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HERE COMES THE SUN
TIER ART - Tierische Pop-Art von Angelika Dufft
Einladung Stadtteilvertretung Müllerstraße am 09. September
QM Soldiner Straße / Wollankstraße


Zur Wohnsituation
Das Quartiersgebiet wird von der Osloer, Grüntaler und Drontheimer Straße / Provinzstraße sowie im Norden von einer S-Bahn-Trasse und Kleingartenanlagen begrenzt. Der Panke- Grünzug durchzieht das Areal nördlich der Osloer Straße und hat touristisches Potenzial. Die Besiedlung geht auf einen historischen Siedlungskern namens "Colonie hinter dem Gesundbrunnen" (gegründet 1782) zurück. Das heutige Straßenbild ist sowohl von Gebäuden der Gründerzeit als auch Neubauten aus den 1970er und 1980er Jahren geprägt.
Baulich auffallend sind u.a. die Stephanuskirche, deren 80 Meter hoher Glockenturm den Kiez überragt, sowie das in den 1920ern gebaute ehemalige Umspannwerk, das am Verkehrsknotenpunkt Prinzenallee / Osloer Straße den Zugang zum Kiez markiert. Bis 2007 war ein Teil des Quartiers auch Sanierungsgebiet.
Zur sozialen Situation
Etwa 15.750 Menschen leben im Quartier. Der Soldiner Kiez hat eine vergleichsweise junge Bewohnerschaft, seine soziale Struktur ist nach wie vor durch hohe Arbeitslosigkeit, vor allem unter den Jugendlichen, und einen großen Anteil an Transferleistungsempfänger /-empfängerinnen geprägt. Schwerwiegend ist vor allem die hohe Kinderarmut. Etwa 60 Prozent der Bewohner und Bewohnerinnen haben einen migrantischen Hintergrund, der größte Teil stammt aus der Türkei, gefolgt von Zuwanderern bzw. Zuwanderinnen aus dem ehemaligen Jugoslawien, Polen und aus arabischen Ländern. Viele Kinder wachsen in Familien auf, in denen zu Hause kaum deutsch gesprochen wird.
Das Gebiet verfügt über stabile nachbarschaftliche Strukturen, was auch darauf zurückzuführen ist, dass die von außen festgelegten Gebietsgrenzen mit denen von den Bewohnern gezogenen übereinstimmen. Dennoch ist vor allem bei Familien mit Kindern unter sechs Jahre weiterhin eine hohe Abwanderung zu beobachten.
Wann wurde QM eingerichtet?
Das Quartiersmanagement Soldiner Straße arbeitet seit 1999 im Kiez und war das damals erste durch das Programm "Soziale Stadt" unterstützte Gebiet in Berlin. Träger ist die L.I.S.T. GmbH Lösungen im Stadtteil – Stadtentwicklungsgesellschaft. Das Vorortbüro befindet sich in der Koloniestraße 129.
Was waren die wichtigsten Aufgaben?
Zu Beginn der Arbeit des Quartiersmanagements lagen die Schwerpunkte auf Baumaßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes, Sprachförderung, Unterstützung und Vernetzung der Bildungseinrichtungen sowie der Förderung der Stadtteilkultur. Im Rahmen der Aktivierung von Bewohnern und Bewohnerinnen wurden aufgrund der hohen Dichte an Moscheevereinen entsprechende Kontakte aufgebaut. Mit dem 1984 gegründeten Stadtteilzentrum Fabrik Osloer Straße stand dem QM von Anfang an ein Partner zur Seite, der bereits eine Vielzahl von Angeboten für die Nachbarschaft umsetzte. Mittlerweile liegt der Schwerpunkt in fast allen Handlungsfeldern bei Aufbau und Begleitung von Netzwerken.
Was wurde erreicht?


- Aktionsfondsjury bzw. Vergabebeirat
- seit 2005: Quartiersrat
- Finanzierung von diversen Projekten im Nachbarschaftshaus Prinzenallee
- Sprachkonferenz: Die Grundlagen für die Umsetzung von Sprachförderkonzepten im Gebiet wurden auf der durch QM und Bezirksamt Mitte im Jahr 2002 initiierten Sprachkonferenz gelegt.
- Seit 2002: Kiezläufer bzw. -läuferinnen
- Imagekampagne: Sie wurde maßgeblich von Mitgliedern des Quartiersrates mitentwickelt. In diesem Zusammenhang ist u.a. ein Imagefilm über den Soldiner Kiez in Zusammenarbeit mit dem Oberstufenzentrum für Kommunikations-, Informations- und Medientechnik (OSZ KIM) entstanden.
- 2005: Veröffentlichung eines Buches "In den Straßen des Soldiner Kiezes"
- 2010: Herausgabe eines Kiezplanes
- das Quartier bei Twitter und Facebook (Blog, soziales Netzwerk, Kurznachrichten)
- Kiezzeitung "Schritt für Schritt", erscheint viermal jährlich
- Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: Entwicklung eines Verkehrskonzeptes gemeinsam mit Anwohnern und Experten zur Beruhigung der Koloniestraße mit teilweiser Ausweisung als Spielstraße; Umgestaltung des Fordoner Platzes; Umgestaltung von Wegen und des Ufergebietes entlang der Panke; Umbau Grüntaler Promenade; Neubau der Spielplätze, wie z.B. eines Spielplatzes mit dem Motto "Reise nach Stettin"; Beleuchtung der Durchwegung Drontheimer / Koloniestraße; Ausbau von Seminar- und Büroräumen der NachbarschaftsEtage in der Fabrik Osloer Straße aus Mitteln des Quartiersfonds 4
Richtungsweisende Projekte
- Ausbildung von Stadteilmediatoren / - mediatorinnen: Im Jahr 2003 wurden 36 Bürger und Bürgerinnen in der Schlichtung von Nachbarschaftskonflikten ausgebildet
- Integrationslotsinnen: Angesiedelt in der NachbarschaftsEtage helfen Frauen mit türkischem, arabischem, serbischem und deutschem Hintergrund Migrantinnen dabei, sich besser im deutschen System zurechtzufinden. Das auf diesem Ansatz aufbauende durch das BA Mitte geförderte Lotsenprojekt "Die Brücke" gibt es mittlerweile an mehreren Standorten in Berlin-Mitte.
- "Anstalt Wedding" (bis 2009) - Die erste Galerie in Berlin-Mitte, die von Jugendlichen geführt wurde. Die "Anstalt", als Teil des Netzwerks "Kolonie Wedding", verstand sich als temporärer Projektraum von und für Jugendliche, die sich kreativ und künstlerisch betätigten.
- "SPRINT - Sprache und Integration": Jugendliche entwickeln über Hausaufgabenhilfe durch Lehramtstudierende ihre Fach- und Schriftsprache weiter
- "Tu was für das Grün im Kiez": Die Grünkampagne macht mit verschiedenen Aktivitäten und Angeboten auf das Grün im Kiez aufmerksam
- Tandemprojekt "TAzE":des AWO Kreisverband Mitte e.V. und dem Haci Bayram Moschee e.V. zur Elternbildung und Stärkung der Erziehungskompetenz
- Kinderjury: Ist eine Plattform für Kinder. Sie haben bspw. Kinderfreundlichkeitsprüfungen im Kiez vorgenommen, Gelder im Quaritersrat für die Aufwertung von Spiel- und Grünflächen beantragt und verplant und den Weltspieltag mitorganisiert. 2008 erhielten sie den Deutschen Kinderpreis
- Unternehmenskooperation auf win-win-Ebene
Entstandene Netzwerke
- "Lernnetz Deutsch": In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Berlin-Mitte und der NachbarschaftsEtage Fabrik Osloer Straße werden Deutschkurse in unterschiedlichen Einrichtungen im Gebiet angeboten.
- "Kolonie Wedding": Zusammenschluss von Kunstprojekträumen im Gebiet, 2001 mit Unterstützung von QM und der Wohnungsbaugesellschaft Degewo entstanden, auch um dem Ladenleerstand zu begegnen. Am jeweils letzten Wochenend im Monat laden die Projekträume gemeinsam zu Ausstellungseröffnungen ein.
- Kulturwirtschaftliches Gründerzentrum Christiania: Seit Mai 2005 beherbergt das ehemalige Umspannwerk der Vattenfall GmbH (ehemals Bewag) an der Osloer Straße / Ecke Prinzenallee kreative Freiberufler und -beruflerinnen aus verschiedenen Branchen. Das Modellprojekt wurde vom Quartiersmanagement Soldiner Straße, dem Bezirk Mitte, der Kolonie Wedding, dem Atelierbüro des BBK und dem Förderband e.V. initiiert.
- Made by Soldiner Kiez: Entwicklung der Marke zur Bezeichnung eines Netzwerkes von Gewerbetreibenden und Freiberuflern im Gebiet
- Verein Soldiner Kiez e.V. Als "Kiez im Umbruch" betrachten die Mitglieder ihren Stadtteil. Der Verein ist 2002 aus der Bürgerjury hervorgegangen. Eines der Anliegen des Soldiner Kiez e.V. ist die Verbesserung des Kiez-Images. Der Verein hat Postkarten, Plakate und Broschüren herausgegeben, wie zum Beispiel den Branchenführer "Informationen rund um den Soldiner Kiez", in dem die ansässigen Geschäfte und Projekte publik gemacht werden. 2005 wurde außerdem eine Partnerschaft mit dem Bürgerverein in Mysliborz in Polen (ehemals Soldin) geschlossen.
- Soldiner Bildungssalon – Viermal im Jahr laden die Leitungen der Willhelm-Hauff-Grundschule, des Labyrinth Kindermuseum, der Bibliothek am Luisenbad, des QM und eine Vertreterin der Paul-Freire-Gesellschaft zum Nachdenken über Bildungsthemen im Soldiner Kiez ein
- Bildungsverbund – eine Kooperation der Wilhelm-Hauff-Grundschule mit vier Kitas, der Bibliothek am Luisenbad und dem QM zur Erhöhung der Chancengleichheit für Kinder aus dem Soldiner Kiez
10 Jahre Quartiersmanagement...


...ein Interview mit Stadtplanerin Kerstin Rietz und Islamwissenschaftler Reinhard Fischer
Eine Bilanz für zehn Jahre Quartiersmanagement-Arbeit im Soldiner Kiez: Das Forum Soldiner Kiez lud Ende Februar 2010 zur Diskussionsrunde ein. Diskutiert wurde u.a. die Themen Verstetigung und Mittelvergabe über bzw. an Quartiersräte.
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