QM Marzahn-NordWest



- Ahrensfelder Terrassen
Foto: QM
Zur Wohnsituation
Die Stadtteile im Nordosten Berlins, entstanden Ende der 80er Jahre, waren mit ihren neuen Wohnungen, den vielen Kindereinrichtungen und günstigen Verkehrsverbindungen zu DDR-Zeiten gerade bei jungen Familien sehr begehrt. Der Traum vom eigenen Häuschen oder einer Wohnung in der City ließ nach der Wende jedoch viele Bewohner wegziehen. Leerstand war die Folge, ebenso wie verwaiste Kitas. Sie wurden für Kinder- und Jugendprojekte sowie Nachbarschaftstreffs umgebaut oder auf ihren Flächen Gärten angelegt.
Das Gebiet Marzahn Nord wird im Süden begrenzt vom Seelgraben mit der Wuhle, im Norden und Osten vom Landschaftsraum Barnim und von westlich vom Bezirk Lichtenberg. Das Gebiet ist getrennt durch die Märkische Allee sowie S-Bahn- bzw. Bahntrasse in Marzahn-West und -Nord. Mehr als zwei Drittel der Gebäude sind saniert und bieten modernen Wohnkomfort. Durch umfangreiche Rückbaumaßnahmen innerhalb des "Stadtumbau Ost" entstanden die "Ahrensfelder Terrassen" in mediterranem Flair.
Zur sozialen Situation
Vor allem in der Vergangenheit kam es zu deutlichem Bevölkerungsverlust und schwacher Gebietsbindung der Bewohner mit geringer Wohndauer sowie junger Erwachsener. Marzahn Nord verzeichnete einen hohen Anteil an Transfereinkommensbeziehern. Es wuchsen die Integrationsanforderungen v.a. bei Bewohnern / Familien mit Migrationshintergrund (Aussiedler und vietnamesische Familien). Der Anteil an größeren Familien und Alleinerziehenden nahm zu. Viele Jugendliche waren ohne Arbeit.
Wann wurde QM eingerichtet?
Von Juni 1999 bis Ende 2009 war die QuartiersAgentur Marzahn, Träger UrbanPlan, mit dem Quartiersmanagement betraut. Seit Anfang Januar 2010 ist Kiek in e.V. der neue Träger des Quartiersmanagementverfahrens. Das Vorortbüro befindet sich in der Wörlitzer Straße 3A.
Was waren die wichtigsten Aufgaben?
Verbesserung des Umfeldes, Förderung sozialer und kultureller Angebote für die Bewohner sowie des Zusammenlebens von Alteingesessenen und Zugezogenen. Ebenso wichtige Schwerpunkte sind Vernetzung und Kommunikation sowie Partizipation der Bewohnerschaft.
Was wurde erreicht?


- Seit 1999: Vergabejury für den Aktionsfonds (bzw. Quartiersfonds 1)
- Seit 2006: Quartiersrat
- seit 1999: Freies Forum der Aussiedler
- 2000 bis 2007: Bewohnerbeirat
- 2005: Imagekampagne "marzahn nordwest - der stadtteil mit farbe"
- 2007: Integrationskonferenz - "Miteinander leben - gemeinsam gestalten." Motto des Integrationsplans für Marzahn NordWest
- Seit 2007: Kulturhochhaus Marzahn des Kinderring Berlin e.V. (durch QM einzelne Projektförderung, Personal- und Sachkosten)
- als größtes Projekt des Kulturrings in Berlin e.V. im Marzahner Norden entstand das Berliner Deutsch-Russische Tschechow-Theater (BTT), unterstützt mit Mitteln aus dem Quartiersfonds
- Film "Fremde in der Heimat" von E. Schlegel über junge Aussiedlerinnen und Aussiedler
- Stadtteilzeitung "NordWest" - erscheint achtmal im Jahr
- Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: Gestaltung mit Graffitis am Barnimplatz, von zwei Turnhallen im Kiez sowie die Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Ahrensfelde; Künstler haben mit Jugendlichen im Grünzug am Seelgraben die "Jahrtausendtore" entworfen, gebaut und aufgestellt. Sie symbolisieren Wünsche, Hoffnungen und Träume der jungen Leute; Holzwerkstatt auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes West; eine ehemalige Kita wird als "Haus der Beratung und interkulturellen Kommunikation" genutzt, in der neben einem Schülerklub und einem Stadtteiltreff auch eine sozialpädagogische Beratungsstelle und "AoA", die Beratungsstelle für Aussiedler, eingezogen sind; Charetteverfahren begleitend zum Rückbauprojekt "Schorfheideviertel"; Gestaltung des Seelgraben-, Eiche-, West- und Clara-Zetkin-Parks, Interkultureller Garten, Sportanlage Geraer Ring, Neugestaltung des Schulhofes der Paavo-Nurmi-Grundschule; Gesundheitscontainer - ein Ort der Gesundheitserziehung und außerschulischen Bildung
Richtungsweisende Projekte
- Pension 11. Himmel im Kulturhochhaus Marzahn: wird von Kindern, Jugendlichen und Eltern aus dem Kiez betreut
- Projekt "angeeckt": Künstler haben den Stadtteil für sich entdeckt - seit 2001 ziehen Akteure aus verschiedenen Ländern mit ihren Fotos, Filmen, Installationen und Programmen in leer stehende Wohnungen im Kulturhochhaus ein
- jährliches Fest "Fünf Kontinente zu Gast in Marzahn NordWest"
- integratives Boxzentrum - Jugendliche lernen, wie sie Aggressionen und Frust sportlich kompensieren können
- Seit 2003: Job Gate, getragen vom Quartiersmanagement. Das Team hilft bei der Suche nach Arbeits-, Ausbildungs- und Praktikumsplätzen, bei der Berufsorientierung und Berufswegplanung und vermittelt Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote
- Masterplan Bildung 2006, auf dessen Grundlage als zentrales und innovatives Projekt mit eindeutigem Bildungscharakter das "Zukunftsdiplom" vergeben wird
- Erstellung eines Gewerbe-Stadtplanes(2009)
- "Marzahns Metamorphosen" - Motto der Kiezspaziergänge in den nördlichen Teil von Marzahn-Hellersdorf, immer samstags, veranstaltet und durchgeführt von StattReisen Berlin
- Herausgabe eines "Wanderverführers" (durch den Kinderkeller Marzahn, Projekt im Kulturhochhaus Marzahn)
Entstandene Netzwerke
- Netzwerk Integration (tagt regelmäßig einmal im Monat)
- Kontakt- und Netzwerkstelle bei familiären und nachbarschaftlichen Konfliktsituationen
- Lokales Bildungsnetzwerk: Unter Mitwirkung des QM und dieser Netzwerkrunde entstand der Masterplan Bildung. Dieses Netzwerk ist aufgegangen in die AG Bildung sowie in zwei Fachrunden
- Netzwerkstruktur auf thematischer Ebene: Bildung von sechs AGs
Geheimtipp im Quartier



"Ein Bett im Kornfeld" oder ein Zimmer im englischen Landhausstil verbindet wohl kaum jemand mit Europas größtem zusammenhängenden Plattenbaugebiet und doch kann man es dort genießen: im "11. Himmel", einer Pension in einem Elfgeschosser, die von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern aus dem Kiez betreut wird. Lesen Sie hier mehr....
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