Bildungsverbünde und -netzwerke

Der Begriff Bildungsverbünde ist ein Konzept der Jugend-, Bildungs- und Stadtentwicklungspolitik. Ziel ist eine Vernetzung von Kindertagesstätten (Kitas), Schulen, Jugendarbeit und außerschulischen Bildungseinrichtungen im Stadtteil, um so Kindern und Jugendlichen bessere Bildungschancen zu bieten. Gerade in schwierigen Nachbarschaften  sind Bildungsnetzwerke ein wichtiges Instrument für eine höhere Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen. Bildungsnetzwerke und -verbünde ergänzen hier die Arbeit der Schulen, gestalten Übergänge -  zum Beispiel zwischen Kita und Schule - aktivieren Eltern und schaffen so Erfolgserlebnisse für die Kinder.

Bildungsverbünde in Berlin

In Berlin werden Bildungsverbünde schon seit 2002 durch das Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt gefördert, da das Thema Verbesserung der Bildungschancen neben der Integration der wichtigster Handlungsschwerpunkt in den Quartieren ist. In der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung von 2009 sind nachhaltige Bildungsverbünde „rund um die Schule“ ein zentrales Handlungsfeld. Bis 2015 gab es über 20 Bildungsverbünde in den Quartiersmanagementgebieten. 2016 beschloss das Abgeordnetenhaus von Berlin die Finanzierung von Bildungsverbünden durch Landesmittel in allen Bezirken, mit denen die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie das Programm „Lokale Bildungsverbünde nachhaltig sichern und stärken“ finanziert.

2019 wurden durch dieses Programm über 20 Bildungsverbünde und durch das Programm Sozialer Zusammenhalt weitere 6 Bildungsverbünde finanziert. Darüber hinaus bauen einige Bezirksämter Bildungsverbünde mit eigenen Finanzmitteln sowie mit Hilfe von Stiftungen auf.

Seit 2005 werden Bildungsverbünde regelmäßig auf Fachtagungen behandelt, um den Beteiligten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zu geben und weitere Perspektiven aufzuzeigen.

Seit 2017 werden diese Fachtagungen durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jungend und Familie sowie die Senatsverwaltung Stadtentwicklung und Wohnen gemeinsam in Zusammenarbeit mit jeweils einem Bezirksamt durchgeführt.

Öffnung von Schulen in die Quartiere

Seit Ende 2013 unterstützt das Modellprojekt „Quartiersschulen“ ausgewählte Schulen bei der Vernetzung mit den Quartieren und ihrer Nachbarschaft. Zum Beispiel durch Kooperationen mit Sportvereinen, den Aufbau von Schulcafés oder in die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften.

Ziel ist, die Schulen in ihrer Rolle als Teil einer sozialraumbezogenen Bildungspartnerschaft so zu stärken, dass eine tragfähige Vernetzung und ein durch Schulkollegium und weitere Akteure wie Eltern selbst getragener Entwicklungsprozess entstehen. Weiterführende Informationen gibt es im Ergebnisbericht „Wege zur Quartiersschule“ (PDF).