Veranstaltungen
Aktion für Bedürftige und Obdachlose
Kulturhistorische Schnitzeljagd mit Eberhard Elfert
Extra-Vorstellung des Improvisationstheaters
Führung in Berlin Neukölln (Rixdorf) mit Reinhold Steinle
Hellersdorfer Promenade: Perlenkette in blau-grün


Die Eingänge zu diesem Hellersdorfer "Geheimtipp" sind gut versteckt. Keine Hinweisschilder an den Hauptstraßen, keine Extra-Parkplätze für Besucher. Dieser Ort ist eine Öko-Idylle, reserviert für Freunde der Stille, der natürlichen Geräusche und Düfte, der seltenen Tier- und Pflanzenarten. Also nähern wir uns ihm lieber respektvoll zu Fuß …
Auf der knorrigen Holzbank im Schatten einer alten Weide hat ein älteres Paar Platz genommen. Lieselotte und Horst N. kommen oft hierher und genießen den "Seeblick", der sich auftut. Hier an der Zerbster Straße, direkt unterhalb der letzten Plattenbauten, befindet sich einer der "Einstiege" zur "Hönower Weiherkette", unserem Geheimtipp aus Hellersdorf-Nord. Ein Dutzend kleiner, wie an einer Perlenkette aufgereihter Seen, eingebettet in ein 400.000 Quadratmeter großes Wald- und Wiesenareal, verleiht dem Landschaftsschutzgebiet im äußersten Nordosten Berlins seinen Namen.
Vor der Uferbank putzt sich in aller Ruhe ein Schwan in der Altweibersommer-Sonne. Auf dem Holzgeländer rastet eine Meute von Stockenten und am gegenüberlegenden Seerand landet gerade ein Fischreiher. Da das Ufer an dieser Stelle frei zugänglich ist, kann kam, wenn man will, am "Beerenpfuhl" sogar die Füße eintunken. Aber Baden, Angeln, Bootfahren ist verboten. Zu empfindlich, das Biotop. Ich bleibe noch ein bisschen sitzen und rede mit dem Schwan, nachdem sich Herr und Frau N. verabschiedet und auf ihre übliche Rund-Wanderung begeben haben.
Barrierefrei in den Stadtrand-Dschungel




Ursprünglich gab es hier bloß Trampelpfade. Mit dem zwischen 2000 und 2006 gut ausgebauten Netz von meist barrierefreien Rad- und Wanderwegen ist es nun auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl kein Problem mehr, das Areal zu durchstreifen. Und eine Bank zum Ausruhen ist immer in der Nähe. Holzgeländer und Benjeshecken an vielen Wegrändern bitten jedoch darum, den rechten Pfad nicht zu verlassen. Moorfrosch, Knoblauchkröte, Kammmolch und Rotbauchunke sollen nicht gestört werden.
Artenvielfalt und Natur-Raritäten




Mein Lieblingsteich ist der "Weihenpfuhl". Hier riecht es besonders aromatisch nach feuchtem Moos und Pilzen und ich darf auch bis ans Ufer. Allerdings stöbere ich bei meiner behutsamen Annäherung eine Unzahl sonnenbadender Fröschen auf. Per Kopfsprung verziehen sie sich vergnatzt wieder in den Pfuhl. Innerhalb von fünf Minuten sichte ich in Ufernähe fünf verschiedene Arten von Libellen. Keine Ahnung, wie ihre korrekte lateinische Bezeichnung lautet. Aber die größten schimmern blau-metallisch und messen bestimmt zwölf Zentimeter vom Bug bis zum Heck
Gar nicht weit von hier findet sich übrigens auch ein Baum-Geheimtipp: nahe dem U-Bhf. Hönow, etwas versteckt über einen kurzen Pfad zu erreichen, steht eine alte Steinweichsel mit einem Stammumfang von 1,70 m und einem Kronendurchmesser von 16 Metern. Sie ist das einzige Naturdenkmal ihrer Art in Berlin.
Gefahren für das blau-grüne Refugium




Auf historischen Karten ist die Weiherkette als "Die kühlen Gründe" verzeichnet. Auch heute noch entsteht hier gut angefeuchtete Frischluft als Ausgleich zum trocken-warmen Stadtklima. Aber es droht Gefahr. Viele Pfuhle leiden unter absinkendem Wasserstand. Bereits 1986, als die Großsiedlung Hellersdorf gebaut wurde, setzten sich Naturschützer hartnäckig für den Erhalt dieses wertvollen Gebietes ein. Heute ist das Ökosystem durch eine geplante Verbreiterung der im Norden angrenzenden Landsberger Chaussee / Berliner Straße gefährdet.
Informationen zur Hönower Weiherkette




U 5 Richtung Hönow, U-Bhf. Hellersdorf (vorderer Ausgang in Fahrtrichtung)
7 Minuten Fußweg durch die Hellersdorfer Promenade bis zum Springbrunnen, dann rechts bis zur Zerbster Straße (Fußweg ausgeschildert)#
Weitere Infos im Internet:
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/
www.wikipedia.org










