Lipschitzallee / Gropiusstadt


Zur Wohnsituation
Das Gebiet rund um die Lipschitzallee bis zum Zwickauer Damm umfasst die gesamte südliche Gropiusstadt. Sie liegt im Südosten Neuköllns und ist ein eigener Ortsteil. Drei- bis dreißiggeschossige Gebäude des sozialen Wohnungsbaus der 60er und 70er Jahre prägen das Bild, aufgelockert durch viel Grün. Die Siedlung ist benannt nach dem Architekten Walter Gropius. Drei Ladenzentren, Kitas, Schulen, Gesundheitszentrum, Seniorenhäuser und ein Anschluss an das öffentliche U-Bahnnetz bilden eine gute Infrastruktur. Berlinweit bekannt ist auch das nahe gelegene Einkaufszentrum Gropiuspassagen.
Zur sozialen Situation
Auf den zweiten Blick werden die Probleme der rund 24.000 Bewohner des Präventionsgebietes deutlich: Das Gebiet hat eine Konflikte begünstigende Sozialstruktur mit wachsenden Anteilen an Migranten unterschiedlichster Herkunft, an Sozialhilfeempfängern und Langzeitarbeitslosen. Diesen steht eine vielfach ältere, noch mehrheitlich deutsche Bewohnerschaft gegenüber, deren Wertvorstellungen teilweise nur bedingt mit denen der neu Hinzugezogenen harmonieren. Trotz niedriger Arbeitslosenquote liegt das Jahreseinkommen der Bewohner um ein Viertel unter dem Berliner Durchschnitt. Einer wachsenden Zahl von Jugendlichen fehlen berufliche Perspektiven. Bewohner beklagen zunehmend schmutziger und unsicherer werdende Straßen und Plätze.
Wann wurde QM eingerichtet
Im September 2005 hat das Quartiersmanagementteam mit der Arbeit in Gropiusstadt begonnen. Träger sind S.T.E.R.N. GmbH und FiPP e.V. Das Vorortbüro befindet sich in der Lipschitzallee 36.
Was waren die wichtigsten Aufgaben
- Zusammen leben in guter Nachbarschaft, Förderung von Respekt, Austausch und Miteinander zwischen Alt und Jung und zwischen den Kulturen
- Gute Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche als Standortvorteil der Gropiusstadt; Erziehung, Bildung und soziale Kompetenz fördern zur Erhöhung der Zugangschancen zu Ausbildung und Beschäftigung
- Qualitätvolle Aufenthaltsorte im Grün- und Freiraum für alle Bewohner
- Gesundheitsförderung
- Stärken / Herstellen selbsttragender Strukturen - Vernetzung und Beteiligung von Einrichtungen an der Quartiersentwicklung
Was wurde erreicht?


- seit März 2006: Quartiersbeirat
- 2008: lokale Bildungskonferenz. Daraus hervorgegangen ist ein regionaler Verbund von drei Schulen, einem Jugendclub, einem Abenteuerspielplatz und einer Kita (siehe Netzwerk "Bildungsmeile Wutzkyallee")
- Mai 2009: Eröffnung Nachbarschaftszentrum: DAS waschhaus-café. Die Hilfswerk-Siedlung GmbH stellt die Räume mietfrei zur Verfügung. Der Umbau erfolgte mit Soziale Stadt-Mitteln, ebenso die Anschubfinanzierung.
- seit Januar 2007: Quartierszeitung "walter", erscheint elfmal im Jahr
- Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: Fitnessparcours "Gropiusmeile"; Bolzplatz Eugen-Bolz-Kehre; Neugestaltung der Lipschitzhöfe (2010)
Richtungsweisende Projekte
- "Schule der Eltern" an der Hugo-Heimann-Grundschule: ein vermittelndes Projekt zwischen Schule, Lehrern und Eltern, um die Zusammenarbeit zu verbessern.
- "Ich und die Anderen" - Soziales Training mit Schulklassen; Installation einer Projektwerkstatt für Lehrer der Liebig-Oberschule
- Nachbarschaftsprojekt "Gropiusstädter Gemeindebackofen" - ein Ort des Miteinanders in Zusammenarbeit mit dem Jugend- und Kulturzentrum Wutzkyallee, der Elterninitiative Abenteuerspielplatz an der Bahnschiene e.V., und dem Quartiersmanagement
- Frühförderprogramm "Der kleine Stern": Über Phantasiefiguren rund um den "Kleinen Stern" wird Vorschul- und Grundschulkindern an sechs Einrichtungen mit musikalischen, theatralischen und sprachlichen Mitteln Spaß am Umgang mit Sprache nahegebracht.
- Gropiusmeile: 7 km Fitnesspfad durch die Gropiusstadt! Das Projekt wurde von der degewo initiiert und gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Lipschitzallee / Gropiusstadt, dem Bezirk und fünf weiteren Wohnungsunternehmen aus der Gropiusstadt umgesetzt und mit Mitteln aus dem Programm "Soziale Stadt" finanziert und umgesetzt
- Aufbau einer Bolzplatzliga: Schulen, Jugendeinrichtungen und Sportvereine arbeiten zusammen
- Mediationsausbildung für Gropiusstädter Pädagogen und Pädagoginnen, Elternvertreter und -vertreterinnen, Stadtteilmütter, Polizisten und Polizistinnen und Schaffung einer lokalen Konfliktschlichtergruppe
- Streetworkprojekt "Hofkinder & Co"
Entstandene Netzwerke
- Das "FrauenCafé" und die Eltern-Cafés an zwei Schulen des Gebiets entwickeln sich zu lokalen Familienbildungszentren und bauen im Rahmen des Projekts Elternkompetenzzentrum (KEKS) u.a. ein Netzwerk für Elterngesprächskreise zu Erziehungsfragen an Kitas und Schulen auf.
- Im "Netzwerk Nachhilfe" bauen drei Schulen mit dem Einsatz von Freiwilligen und Kontakten zu Universitäten Strukturen auf, um dauerhaft kostengünstige Nachhilfeangebote im Quartier zu etablieren
- Engagement-Netz Gropiusstadt Aufbau einer Freiwilligenagentur
- Bildungsverbund Gropiusstadt: ins Leben gerufen durch das Wohnungsunternehmen DEGEWO, war finanziert durch ExWost-Mittel (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau), personell unterstützt durch QM
- Bildungsmeile Wutzkyallee: vertiefte Kooperation verschiedener Bildungseinrichtungen (gemeinsame Profil-/ Entwicklungsschwerpunkte, Verbesserung der Übergänge von einer Einrichtung zur nächsten, gemeinsame Elternarbeit, Öffnung ins Quartier)
Fotoimpressionen

















