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Das Quartiersmanagement und seine Ergebnisse


Kinder des Quartiers Falkplatz
Kinder des Quartiers Falkplatz
Foto: Mario Rieger

Bis Ende 2005 war ein Quartiersmanagement-Team der S.T.E.R.N. GmbH damit beauftragt, gemeinsam mit Bewohnern, Gewerbetreibenden, Schule und Kindereinrichtungen, Vereinen und Initiativen die Wohn- und Lebensqualität im Gebiet zu steigern und damit das Gebiet sozial zu stabilisieren.

Durch vielfältige Formen der Bürgerbeteiligung wie Projektbörsen, Befragungen, themen- und projektbezogene Arbeitsgruppen und Veranstaltungen und vor allem durch die beiden Bewohnergremien, die über die Mittelvergabe mitbestimmten - die Jury für den Quartiersfonds und der Anwohnerbeirat für dem Aktionsfonds - konnten die Netzwerke gestärkt und die Handlungsschwerpunkte für die Quartiersentwicklung entwickelt werden. Dabei hatten die Verbesserung des Wohnumfeldes, die Qualifizierung der sozialen wie auch kulturellen Infrastruktur und die Nachbarschaftsprojekte Priorität.

Auf der S-Bahn-Brücke
Auf der S-Bahn-Brücke
Foto: Brian John Morrow

Einige hundert kleinere und größere Projekte wurden auf den Weg gebracht. Dafür konnten Mittel aus dem Programm "Soziale Stadt" in Höhe von fast 6 Mio. € gebunden werden, hinzu kommen Gelder aus anderen Förderprogrammen, des Bezirks und private Investitionen. Nicht zuletzt ist das ehrenamtliche Engagement von vielen Menschen zu nennen.

Das Quartier hat sich in den letzten sechs Jahren positiv verändert. Der sichtbare Verfall instandsetzungsbedürftiger Wohnhäuser hat stark abgenommen, durch die Investitionen der Hauseigentümer sind zeitgemäße Wohnstandards geschaffen worden. Der ehemalige Grenzstreifen wurde durch die Erweiterung des Mauerparks nördlich des Gleimtunnels und den Ausbau der Schwedter Straße als Fahrradstraße qualitativ aufgewertet. Der 1. Bauabschnitt des Mauerparks wurde durch Bouleplatz, Hundespielplatz und Bäume ergänzt.

Kletteranlage
Kletteranlage
Foto: Monika Taeger

Die Kletteranlage "Schwedter Nordwand" entstand auf Anwohnerinitiative über den Quartiersfonds. Mehrere Spielplätze wurden neu angelegt oder mit neuen Spielgeräten ausgestattet. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, Schulwegsicherung, Förderung des Fahrradverkehrs und verstärkten Pflege der Grünanlagen wurden durchgeführt. Zu den nachhaltigen Projekten gehört auch die Neugestaltung des Schulhofes der 11. Grundschule zum teilöffentlichen Spiel- und Sporthof. Der Wasserdrachen und die von Schülern und Künstlern gestalteten Fabelwesen sind neben dem Ballspielfeld ein Anziehungspunkt für Familien mit Kindern und für Jugendliche.

Die Kita "Gleimstrolche"
Die Kita "Gleimstrolche"
Foto: Kita Gleimstrolche

Im Bildungsbereich standen neben der Aufwertung der Freiflächen und baulichen Qualifizierungsmaßnahmen insbesondere der Aufbau von Kooperationen und die Unterstützung der pädagogischen Arbeit im Mittelpunkt: genannt seien hier Theaterprojekte und Gesundheitstage an der Schule, die Schulstation oder die Ausbildung von Schülern zu Konfliktlotsen. Der Umbau der ehemaligen Telefonschaltzentrale des Umspannwerks Humboldt zum Jugendhaus bzw. Jugendmedienclub SO 69 und die die Kita "Gleimstrolche" qualifizierende Umgestaltung des Plattenbaus sind die größten Projekte zur nachhaltigen Verbesserung der sozialen Infrastruktur.

Postkarte "Club Real"
Postkarte "Club Real"
Foto: Club Real

Auch im kulturellen Bereich hat eine Belebung des Kiezes stattgefunden. Die Galerie Lichtschliff und das Haus der Sinne haben sich von Fördergeldern unabhängig gemacht. Das Kiezfest in der Rhinower Straße ist neben vielen kleineren und größeren Events wie der Wintersportolympiade der Stofftiere und den verschiedenen Theaterprojekten der jährliche Höhepunkt.

Inzwischen ist im Gebiet eine positive demografische Entwicklung zu verzeichnen. Die Bevölkerungszahl ist seit 1999 um gut 8% auf heute rund 9.300 Einwohner gestiegen. Das Gleimviertel ist ein junges Wohngebiet, die Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren macht fast die Hälfte der Anwohner aus – und auch die Zahl der Kinder unter 6 weist eine steigende Tendenz auf. Der hohe Anteil an kleinen Wohnungen (71 % der Wohnungen haben 1 und 2 Zimmer) bleibt aber für die Struktur der Wohnbevölkerung prägend.

Spielplatz im Quartier Falkplatz
Spielplatz im Quartier Falkplatz
Foto: Bernd Wähner

Nach Beendigung des Quartiersmanagements Ende 2005 wird es nunmehr Aufgabe des Bezirks sein, die erreichten Standards zu sichern und weiterzuentwickeln, die Aktivitäten der Vereine und Netzwerke zu unterstützen und die Bewohner weiterhin am Prozess der Quartiersentwicklung zu beteiligen. Im Gebiet Falkplatz spielt aber vor allem der Aufbau bewohnergetragener Strukturen die entscheidende Rolle.

Text: QM