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QM Düttmann-Siedlung


Werner-Düttmann-Platz
Werner-Düttmann-Platz
Foto: Eigentümer

Zur Wohnsituation

Als relativ in sich geschlossenes Gebiet mit Neubauten des sozialen Wohnungsbaus aus den 80er Jahren, zum Großteil umgeben von Altbauten: So zeigt sich die Werner-Düttmann-Siedlung zwischen Hasenheide und Urbanstraße am südlichen Rand Kreuzbergs. In den 80/90er Jahren noch eine attraktive Wohnsiedlung für die breite Mittelschicht, wurde die Siedlung im Laufe der Jahre zu einem Wohngebiet, das durch Armut geprägt ist. Mit der steigenden Anzahl von Menschen, deren Biografien durch Migration, Flucht, fehlendem Zugang zu Bildung und Arbeit, Abhängigkeit durch staatliche Leistungen und somit gesellschaftlicher Ausgrenzung geprägt ist, sank die Anzahl der Anwohner aus der bürgerlichen Mittelschicht.

Zur sozialen Situation

Fast 60 Prozent der Bewohner und Bewohnerinnen beziehen Transferleistungen und leben aufgrund dieser Situation und ständig steigender Lebenshaltungskosten unterhalb der Armutsgrenze. Vielen Bewohnern und Bewohnerinnen mit Migrationshintergrund bleibt der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt aufgrund geringer bzw. nicht anerkannter Schul- und Berufsausbildung versagt. Für Kinder und Jugendliche aus Familien, die sich nicht zur Mittelschicht zählen können, bestehen erschwerte Bedingungen. Schon in der Grundschule fallen Kinder durch fehlende bedarfsorientierte Lernförderung durch das Bildungssystem. Das Wohngebiet hat mit seinen knapp 2.800 Anwohnern und Anwohnerinnen eine sehr junge Bevölkerungsstruktur. Etwas mehr als 30 Prozent sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Zu enger Wohnraum für Großfamilien führt zu Lärmbelästigung, fördert innerfamiliäre Konflikte und die Vernachlässigung von Kindern. Das Gewaltpotenzial unter den Kindern und Jugendlichen ist sehr hoch.

Übersichtskarte Werner-Düttmann-Siedlung

Wann wurde QM eingerichtet

Das Quartiersmanagement Düttmann-Siedlung ist seit Juni 2005 tätig. Träger ist das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V. mit seinem Arbeitsbereich GEKKO-Düttmann-Siedlung. Das Nachbarschaftshaus befindet sich in der Urbanstraße 21.

Was waren die wichtigsten Aufgaben

  • Schon seit 1998 trifft sich ein Netzwerk "Trägerrunde Düttmann-Siedlung". 
  • Schwerpunkte der Arbeit sind die Bereiche Bildung / Qualifizierung, Kultur und Begegnung und Angebote im Rahmen der Gewaltprävention vor allem für Kinder und Jugendliche.
  • Aufbau nachhaltiger Strukturen, um die Lebensqualität der Anwohner und Anwohnerinnen zu verbessern.
  • Ansprechpartner für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder des Wohngebietes sowie für engagierte Akteure und Träger sein.
  • Unterstützung von Anwohnerinitiativen und Selbsthilfegruppen, Partizipation von Anwohnern und Anwohnerinnen fördern.
  • Transparenz der Planungsschritte und Entscheidungsstrukturen des Quartiersmanagementverfahrens sichern.
  • Steuerung und Förderung von Projekten und Maßnahmen, die im Gebiet durchgeführt werden.
  • Vernetzung und Kooperationen zwischen den Akteuren, um Ressourcen zu bündeln.

Was wurde erreicht?


  • seit Juni 2006: Quartiersrat
  • April 2006: Eröffnung Nachbarschaftstreff am Werner-Düttmann-Platz, in dem seit Mai 2007 zehn Kiezlotsen, mehrheitlich Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Wohngebiet über eine ÖBS-Maßnahme arbeiten
  • März 2007: Aufbau eines offenen Kindertreffs
  • Quartierszeitung "Graefe Süd" – erscheint viermal jährlich 
  • Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: Offener Kindertreff; Aufwertung Bolzplatz und Spielplatzerneuerung Graefe-/Urbanstraße

Richtungsweisende Projekte

Entstandene Netzwerke

Geheimtipp im Quartier


Dani Mansoors Atelier in einer ehemaligen Sperrmüllkammer von wenigen Quadratmetern Größe bricht mit gängigen Vorstellungen von Künstlerwerkstätten. Hier in der Düttmann-Siedlung, in der Graefestraße 60, hat er ein offenes Ohr für alle, die ihn besuchen kommen. Was er mit seinen Bildern erzählt, sind "typische Geschichten von Menschen zwischen den Welten, zwischen den Sprachen, zwischen allen Stühlen". Lesen Sie hier mehr...

Handlungskonzepte


In den Berliner Quartiersmanagementgebieten werden integrierte Handlungskonzepte unter Einbeziehung der Bewohner und Bezirke durch die Quartiersbeauftragten erarbeitet. Sie werden jährlich angepasst und fortgeschrieben. Zur Wirkungs- und Erfolgskontrolle werden die einzelnen durchgeführten Maßnahmen jährlich bewertet. Es formuliert die wichtigsten Aufgabenfelder und die Ziele, welche mit Blick auf eine positive Quartiersentwicklung erreicht werden sollen.

  • Handlungskonzept 2007

    In 2006 lag der Hauptschwerpunkt der Arbeit darin, Qualifizierungsangebote für Anwohner und Anwohnerinnen zu eröffnen und zu etablieren. Zusätzlich zum Erlernen der deutschen Sprache finden zwei Integrationskurse statt. Mehrere Angebote fördern gleichzeitig die Elternkompetenz der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Der Quartiersrat traf die Entscheidung, mehrere Angebote als Pilotprojekte bis Ende 2006 zu fördern. Lesen Sie hier mehr...

  • Handlungskonzept 2008

    Sinnvolle und wichtige Projekte für 2008 mussten zum ersten Mal drastisch gekürzt werden, da die Mittel aus dem Programm "Soziale Stadt" nicht mehr ausreichten. Der Quartiersrat hat einhellig der gezielten Förderung von Kindern und Jugendlichen zugestimmt. Es zeigt sich jedoch auch, dass die Mittel nur als Anschubfinanzierung dienen können. Der Bedarf an Unterstützung von Kindern und Jugendlichen wird seitens der Kinder eingefordert und von Eltern ausdrücklich begrüßt. Lesen Sie hier mehr...

  • Handlungskonzept 2009

    Die Förderung von tragenden Bewohnerstrukturen und Akteuren im Kiez soll durch die Gründung eines Vereins BrückenBildung gestärkt werden. Aus der MAE Maßnahme (Mehraufwandsentschädigung) "Gesunde Snacks an Schulen" und einer Nähinitiative ist bei Anwohnern und Anwohnerinnen die Idee entstanden, sich selbstständig zu machen. Lesen Sie hier mehr...

Fotoimpressionen