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Aufwind für die (Kunst-) Szene im Kiez: "Kolonie Wedding" und "Christiana"


Jeden dritten Freitag im Monat wandelt der Kiez sein Gesicht: Aus ehemals leerstehenden Ladenräumen dringt Musik, ein Schwall Menschen drängt durch die Tür, die gelbe Fahne wird rausgehängt: Darauf steht "Kolonie Wedding". Die Künstlervereinigung "Kolonie Wedding" gibt es seit 2001. Seit 2002 sponsort die Wohnungsbaugesellschaft Degewo die Miete in 16 leerstehenden Läden und gibt sie zu Betriebskosten an Künstler ab, die sich als Kuratoren betätigen. Weitere Künstler haben sich angeschlossen. An Kolonie Wedding-Abenden stellen sie Kunstwerke aus, zeigen Installationen, Videos, Theaterproduktionen. Es gibt auch Lesungen und Konzerte. Die Künstler und ihre Gäste beleben das Straßenbild, die Aktionen ziehen auch Besucher aus anderen Stadtteilen an.

Die Kolonisten öffnen ihre Räume auch für Künstler aus Polen oder Frankreich oder Künstler mit geistiger Behinderung wie beim Festival "Der Helle Wahnsinn". Auch die Kolonie selbst ging in die Welt – zum Beispiel 2003 nach Prag oder 2004 nach Paris, zur größten "Messe" für junge Kunst in Frankreich. Die Initiative – einst als Projekt zur Zwischennutzung leerstehender Geschäfte gedacht – hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einem stabilen, nicht-kommerziellen Kunstprojekt entwickelt. Seit 2005 organisiert sich das Künstlernetzwerk als Verein selbst.

Kunst und Kreativität – Seit Mai 2005 beherbergt das ehemalige Umspannwerk der Bewag an der Osloer Straße/Ecke Prinzenallee kreative Freiberufler aus verschiedenen Branchen. In einem Gebiet mit niedriger Kaufkraft müssen Gewerbetreibende um ihre Existenz kämpfen oder verlassen gar den Kiez. Das Modellprojekt Kulturwirtschaftliches Gründerzentrum Christiania will diesem Trend entgegenwirken und eine positive Aufbruchstimmung in den Kiez bringen.

Etwa 30 Freiberufler haben ihre Büros im Haus; dazu gehören Videokünstler, Maler, Musiker, Fotografen, Mode- und Produktdesigner sowie das Prime Time Theater. Das Projekt wurde vom Quartiersmanagement Soldiner Straße, dem Bezirk Mitte, der Kolonie Wedding, dem Atelierbüro des BBK und dem Förderband e.V. initiiert.