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Engagement der Bürger für ihren Kiez: Soldiner Kiez Verein und Quartiersrat


Als "Kiez im Umbruch" betrachten die Mitglieder des Vereins Soldiner Kiez e.V. ihr Viertel. Der Verein ist 2002 aus der Bürgerjury hervorgegangen. Das Bürgergremium "Bürgerjury" hat damals darüber entschieden, wie Fördergelder in Höhe von 1 Million DM im Quartiersgebiet vergeben werden. Mittlerweile trägt der Soldiner Kiez Verein selbst Projekte im Kiez. Dazu gehören unter anderem die Mediatoren. Im Jahr 2003 wurden 36 Bürger und Bürgerinnen in der Schlichtung von Nachbarschaftskonflikten ausgebildet. Seither können sich zerstrittene Nachbarn bei den Konfliktvermittlern melden, wenn Küchengerüche, Lärm oder andere Gründe den Frieden stören.

Eines der Anliegen des Soldiner Kiez e.V. ist die Verbesserung des Kiez-Images. Der Verein hat Postkarten, Plakate und Broschüren herausgegeben, wie zum Beispiel den Branchenführer "Informationen rund um den Soldiner Kiez", in dem die ansässigen Geschäfte und Projekte publik gemacht werden. 2005 wurde außerdem eine Partnerschaft mit dem Bürgerverein des ehemaligen Soldin in Polen, heute Mysliborz, geschlossen.

Seit Beginn des Quartiersmanagements 1999 wurden verschiedene Wege erprobt, die Bürger und Bürgerinnen in Entscheidungen über ihren Kiez einzubeziehen. So entscheidet ein Gremium über die Vergabe von Fördermitteln aus dem Aktionsfonds und dem Programm "Lokales Kapital für Soziale Zwecke".

Um das Engagement der Kiezbewohner noch zu verstärken, wurde 2005 der Quartiersrat ins Leben gerufen. Damit können sich Bürger und Bürgerinnen besser an wesentlichen Förderentscheidungen im Quartiersgebiet beteiligen. Die 24 Mitglieder – Bewohner, Vertreter von Initiativen und Gewerbetreibende - setzten in ihrer ersten Sitzung die Schwerpunkte für die künftige Arbeit des Quartiersmanagements: Ganz oben stehen die Bereiche Schule, Kinder, Jugend, Sprachförderung und die Weiterentwicklung der Stadtteilkultur. In den Folgesitzungen berieten die Mitglieder über die Vergabe von 900.000 Euro an Fördermitteln in den Projektjahren 2005 bis 2008. Der Quartiersrat empfahl schließlich eine Reihe von Projekten an das Bezirksamt.