnahmen an Kitas bereits. Zudem will der Bezirk allen Kindereinrichtungen, die das möchten, Beratung auf diesem Gebiet anbieten.

Auf Hinweise aus dem Plenum auf die steigende Nachfrage nach Nachhilfe-Angeboten reagierte Petra Schrader mit der Zielvorstellung, die Schulen durch individuelle Lehrmethoden so aufzustellen, "dass am besten gar keine Nachhilfe mehr notwendig ist."

...Eine Lesepatin bezog sich auf die Reform, durch die ein Großteil der Berliner  Sonderschulen aufgelöst wird, und fragte nach dem Verbleib der Sonderschüler der Wartburgschule. Frau Schrader antwortete, dass alle Klassen zusammenbleiben und nicht auseinander gerissen würden. Momentan würde gesucht nach geeigneten Schulen, an denen man diese Klassen integrieren könne.

Verdiente Ehrenamtliche

Die bewährte Plenumsmoderatorin Susanne Torka, die kürzlich den Ehrenamtspreis des Landes Berlin erhalten hat, wurde zu Beginn des Novemberplenums mit Gratulationen, Applaus und einem Blumenstrauß bedacht.

Weitere Informationen erhalten Sie auf dem Quartiersportal.

Text: G. Backhaus / bearb. J. Meier