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- Dirk Lamprecht, Martin Reekmann, Moderatorin Susanne Torka und Susanne Schäfer (von links nach rechts)
Foto: G. Backhaus
Das Stadtteilplenum Moabit West beschäftigte sich im September mit dem Spielhallenboom im Bezirk. Weiteres Thema war u.a. der aktuelle Stand zum geplanten Großmarkt an der Siemensstraße.
Viele Anwohner in Moabit verstehen nicht, warum ausgerechnet vor ihrer Nase die Spielhallen wie Pilze aus dem Boden schießen. Steigt die Kriminalität in diesen Etablissements und in ihrem Umfeld? Ist da Geldwäsche im Spiel? Werden Polizei und Bezirksamt aktiv? Was kann man als Bewohner gegen die Ausbreitung von Spielhallen tun? Diese und andere Fragen sollten auf dem Stadtteilplenum im September geklärt, und Meinungen zum Thema Spielhallen-Boom in Moabit diskutiert werden.
Mehrere Fachleute waren ins Plenum eingeladen worden, um zum Thema Auskunft zu geben: Susanne Schäfer vom "Präventionsprojekt Glücksspiel" des Vereins pad e.V., Dirk Lamprecht von der Automaten-Wirtschaftsverbände-Info GmbH (AWI) und Martin Reeckmann, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes privater Spielbanken in Deutschland.
Die Suchtgefahr
Susanne Schäfer gab einen Überblick darüber, wo die Suchtgefahren liegen, wie viele Menschen davon betroffen sind, und was ihr Projekt an Präventionsarbeit leistet. Seit 2006 habe sich die Anzahl der Geldspielautomaten in Berlin verdoppelt. Schwerpunkt ihrer Arbeit sei im Moment die Kampagne "Der Automat gewinnt immer", durch die sie und ihr Team Jugendliche und Eltern erreichen möchten, um über die Gefahren des Glücksspiels aufzuklären.
Fehlende Kontrolle
Dirk Lamprecht, bis 2006 Bezirksstadtrat für Wirtschaft und Immobilien in Mitte und jetzt Vertreter der Automatenindustrie, prangerte ein großes Kontrolldefizit seitens des Staates an. Laut LKA gäbe es offiziell derzeit 392 Spielhallen in Berlin, aber rund 800 weitere Orte mit illegalem Glücksspiel. Diese seien das eigentliche Problem und natürlich eine große Konkurrenz zu den angemeldeten legalen Etablissements.
Was kann man tun
Die anschließende Diskussion innerhalb des Plenums brachte vielen Gästen keine große Befriedigung. Im Endeffekt wurde festgestellt, dass man als Anwohner einerseits Spielotheken in Moabit dulden müsse, da der Kiez eben kein reines Wohngebiet sei. Andererseits könne man den Spielhallen, die jedem ab 18 Jahre öffentlich zugänglich sind, selbst auf den Zahn fühlen, also die Größe und Automatenzahl ins Verhältnis setzen und bei Unstimmigkeiten das Ordnungsamt rufen. Moderatorin Susanne Torka schlug einen Kiezspaziergang durch die Moabiter Spielhallen vor. Beatrice Pfitzner vom QM Moabit West regte ein Treffen im QM-Büro am 8. Oktober an.
Fazit
Verantwortliche Vertreter vom Bezirksamt sollten den interessierten und / oder besorgten Moabitern zu diesem Thema Auskunft geben, denn letztendlich liegt es wohl in ihrer Hand. Es mangelt - in Anbetracht von kooperativen Spielhallenbetreibern einerseits, aber zu vielen illegalen bzw. wenig regulierten Spielorten andererseits - schließlich an Kontrollen. Und nach derzeitigem Kenntnisstand könnten nur diese den Wildwuchs an Spielorten in Moabit eindämmen.
Der vielen in Moabit bekannte Blogger Knut Pankrath hat seine Eindrücke vom Plenum auf seinem Blog verarbeitet. Weitere Informationen erhalten Sie auf dem Quartiersportal.





