QM Flughafenstraße


Zur Wohnsituation
Das Stadtviertel Flughafenstraße, ein dicht bebautes Altbauquartier, wandelte sich innerhalb der letzten 40 Jahre vom Arbeiter- zum Einwandererviertel, in dem heute Menschen verschiedener Herkunftsländer und Kulturkreise leben. Das Gebiet liegt im Norden des Bezirks Neukölln. Es wird im Westen durch die Hermannstraße, im Norden durch den Hermann-Platz, im Osten durch die Karl-Marx-Straße und im Süden durch das Werksgelände der Kindl-Brauerei bzw. das Einkaufszentrum Kindl-Boulevard begrenzt. Grün- und Freiflächen sind kaum vorhanden. Die Flughafenstraße ist eine über die Bezirksgrenzen hinaus bekannte Adresse für Gebrauchtmöbel- und Antiquitätenhändler.
Zur sozialen Situation
61 Prozent der Quartiersbewohner sind nichtdeutscher Herkunft. Knapp 52 Prozent der Bewohner sind zwischen 18 und 45 Jahre alt. Die sozialen und wirtschaftlichen Probleme widerspiegeln sich in verschmutzten Straßenabschnitten, Vandalismus und Billigläden. Dauerarbeitslosigkeit zermürbt etliche Bewohner und viele Kinder und Jugendliche haben aufgrund familiärer Schwierigkeiten und geringer Deutschkenntnisse schlechte Perspektiven. (Text: C. Hüge)
Wann wurde QM eingerichtet?
Um den Stadtteil zu stabilisieren und aufzuwerten, wurde das Viertel als Präventionsgebiet 2005 in die Förderkulisse der "Sozialen Stadt" aufgenommen. Seit 2008 gehört es zur Kategorie I - Starke Intervention. Träger ist ASUM Angewandte Sozialforschung und urbanes Management. Das Vorortbüro befindet sich in der Erlanger Straße 13.
Was waren die wichtigsten Aufgaben?
Die Arbeit im Gebiet rund um die Flughafenstraße bestand im Wesentlichen in den Handlungsfeldern Bildung, Nachbarschaften und Integration. Für Kinder und Jugendliche als Zukunft des Stadtteils soll mit den verschiedensten Projekten eine attraktivere Bildungs- und Freizeitlandschaft aufgebaut werden.
Was wurde erreicht?


- seit Mai bzw. Februar 2006: Quartiersbeirat und Aktionsfondsjury
- Quartiersbüro ist zugleich Stadtteilladen
- 2006 / 2007 Unterstützung zur Einführung des Ganztagsbetriebes an der Albert-Schweitzer-Schule als dem ersten Berliner Ganztags-Gymnasium
- Jugendstadtteilzeitung "Fluze": Schülerzeitungsredaktionen der Albert-Schweitzer-, der Hermann-Boddin- und der Evangelischen Schule Neukölln unter Federführung von outreach – mobile Jugendarbeit
- "Flughafenzeitung" - erscheint viermal im Jahr
- Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: 2006 / 2007 Schulstation mit Café und Computerräumen in der Hermann-Boddin-Grundschule; Sommer 2007 Errichtung des ersten Kinder- und Elterntreffs "Blueberry Inn" am Käpt’n Blaubär-Spielplatz; "Platz unter der Linde" - vom Müllsammelplatz zum Stadtplatz durch Anwohner und Gewerbetreibend; Neugestaltung des Sasarsteigs: eine vernachlässigte Wegverbindung zwischen Mainzer und Reuterstraße bekommt eine Grünfläche
Richtungsweisende Projekte
- Selbstlernzentrum für Schule, Sprache und Beruf in der Helene-Nathan-Bibliothek:beispielhaft für die Bedeutung kommunaler Bibliotheken
- Leerstandsmanagement und Ansiedlungsmarketing durch die zwischen |nutzungs | agentur
- Bildungsetage Flughafenkiez in der Schönstedtstraße. Wird hauptsächlich von Schülern genutzt aber auch von anderen Projekten, z.B. den Stadtteilmüttern.
Entstandene Netzwerke
- Die Stadtteilmütter. Der Flughafenkiez ist einer von neun Neuköllner Bezirken, in denen die Stadtteilmütter arbeiten: sie informieren im Gebiet seit September 2006 in Migrantenfamilien über Themen wie Gesundheit oder das deutsche Schulsystem.
- 2008 Herausgabe eines Bildungswegweisers: erstes Ergebnis der Netzwerkrunde "Schulen/Jugend- und Elternarbeit" der zehn Bildungseinrichtungen angehören
- Kunstfiliale Flughafenstraße: Vernetzung unter den Künstlern und Künstlerinnen und mit der Bewohnerschaft
Geheimtipp im Quartier



Deutschlandweit ist das Rroma Aether Klub Theater die einzige Spielstätte, die von Rroma betrieben wird und die sich ausschließlich mit der künstlerischen und insbesondere der literarischen Tradition der Rroma und Sinti auseinandersetzt. Lesen Sie hier mehr...
Handlungskonzepte


In den Berliner Quartiersmanagementgebieten werden integrierte Handlungskonzepte unter Einbeziehung der Bewohner und Bezirke durch die Quartiersbeauftragten erarbeitet. Sie werden jährlich angepasst und fortgeschrieben. Zur Wirkungs- und Erfolgskontrolle werden die einzelnen durchgeführten Maßnahmen jährlich bewertet. Es formuliert die wichtigsten Aufgabenfelder und die Ziele, welche mit Blick auf eine positive Quartiersentwicklung erreicht werden sollen.
Fotoimpressionen















