Veranstaltungen
Aktion für Bedürftige und Obdachlose
Kulturhistorische Schnitzeljagd mit Eberhard Elfert
Extra-Vorstellung des Improvisationstheaters
Führung in Berlin Neukölln (Rixdorf) mit Reinhold Steinle
QM Moabit West / Beusselstraße


Zur Wohnsituation
Das QM-Gebiet bildet den westlichen Rand des Bezirkes Mitte (Ortsteil Moabit). Moabit West gleicht einer Wohn-, Gewerbe- und Industrieinsel mitten in Berlin, die aus dem Wohngebiet Huttenkiez, dem Beusselkiez, dem Quartier zwischen Wald- und Oldenburger Straße sowie aus drei Wohnblöcken südlich der Turmstraße besteht. Hier, am westlichen Rand des Bezirks Mitte und umringt von Wasserwegen und Bahntrasse, durchschnitten von stark befahrenen Verkehrsstraßen, in enger Bebauung der Gründerzeit, wohnen rund 20.000 Menschen. Verkehrslärm, Schadstoffe und wenige Freiräume in der dichten Bebauung mindern die Wohnqualität inmitten einer zum Teil überforderten Nachbarschaft. Um dafür Ausgleich zu schaffen, wurden zahlreiche Grünflächen neu gestaltet und neue Freiräume gefunden. Der Umsetzung der Moabiter Bewegungslandschaft kommt vor diesem Hintergrund eine enorme Bedeutung zu. In deren Rahmen werden die verschiedenen neu gestalteten Frei-, Spiel-, und Bewegungsflächen mittels eines Wegesystems miteinander verbunden.
Zur sozialen Situation
Über ein Drittel der Bevölkerung ist nichtdeutscher Herkunft, zusammengesetzt aus zahlreichen Nationen. Viele leben in sozial schwachen Verhältnissen. Ungesunde Wohnverhältnisse aufgrund der hohen Baudichte, der unzureichenden Ausstattung mit attraktiven Freiflächen und durch die teilweise direkte Nachbarschaft zu den Industriearealen prägen das Gebiet. Demzufolge ist die Bevölkerungsfluktuation hoch. Besser verdienende Bevölkerungsschichten wandern ab, sozial benachteiligte Bewohnergruppen ziehen zu. Es treten Nachbarschaftsprobleme auf, aufgrund mangelnder Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den ethnischen Gruppen. Ein Gemeinschaftsgefühl ist kaum vorhanden.
Wann wurde QM eingerichtet?
Seit 1999 ist das Team des Quartiersmanagements tätig. Träger ist die S.T.E.R.N. Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH. Das Vorortbüro befindet sich in der Rostocker Straße 3.
Was waren die wichtigsten Aufgaben
- Verbesserung der (Aus)-Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen, Förderung der Integration, Aktivierung und Beteiligung
- gemeinsam mit Anwohnern, Hauseigentümern, Gewerbetreibenden, Projektgruppen, Initiativen, Moschee- und anderen Vereinen an einer positiven Entwicklung des Stadtviertels arbeiten und zu einer Verbesserung der Nachbarschaft beitragen
- Ziel ist die Beseitigung der städtebaulichen und funktionalen Missstände sowie die Aktivierung von nachbarschaftlichen Kontakten zum Aufbau eines funktionierenden Gemeinwesens. Es sollen gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse geschaffen und gleichzeitig die Funktion als Wohngebiet gestärkt werden
Was wurde erreicht?




- Seit 2001: Quartiersrat
- Seit 2003: Stadtteilplenum - Mit Hilfe einer professionellen Begleitung ist es gelungen, das Gremium nach Auslaufen der Finanzierung aus dem Sanierungsetat als Beteiligungs- und Informationsgremium fortzuführen und weiterzuentwickeln
- Seit Oktober 2002: Nachbarschaftshaus (Träger ist der Moabiter Ratschlag e.V.) – Umbau des ehemaligen Kinder- und Jugendhauses und der Bibliothek
- Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: grundlegende Umgestaltung Schul- und Sportgelände Neues Ufer (BMX, Fußball, Skaten; Kletterfelsen mit Liegewiese); neu gestaltete Uferzone an der Spree; Neugestaltung Schulgarten, Spielplatz Wiebestraße, Freifläche für Jugendliche Berlichingenstraße (Beteiligungsverfahren) , Jugendhaus B8, Spielplatz Reuchlinstraße als Teil der Moabiter Bewegungslandschaft
Richtungsweisende Projekte
- Dialog zwischen den Religionen - das Treffen der Religionsgemeinschaften, ein Zusammenschluss christlicher und muslimischer Gemeinden aus Moabit, hat sich im Jahr 2002 auf Initiative einer freikirchlichen, einer muslimischen und einer evangelischen Gemeinde unter Leitung des QM Moabit West gegründet
- "Goldene Straßenregeln" - für eine friedfertige Nachbarschaft (Benimm-Regeln wie z.Bsp. "Was Dir nicht gehört, das wird auch nicht zerstört", "Mach nicht so einen Krach, sonst werden alle Moabiter wach")
- "Golden Kiez-Girls" - musikalische Interpretation der "Goldenen Straßenregeln"
- Nachbarschaftsmediatoren – entstanden aus dem Kreis einiger engagierter Bewohner und Bewohnerinnen, die eine Ausbildung als Mediator bzw. Mediatorin absolvierten
- zwei Spielplatzbetreuungsprojekte im Rahmen des Quartiersfonds
- Unternehmenskooperationen auf win-win Ebene - Im November 2002 startete im QM-Gebiet und erstmalig in einem Berliner sozialen Brennpunkt ein Pilotprojekt, um Einrichtungen aus den Bereichen Soziales und Bildung mit der Wirtschaft zusammenzubringen. 2003 wurde die erste Kooperation zwischen dem Siemens Gasturbinenwerk und dem Projekt Huttenkids der Diakoniegemeinschaft Bethania geschlossen
- "MüFüMü": Mütter agieren als Multiplikatoren und ermöglichen bzw. erleichtern den Zugang zur Migrantenbevölkerung
- "NUTZbar": Das Projekt unterstützt Menschen mit wenig Einkommen und geringen Deutschkenntnissen bei der Suche nach nützlichen Gebrauchtwaren und allgemein bei der Abfallreduzierung. Im Juli 2008 wurde das NUTZbar-Projekt mit dem Umweltpreis 2008 von Berlin-Mitte ausgezeichnet
- Die "Lange Nacht des Buches": Die Agentur StadtMuster arbeitet gemeinsam mit dem QM daran, die Kooperation der verschiedenen Vor-Ort-Akteure zu organisieren und zu intensivieren, als auch die Öffentlichkeit zu informieren und zu werben
- Inselglück – Moabiter Kulturtage: "Inselglück" soll zu einer stärkeren Vernetzung der lokal agierenden Kunstschaffenden beitragen und neue kulturelle Kooperationen fördern
- "Moabiter Lichterglanz" - Gewerbetreibende bringen ihre Geschäfte zum Leuchten, die Bewohner wählen die schönsten
- "Hall of Fame" - Porträts von Ehrenamtlichen auf dem Kiezportal
Entstandene Netzwerke
- Quadratkilometer Bildung: Netzwerk aus Schulen, Kitas und anderen Bildungsakteuren zur Förderung einer "barrierefreien" Lernkultur
- Kita-Netzwerk
- Institutionalisierung des Treffens der Religionsgemeinschaften durch die Gründung des Vereins "ZiD - Zentrum für interreligiösen Dialog e.V."
- "MüFüMü", in welchem Mütter als Multiplikatoren agieren und Zugang zur Migrantenbevölkerung ermöglichen bzw. erleichtern - wurde im Frühjahr 2007 im Rahmen des Bundeswettbewerbs "start social" als Bundessieger gekürt und erhielt im Dezember 2007 zusammen mit dem Projekt "Brücke" den Integrationspreis des Bezirks Mitte; 2009 belegte das Projekt den dritten Platz beim "Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz"
Die Stadtteilplenen




Fotoimpressionen






















