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QM Richardplatz-Süd: Guten Tag - Merhaba - Witamy!


Böhmischer Platz.
Neugestaltung des Böhmischen Platzes.

Zur Wohnsituation

Das Quartiersgebiet Richardplatz Süd ist ein Ort, an dem die Spuren der früheren Einwanderung durch Böhmen und der neueren Einwanderung durch Arbeitsmigranten, Flüchtlinge und Zugereiste zusammenkommen und sichtbar werden. Das Quartier mit seinen ca. 11.000 Bewohnerinnen und Bewohnern wird im Osten durch die Sonnenallee, im Süden durch die Saalestraße, im Westen durch die Karl-Marx-Straße und im Norden durch den Richardplatz begrenzt. Es ist überwiegend durch eine dichte Wohnbebauung aus der Gründerzeit geprägt und mit kleineren Gewerbehöfen durchsetzt.

Auffallend ist das geringe Angebot an öffentlichen Grün- und Freiflächen. Die Bewohnerschaft besteht zu einem großen Anteil aus Familien mit Migrationshintergrund.

Zur sozialen Situation

Armut, Sprach- und Bildungsdefizite sind sehr ausgeprägt. Mit diesen Defiziten gehen unter anderem auch kulturelle Ausgrenzungen der ethnischen Gruppen einher. Sichtbar war der Gewerbeleerstand. Die vielfältigen Probleme im Quartier waren Grund genug, es im Jahr 2005 als Quartiersmanagementgebiet der Kategorie I festzulegen.

Die Handlungsschwerpunkte lagen zu Beginn der Arbeit des Quartiersmanagements in der Aufwertung des öffentlichen Raumes und - auch aktuell - in der Stärkung der sozialen Infrastruktureinrichtungen. Höchste Priorität erhält nach wie vor die präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Bildungseinrichtungen und die Einbeziehung der Eltern, insbesondere der Eltern mit Migrationshintergrund.

Die direkte Beteiligung der Bewohnerschaft, die Übernahme von Eigenverantwortung sowie die Stärkung des sozialen Miteinanders spielen, vor allem in den Projekten, eine zentrale Rolle. Seit der Gebietsfestlegung im Juli 2005 wurden bis 2011 rund 2.945.000 Euro Projektmittel bewilligt (ca. 2.595.000 Euro für soziokulturelle Maßnahmen und ca. 350.000 Euro für investive Maßnahmen). Weitere 400.000 Euro kamen dem Quartier über den Quartiersfonds IV zugute.

Auswahl realisierter Projekte

Um den Kiez für alle Bevölkerungsgruppen lebenswerter zu machen, wurde in den vergangenen Jahren eine Vielzahl größerer und kleinerer Projekte gefördert. Dabei lagen die Schwerpunkte in der Stärkung des Sozialgefüges, der Verbesserung von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und der Förderung der Integration.

Da im Quartier insbesondere Angebote für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre fehlten und auf dem offenen Schulhof der Löwenzahnschule erhebliche Vandalismusschäden beklagt wurden, wurde im Jahr 2006 ein Kindertreff aufgebaut sowie im Quartier eine alte Scheune zu einem Jugend- und Gemeinschaftstreff umgestaltet. Die Baumaßnahmen und die seitdem an beiden Orten entwickelten Freizeitangebote wurden und werden u.a. über das Quartiersmanagement gefördert.

Die 3 Schulen des Quartiers werden durch verschiedene Projekte gestärkt und in ihrer Profilentwicklung unterstützt. Zahlreiche Kurse und Angebote – auch im Nachmittagsbereich der Schulen – stärken die sozialen Kompetenzen der Schülerschaft. Gewaltpräventive Trainings an allen Schulen fördern das gewaltfreie Zusammenleben. Um auch die Eltern stärker in den Schulalltag einzubinden, wurde an einer Schule ein Eltern-Café eingerichtet.

Zur Unterstützung der lokalen Ökonomie wird eine Gewerberunde angeboten. Hier werden gemeinsame Aktionen entwickelt und umgesetzt.

Um die Integration Arbeit suchender Migrantinnen im Stadtteil zu fördern, wurde 2007 ein Nähstudio aufgebaut. In Sprach- und Nähkursen entwickeln Bewohnerinnen ihre Fähigkeiten und erledigen Auftragsarbeiten für soziale Einrichtungen. Seit 2008 ist eine betreute Werkstatt für Kiezbewohner an das Nähstudio angeschlossen. Dort können Werkzeuge ausgeliehen und handwerkliche Kurse besucht werden.

Frauen und Schülerinnen mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund, die selbst im Quartier aufgewachsen sind, bieten Stadtteilführungen an. So bringen sie den Gästen ihre ganz persönlichen Orte im Quartier näher.

Über aktuelle Projekte, Themen und Entwicklungen im Kiez berichtet die Quartierszeitung „Richard“, die 10 x im Jahr erscheint und von einer ehrenamtlichen Kiezredaktion unterstützt wird. Die Zeitung wird an alle Haushalte im Gebiet verteilt. Zusätzlich können sich die Bewohner auf der Webseite des QM sowie durch den 3-wöchentlich erscheinenden Newsletter informieren.

Übersichtskarte Richardplatz Süd

Statistik:

Gefördert seit 2005
Fläche: 44,70 ha
Einwohner: 11.882
Ausländeranteil: 35,1 %
Bewohner mit Migrationshintergrund: 52,8 %

(Stand: 21. Mai 2012)

Wann wurde QM eingerichtet?

Die vielfältigen Probleme im Quartier waren Grund genug, es im Jahr 2005 als Quartiersmanagementgebiet der Kategorie I festzulegen. Träger ist die BSG Brandenburgische Stadterneuerung. Das Vor-Ort-Büro befindet sich in der Böhmische Straße 9.

Was waren die wichtigsten Aufgaben?

Die Handlungsschwerpunkte lagen zu Beginn der Arbeit des Quartiersmanagements in der baulichen Aufwertung des öffentlichen Raumes und - auch aktuell - in der Stärkung der sozialen Infrastruktur. Höchste Priorität erhält nach wie vor die präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an den Bildungseinrichtungen und die Einbeziehung der Eltern, insbesondere derer mit Migrationshintergrund. Die direkte Beteiligung der Bewohnerschaft, die Übernahme von Eigenverantwortung sowie die Stärkung des sozialen Miteinanders spielen bei der gesamten Quartiersmanagementarbeit v. a. in den Projekten eine zentrale Rolle.

Was wurde erreicht?


  • seit Juli 2005 wurden bis 2009 rund 2,2 Millionen Euro Projektmittel eingesetzt (davon ca. 1,85 Mio. Euro für soziokulturelle Maßnahmen und ca. 350.000 Euro für investive Maßnahmen). Weitere 200.000 Euro für bauliche Zwecke kommen dem Quartier über den Quartiersfonds 4 zugute
  • Januar 2008: Stadtteilversammlung mit über 100 Besuchern. Viele der im Open-Space-Verfahren eingereichten Vorschläge der Bewohner und Akteure flossen in die Arbeit des Quartiersmanagements ein
  • Februar 2008: erste Quartiersratssitzung. Mehr als die Hälfte der Bewohnervertreter haben einen Migrationshintergrund
  • seit 2006: Kiezzeitung "Richard", erscheint monatlich
  • Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: Aufbau eines Kindertreffs (2006); Umgestaltung einer alten Scheune zu einem Jugend- und Gemeinschaftstreff; Umgestaltung des Hofes der Adolf-Reichwein-Schule (QF-4-Mittel; Umgestaltung des Böhmischen Platzes

Richtungsweisende Projekte

  • "Gewerbeleerstand als Ressource" Die zwischen|nutzungs|agentur bringt Eigentümer und Interessenten leer stehender Läden zusammen; seit Ende 2009 Biwaq-Projekt (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier)
  • "Aufsuchende Beratung von Unternehmen". Die mpr Unternehmensberatung hält Sprechstunden ab und vernetzt Gewerbetreibende.
  • "Steinles Gewerbetouren" - Dieter Jäger alias "Reinhold Steinle" führt durch den Kiez
  • Nähstudio  und Rixdorfer Kiezwerkstatt": Arbeitslose Frauen insbesondere mit Migrationshintergrund lernen Nähen, Schneidern und die deutsche Sprache. Es wird eine Zertifizierung angestrebt. Die angeschlossene Werkstatt stellt Werkzeuge für Kiezbewohner bereit und bietet Handwerkskurse an
  •  "Ich bin mein Kiez": Über kreatives Puppentheaterspiel erfahren Vorschulkinder an großen und kleinen Kitas im Quartier wie man besser miteinander reden und Gewalt vermeiden kann
  • "Gesundheitscafé  OASE an der Richard-Grundschule": Aufklärung über gesundheitsrelevante Themen und durch regelmäßige Bewegungsangebote
  • "Stadtteilführung und Identitätsstärkung": Ausbildung von Jugendlichen und Frauen zu Stadtteilführern und -führerinnen ("Route44"), kindgerechte Präsentation des örtlichen Heimatmuseums für die Grundschüler des Quartiers   

Entstandene Netzwerke

Fotoimpressionen


  • Jugendliche verleihen selbst gebaute Bühne

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