Sozialer Zusammenhalt

Flohmärkte beleben drei Berliner Kieze

Altes, Nützliches und Schönes: Im Juni 2026 füllten sich in drei Berliner Quartiersmanagement-(QM)-Gebieten verschiedene Plätze mit Trödelständen und Kiezanwohnenden. Die Flohmärkte zeigen, wie viel Energie in den Nachbarschaften steckt.

Interessiert schauen sich die Anwohnenden die verschiedenen Stände an.
Allerhand Skurrilitäten boten einen guten Anlass zum Nachbarschaftlichen Austausch, so suchte eine Merkel-Maske einen neuen Besitzer, während sich Verkäufer und Kaufende über Airfryer und Riesen-Rucksäcke austauschten.

Im Juni 2026 luden drei Berliner QM-Teams Flughafenstraße, Harzer Straße und Reinickendorfer Straße/Pankstraße zum Trödeln ein. Dabei verwandelten sich öffentliche Plätze in lebhafte Tauschbörsen. Anwohnende räumten Keller und Kinderzimmer aus, sodass viele Gegenstände, von Zuckerwattenmaschine bis zu Videospielen ihre Besitzer oder ihre Besitzerin wechselten. Auf allen drei Märkten verkauften keine Händler, sondern Menschen aus dem Kiez. Die Märkte wurden aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert.

Schätze aus Kinderzimmer und Keller

Im QM-Gebiet Flughafenstraße in Neukölln wurde Anfang Juni 2026 am Boddinplatz an knapp 70 Ständen getrödelt. Wegen der großen Nachfrage vergrößerten die Organisatoren – bestehend aus Anwohnenden, dem Gesundheitskollektiv Berlin e.V. (Geko) und dem QM-Team – den Kiezflohmarkt im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Stände. Das Angebot war vielfältig: Kleidung und Küchenmaschinen wurden verkauft oder verschenkt, während Kinder unter dem Motto „Von Kindern für Kinder" ihre Decken auf dem Boden ausbreiteten und vom Kreisel über Plüschtiere bis hin zum Kaufmannsladen ihre Spielsachen anboten. Einen weiteren Höhepunkt lieferten Polizeibeamten, die vor Ort kostenlos Fahrräder codierten.

Nachbarschaft kommt ins Gespräch

Direkt im Anschluss fand am 13. Juni 2026 der Kiezflohmarkt am Kiehlufer im QM-Gebiet Harzer Straße statt. Rund 40 Anwohnende boten auf dem Parkplatz des nahkauf ihre Sachen an – von Tassen und Ohrringen bis zur Kaffeemaschine. Der Supermarktinhaber stellte den Platz zur Verfügung und verkaufte Bratwürstchen für einen Euro. Bereits im Herbst 2026 wird es auf Wunsch der Anwohnenden, dem auch die Aktionsfonds-Jury zustimmte, einen zweiten Termin geben.

Gelungener Neustart am Martha-Ndumbe-Platz

Im QM-Gebiet Reinickendorfer Straße/Pankstraße im Bezirk Wedding griffen Engagierte ein früheres Angebot wieder auf. Im Rahmen des QM-Projekts „UP - Unser Platz“ gab es bereits im Jahr 2023 Nachbarschaftsflohmärkte, die nach dem nach Projektende nicht dauerhaft fortgeführt werden konnten. Im Jahr 2026 folgte nun der Neustart: Die mobile Stadtteilarbeit KiezImpuls plante und organisierte die Idee des Kiez-Flohmarkts gemeinsam mit Ehrenamtlichen seit Anfang des Jahres 2026 So entstand der kostenlose Martha-Markt.