Am 18. Juni 2026 wurde es voll im Jungen Tanzhaus Berlin, in Nord-Neukölln. Rund 40 Fachleute aus Bildungseinrichtungen sowie aus der Bezirks- und Senatsverwaltung kamen zusammen, um über die Zukunft des Bildungsnetzwerkes zu diskutieren. Das QM Flughafenstraße hat das dort ansässige Bildungsnetzwerk bisher zusammengehalten. Ende des Jahres 2027 läuft das QM planmäßig aus, und damit endet auch die Förderung aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ für das Bildungsnetzerk. Deshalb stellt sich die Frage, wie das Netzwerk künftig aus eigener Kraft weiterarbeiten kann.
Zu Beginn des Workshops gab Quartiersmanager Thomas Helfen einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen. An nahezu allen Bildungsstandorten im Kiez entstanden in zwei Jahrzehnten bauliche Verbesserungen. Außerdem entwickelte das Netzwerk Formate wie die Zusammenarbeit der Grundschulen mit den Kitas oder die „Sanften Übergänge" von den Grundschulen zum Albert-Schweitzer-Gymnasium. Ein weiterer Vorteil entstand durch die Mehrfachnutzung von Gebäuden. So kann das neue Blueberry von der Volkshochschule und der Stadtbibliothek genutzt werden.
Gleichzeitig erschweren die Rahmenbedingungen die weitere Planung. Zwar sinkt die Zahl der Kinder in Nord-Neukölln seit einigen Jahren. Die Zahl der Jugendlichen wird jedoch noch bis in die 2030er Jahre steigen. Ülker Hanke, Kitaleiterin, brachte es auf den Punkt: „Mit dem Ende des QM fällt die zentrale Kommunikationsstelle weg. Wenn die Verbindungen verloren gehen, verlieren wir die Handlungsmöglichkeiten.“ Sie sprach sich dafür aus, einen Bildungsverbund Flughafenstraße zu gründen, wie es ihn in anderen Neuköllner Stadtteilen bereits gibt.
Für den Workshop lud QM-Team zwei Fachleute aus Hessen ein. Welela Samson vom Stadtschulamt Frankfurt stellte das Projekt „Bildungskommune" vor: In vier Pilotstadtteilen beteiligten dort sogenannte „Stadtteil-Labore" die Menschen direkt an der Gestaltung von Bildungsangeboten. Daraus ergaben sich neue Erkenntnisse. So verstanden sich Seniorentreffs anfangs nicht als Bildungseinrichtung.
Alexander Wicker vom Verein Büdinger Kreis stellte die Demokratiewerkstätten vor. Dieses Format ermöglicht einen selbstbestimmten politischen Austausch in der Nachbarschaft zu verschiedenen Themen wie frühkindliche Bildung, schulische Angebote und Orten des lebensbegleitenden Lernens wie Volkshochschulen.