Zum Hauptmenü
Zum Inhaltsbereich
Logo Quartiersmanagement Berlin

QM Magdeburger Platz - Tiergarten Süd


Blick auf das Quartier
Blick auf das Quartier
Foto: tiergarten-sued.de

Zur Wohnsituation

Mit den Leitbildern "Die Innenstadt als Wohnort" und "Behutsame Stadterneuerung" ausgestattet, erfolgte in den 80er Jahren die Instandsetzung von Altbauten und sozialer Wohnungsneubau auf einem Großteil der bestehenden Brachflächen. Historisch ist das Gebiet geprägt durch Villen im Westen und Mietshäuser im Osten. In den 90er Jahren vollzog sich in Tiergarten-Süd ein rasanter sozialer Abbau. Von 1994 bis 1995 verließen 50 Prozent der Wohnbevölkerung das Gebiet - überwiegend den sozialen Wohnungsbaubestand (Fehlbelegungsabgabe). Die Belegung der freiwerdenden Wohnungen erfolgte mit Sozialhilfeempfängern, Arbeitslosen, Spätaussiedlern und traumatisierten Flüchtlingsfamilien aus Konfliktgebieten des Nahen Ostens und aus dem ehemaligen Jugoslawien. Dies führte zur Destabilisierung. Das Gebiet ist städtebaulich und sozial extrem heterogen - es gibt nicht "einen Kiez", sondern verschieden geprägte "Wohninseln".

Zur sozialen Situation

2008 lebten im QM-Gebiet 8.500 Einwohner. Knapp 57 Prozent der Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Bürger aus der Türkei stellen die größte Ausländergruppe dar, gefolgt von Asiaten und Bürgern der ehemaligen Sowjetunion. Der Anteil der Kinder mit migrantischem Hintergrund an der Gesamtzahl der Kinder in den Kindertagesstätten und Grundschulen liegt bei bis zu 90 Prozent. Insgesamt beziehen knapp 31 Prozent der Bewohner und Bewohnerinnen Transfereinkommen. Zusätzlich zu den Sozialstrukturdaten wirken sich auf das Gebiet negativ aus: Verflechtung mit dem (QM-) Gebiet Schöneberger Norden, Kriminalitätsgefährdung durch die Drogenszene und Prostitution, Transitquartier - fehlender Quartierszusammenhang - fehlende soziale Nachbarschaften.

Übersichtskarte Magdeburger Platz / Tiergarten Süd

Wann wurde QM eingerichtet?

"Ideen Raum geben" - so lautet das Motto des seit 1999 arbeitenden Quartiersmanagements im Gebiet. Träger ist der Stadtteilverein Tiergarten. Es besteht eine enge Kooperation mit dem Quartiersverfahren Bülowstraße / Schöneberger Norden. Das Vorortbüro befindet sich in der Pohlstraße 91.

Was waren die wichtigsten Aufgaben?

Waren es zu Beginn der Quartiersmanagement-Arbeit bauliche Aufgaben im Wohnumfeld-Bereich, ist der übergeordnete Schwerpunkt in fast allen Handlungsfeldern der Aufbau und die Verstetigung von Netzwerken.

Ein bezirksübergreifender Handlungsschwerpunkt ist die Profilierung der Gebiete Tiergarten Süd und Schöneberger Norden als Medienstandort, der durch eine gemeinsame Vereinbarung der Bezirke Mitte und Tempelhof-Schöneberg zur Finanzierung bekräftigt worden ist. Die Förderung von Kultur und Kulturschaffenden, im Sinne der Standortstärkung und Imageaufwertung, ist ein weiterer wichtiger Handlungsschwerpunkt. Hotspot der Kultur- und Medienschaffenden im Zentrum Berlins. Weitere Leitvorstellungen sind: Qualifizierter Bildungsstandort mit aktiver Elternschaft und weltoffenes Quartier mit nachbarschaftlichem Engagement.

Was wurde erreicht?


  •  Aktionsfonds- bzw. QF1-Vergabejury
  • seit Mai 2005: QuartiersRat - Motto "Mehr Mitbestimmung und Verantwortung für den eigenen Kiez in Bürgerhand"
  • seit März 2010: Kinder- und Jugendrat (KiJuRa), analog zum Quartiersrat. Kinder und Jugendliche können sich an Entscheidungen für das Quartier beteiligen
  • seit 1996: Nachbarschaftstreff Pohlstraße
  • 2010 KunstHotSpot Tiergarten Süd: eine Übersichtskarte, die den Weg weist zu Galerien, Museen und Ausstellungsräumen
  • seit 2002: Kiezzeitung "QuartiersBlatt" - erscheint viermal im Jahr
  • Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: Familiengarten Kluckstraße (ein Projekt in Kooperation von FiPP e.V. mit dem Stadtteilverein Tiergarten e.V. (Träger Quartiersmanagement), Quartiersfonds 4; Gestaltung Stadtplatz Pohlstraße sowie Spielplatz, Schulhofaufwertung Fritzlar-Homberg-Schule, Aufwertung der Mensa

Richtungsweisende Projekte

  • Schnittstellen-Projekt beam: Übergang von der Schule in die Berufswelt (seit 2007 angesiedelt beim Jugendberatungshaus compass.mitte)
  • Gewerbeförderung: vom Raummanagement über Informationsforen bis zur Förderung von Imagekampagnen durch schon bestehende Zusammenschlüsse wie IG Potsdamer Straße oder Mediennetzwerk
  • Seit 2002: Magistrale-Kulturnacht - an verschiedenen Orten Ausstellungen, offene Ateliers, Tanz, Theater, Aktionskunst, Filmkonzerte und zahlreiche andere Kulturdarbietungen (2009 gefördert über Kulturamt und ehrenamtliches Engagement)
  • Konfliktlotsen und Kiez-Buddys: speziell ausgebildete Schülerinnen und Schüler vermitteln bei Konflikten im Klassenzimmer
  • Sprachmittlerinnen - Beratung und Unterstützung für Prostituierte
  • seit Mai 2007: "Dialog der Religionsgemeinschaften" - geht auf eine Initiative der beiden QM-Teams Schöneberger Norden und Magdeburger Platz zurück. Die Religionsgemeinschaften vor Ort sollen dafür gewonnen werden, stärkere Verantwortung für das soziale Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen im Kiez zu übernehmen
  • Boxen mit dem Cop: der Präventionsbeauftragte des Polizeiabschnitts 34 der Berliner Polizei trainiert ehrenamtlich mit Schülern
  • Pots-Tandem: Teams aus jeweils einem Gewerbebetrieb und einem Medienunternehmen denken sich Projekte aus und präsentieren sie
  • Kiezfrühling: innerhalb des Projektes "Netzwerke schaffen" - vier Wochen lang Überraschungen im Kiez zum Mitmachen
  • Buchkinder: mehrere Kinder haben ihre eigenen Geschichten erzählt, aufgeschrieben und künstlerische gestaltet. Sie präsentierten ihre Werke sogar auf der Leipziger Buchmesse
  • Potse-Kunstspotting: Kunstführungen in Tiergarten-Süd

Entstandene Netzwerke

  • Lokaler Bildungsverbund:  Sprachvermittlung für Kinder, Vernetzung von Kitas, Schulen, Stadtteilbibliothek sowie Lernhaus und Volkshochschule
  • Mediennetzwerk: 2007 schloss sich das Netzwerk der Medienschaffenden °m-street mit dem Netzwerk der Gewerbetreibenden "IG Potsdamer Straße" zusammen zwecks gemeinsamer Projekte, gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit und Seminare für die Mitglieder

    Fotoimpressionen