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QM Wrangelkiez


Zur Wohnsituation

Der Wrangelkiez ist ein dichtbebautes Altbauquartier im Südosten Kreuzbergs. Er wird begrenzt durch die Spree im Norden, den Landwehrkanal im Osten, den Görlitzer Park im Süden und die Skalitzer Straße im Westen. Verkehrsberuhigte Wohnstraßen, kleine Grünanlagen, Spiel- und Bolzplätze und begrünte Hinterhöfe, sanierte Wohnungen und eine gute Ausstattung mit sozialen Einrichtungen sind im Rahmen der Stadterneuerungsprogramme der 80er Jahre entstanden. Nach dem Mauerfall rückte das Quartier ins Zentrum Berlins und wurde zum Durchgangsgebiet für den dichten Verkehr von Ost nach West. Der Görlitzer Park ist die grüne Lunge des Kiezes und entstand auf Initiative der Bewohner auf einem ehemaligen Bahnhofsgelände.

Im Wrangelkiez gibt es sie noch, die alte "Kreuzberger Mischung" mit kleinen Produktionsstätten, Handwerks- und Kulturbetrieben. Wesentlich dazu beigetragen haben die Bürgerbewegungen der 80er Jahre, die bis heute den Ruf des Quartiers und des Bezirks Kreuzberg als Zentrum alternativer sozialer Bewegungen bestimmen. Nach fast dreißigjähriger Nutzung waren Grünflächen und Spielplätze erneuerungsbedürftig, inzwischen konnten die meisten durch den Einsatz verschiedener Förderprogramme neu gestaltetet werden.

Zur sozialen Situation

Fast 12.400 Menschen verschiedenster Nationalitäten und aus allen Regionen der Bundesrepublik leben im Wrangelkiez. Während ein junges und mobiles Publikum einerseits den Kiez für sich als Freizeit- aber auch zunehmend wieder als Wohnquartier entdeckt, prägt andererseits eine immer noch hohe Arbeitslosigkeit das Quartier . Viele Bewohner und Bewohnerinnen leben in prekären Verhältnissen. Das trifft besonders die Jugendlichen, die für sich keine berufliche und persönliche Perspektive sehen. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist nichtdeutscher Herkunft. Die Mehrheit hat familiäre Wurzeln in der Türkei.

Übersichtskarte Wrangelkiez

Wann wurde QM eingerichtet?

Die ASUM - Angewandte Sozialforschung und Urbanes Management GmbH wurde 2002 mit dem Quartiersmanagement beauftragt. Das Vor-Ort-Büro befindet sich in der Schlesischen Straße 12.

Was waren und sind die wichtigsten Aufgaben?

Der Arbeitsschwerpunkt im Wrangelkiez liegt im Handlungsfeld Bildung, Integration und besseres Sicherheitsniveau. Partizipation und Bewohnerbeteiligung als Querschnittsthema betrifft alle Handlungsfelder und hat eine grundlegende Bedeutung für die Arbeit. Standen zu Beginn des Quartiersmanagements noch vorrangig Maßnahmen zur Leerstandsbeseitigung durch langfristige Ansiedlung, wie zum Beispiel "Wrangelei - Kultur in Leerläden", im Vordergrund, konnten mit Hilfe des Geschäftsstraßenmanagements (GSM) Geschäftsstraßen nachhaltig aufgewertet werden. Seit 2002 stehen vor allem die Arbeit im Bildungsbereich sowie der Aufbau und die Zusammenarbeit mit der Initiative "Wrangelkiez macht Schule" im Vordergrund.

Was wurde erreicht?


  • 1999: Bürgergutachten
  • Seit Mai 2006: Quartiersrat
  • "Wrangelforum" - zur allgemeinen Bewohnerinformation, zweimal jährlich
  • Veranstaltungsreihe "Kiezgespräche": Diskussionsrunden zu brennenden Kiezthemen
  • Entwicklung des Imagedesigns "Wrangelkiez - einfach einladend"
  • In einem bundesweiten Wettbewerb ist die Bildungsinitiative "Wrangelkiez macht Schule" Ende Juni 2009 mit dem "Nationalen Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur" ausgezeichnet worden
  • Film "Ein Tag im Wrangelkiez"
  • Seit Mai 2001: "Wrangelkiezblatt", erscheint vierteljährlich
  • Beispiele für Wohnumfeldgestaltung: im Rahmen des Projekts "back jumps" drei Hauswände mit großformatigen, farbenfrohen Bildern bemalt; Spielplatz südliche Lohmühleninsel; Anschaffung von Sportgeräten für Kita-Gruppen; Anschaffung von Computern für den Unterricht (Bildungsinitiative Wrangelkiez); naturwissenschaftliche Lernwerkstatt  in einer Kita; Sitzbank zum Spielen im Nachbarschaftscentrum (Zusammenarbeit von Grundschülern und Auszubildenden des BWK Kreuzberg); Garten der Generationen (Zusammenarbeit Kita-Kinder und Senioren / Seniorinnen einer Seniorenfreizeitstätte); Umbau eines Pferdestalls als interkulturelles Mädchenzentrum; Die Insel Block 121 - Umgestaltung zum Spielplatz; Zirkus Cabuwazi auf der Schatzinsel

Richtungsweisende Projekte

  • "Imece" ist ein Beispiel für ein Projekt zur Beteiligung und Aktivierung türkischsprachiger Bewohnerinnen und Bewohner im Wrangelkiez. 2006 veröffentlichte Broschüre "Imece"
  • traditionelle Feiern, wie das mexikanische Totenfest, das muslimische Zuckerfest oder das Suppenfest "Fête de la Soup"
  • Aufsuchende Sozialarbeit und integrative Gruppenarbeit: Seit April 2006 hilft der Träger Unionhilfswerk-Bürgerhilfe dem Personenkreis, der sich vorwiegend vor dem “Kaisers” Supermarkt aufhält, Hilfestellungen zum Leben zu vermitteln und Konfliktsituationen zu entschärfen. Hierfür wurde ein Vor-Ort-Büro in der Oppelner Str. 18 eingerichtet. Die Menschen, um die es geht, sind teilweise wohnungslos, seit Jahren erwerbslos und suchtmittelabhängig. Gut angenommen werden die Gruppenangebote z.B. mit einem gemeinsamen Frühstück oder der Möglichkeit in der Oppelner Str. Wäsche zu waschen. Es gibt Kooperationen mit Ärzten, Apotheken und einem Rechtsanwalt sowie mit der Berliner Tafel. Der Quartiersbeirat bestätigte, dass sich die Situation seit der Laufzeit des Projekts verbessert hat und befürwortet deshalb die Fortführung des Projektes.
  • Dokumentation der Geschichte des Wrangelkiezes "Geschichten von Orten im Wrangelkiez", mit Ausstellung und Katalog
  • Entwicklungswerkstatt "Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung" mit Eltern und pädagogischem Fachpersonal
  • "Gemeinsame Aktionen und Dialog der Glaubensgemeinschaften im Wrangelkiez"
  • Nachtsportangebot "36 - Futsal Nights"
  • Schatzanbietertreffen: Das Schatzsucheteam vom Jugend- und Kulturzentrum Schlesische 27 begab sich ein Jahr lang auf die Suche und spürte künstlerische, handwerkliche, sportliche, kulinarische und andere verborgene Schätze in der Bevölkerung auf
  • Sprachförderprogramm "Rucksack": Geschulte Elternbegleiter-/ bzw. -begleiterinnen (selbst Eltern) geben Anregungen und Materialien zu verschiedenen Themen, die zu Hause mit den Kindern in der vertrauten Sprache spielerisch bearbeitet werden

Entstandene Netzwerke

  • "Wrangelkiez macht Schule": Im Netzwerk sind neben Eltern und Fachverwaltungen alle Bildungseinrichtungen von der Kita bis zum Eintritt ins Berufsleben vertreten und koordinieren Projektbausteine zu den Themen Erziehung, Bildung und Förderung der Sprach- sowie sozialen Kompetenz. Bundesweite Aufmerksamkeit erhielt die Initiative auf dem Ganztagsschulkongress 2007 als Modellregion für Bildungsnetzwerke auf Stadtteilebene. In einem bundesweiten Wettbewerb ist die Ende Juni 2009 mit dem "Nationalen Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur" ausgezeichnet worden
  • "Wrangelkiez – einfach gesund": WHO "Gesunde Städte Netzwerk" Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist mit dem thematischen Schwerpunkt "Migration-Integration-Gesundheit" Mitglied dieses Netzwerkes

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