Moabiter Stadtteilplenum im Juni



- Tagesordnung und Themensammlung für zukünftige Sitzungen
Foto: G. Backhaus
Gewerbe und Wirtschaft in Moabit: Die Markthalle, die in diesem Jahr wiederbelebt werden soll, und das "Aktive Zentrum Turmstraße" standen im Mittelpunkt des Stadtteilplenums im Juni.
Projektvorstellung
Die Agentur Stadtmuster stellte zunächst die QM-geförderten Projekte "Moabiter Ladenfrühling" und "Standortmarketing" vor, die der Aufwertung des Quartiers als Wohn- und Gewerbestandort dienen sollen. 18 interessierte Ladeninhaber lassen sich von der Agentur beraten. Sie bekommen Blumenkübel, die sie vor ihr Geschäft stellen können, samt Erde und Saatgut. Außerdem werden sie bei ihrer Schaufensterdekoration beraten, und es gibt Workshop-Angebote. Zudem wird ein Wettbewerb veranstaltet, bei dem das "schönste Schaufenster" gekürt werden soll.
Beim Projekt "Standortmarketing" werden rund 80 leer stehende Läden erfasst, der Moabiter Immobilienmarkt wird untersucht, zu Eigentümern wird Kontakt aufgenommen und es wird eine Gewerberaumbörse im Internet installiert. Eine Zwischenbilanz zeigt jedoch die Schwierigkeiten auf. Das liege einerseits an vergleichsweise hohen Mieten, andererseits an mangelnder Kooperationsbereitschaft vieler Hausbesitzer, so die Agentur Stadtmuster. Bei interessierten Mietern dagegen sei Moabit als Gewerbestandort "noch nicht in den Köpfen angekommen". Die Agentur Stadtmuster will dem u.a. mit Plakaten an Litfasssäulen, durch eine Postkartenaktion sowie mit Sprüchen auf "Ortsschildern" wie "Moabit - Ort für Querdenker" abhelfen.
Der Umbau der Arminius-Markthalle
Der Umbau wird zum Großteil mit Mitteln des Investors Zunft AG erfolgen. Bei der Neugestaltung soll die bestehende Trägerstruktur aufgegriffen werden und der Fußboden erhalten bleiben. Geplant ist der Abriss der alten Stände. Die neuen, individuell gestalteten Stände sollen am Abend durch Würfel aus Glas geschützt werden. Essen und Trinken, dabei vor allem die Präsentation von Weinen verschiedener Weingüter, sollen Hauptaspekte der zukünftigen Markthalle sein. Neben Anwohnern und Anwohnerinnen sind als Zielgruppe besonders die Moabit-Zuzügler und -Besucher im Alter von Mitte 30 begehrt.
Aktives Zentrum Turmstraße
Gisbert Preuß von der KoSP GmbH (Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement) und zuständig für die Prozesssteuerung, berichtete über die geplante Gestaltung des Gebietes rund um Turm- und Huttenstraße in den nächsten acht Jahren. Auf der Tagesordnung stünden zum Beispiel die Markierung von Radstreifen auf der Turmstraße und bauliche Maßnahmen an Heilandskirche und dem Gebäudekomplex Turmstraße 75, in dem u.a. die Volkshochschule und der Kunstverein Tiergarten ihren Sitz haben.
Entscheidend sei, ob das Quartier rund um die Turmstraße im Herbst zum Sanierungsgebiet erklärt wird, denn dann stünden erheblich mehr Gelder zur Verfügung. In diesem Fall soll eine Stadtteilzeitung, die kostenlos an alle Haushalte verteilt wird, über die Geschehnisse im Sanierungsgebiet informieren.
Geprüft wird beispielsweise die Möglichkeit, eine Straßenbahnlinie durch die Turmstraße zu führen. Dazu hat Berlin eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben, deren Ergebnis in zwei Jahren erwartet wird. Die Ergebnisse eines Wettbewerbs zur landschaftlichen Gestaltung des Kleinen Tiergartens werden Anfang Juli präsentiert.
Weitere Informationen erhalten Sie auf dem Quartiersportal.





