Im QM-Gebiet Harzer Straße besteht ein großer Bedarf an zusätzlichen Orten, in denen die Nachbarschaft zusammenkommen kann. Sogenannte „Ankerorte“ spielen eine wichtige Rolle für die Quartiersarbeit. Dort können sich Menschen unabhängig von Herkunft, Alter und Einkommen treffen. Gleichzeitig bieten sie Raum für Engagement und ermöglichen leicht zugängliche und kostenfreie Angebote. Um einen solchen Ort zu schaffen, schrieb das QM-Team im Jahr 2025 das Projekt „Harzer Kiezladen“ aus. Die passenden Räume dafür fanden sich in einer ehemaligen Gaststätte im Herzen des Viertels.
Früher diente die Gaststätte bereits als eine Art Nachbarschaftstreffpunkt für den Kiez. Der massive Tresen mit geschnitzten Engeln erinnert noch heute an diese Zeit. Seit einigen Jahren nutzt eine Kindertagesstätte einen Teil der Räume. Der verbleibende Bereich wurde nun im Rahmen des QM-Projekts zu einem neuen Begegnungsort umgestaltet.
Der Kiezladen soll Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten zusammenbringen, Unterstützung im Alltag bieten und eigene Initiativen fördern. Er steht allen Menschen aus der Nachbarschaft offen. Dieses Anliegen betonte auch der in Neukölln für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr zuständige Bezirksstadtrat Jochen Biedermann bei der Eröffnungsfeier. Zur Umsetzung des Projekts wurde die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. als Träger ausgewählt. Bis mindestens Ende des Jahres 2028 wird der Kiezladen nun aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert.
Seit dem Projektstart im Oktober 2025 leitet Dima Krasin den Kiezladen und sorgt dafür, dass schon vor der offiziellen Eröffnung Beratungs- und Freizeitangebote stattfinden konnten. So gibt es regelmäßig eine kostenlose Jobberatung der Kiezakademie Neukölln, Unterstützung beim Ausfüllen von Dokumenten, Bastelangebote mit den Stadtteilmüttern sowie gemeinsame Koch-, Spiele- und Filmnachmittage.
Ein großer Teil der Besuchenden sind momentan Kinder aus der unmittelbaren Nachbarschaft, erzählt Dima Krasin. Manchmal bringen sie auch ihre Eltern mit, um im Kiezladen Hilfe und Beratung zu erhalten.
Zum festen Programm gehört auch das wöchentliche Nachbarschaftsfrühstück, das von den Stadtteilmüttern organisiert wird. Geplant ist zukünftig auch ein regelmäßiges Frühstücksangebot für Seniorinnen und Senioren, sodass auch diese Zielgruppe vom neuen Begegnungsort profitieren kann. Weitere Angebote werden in den nächsten Wochen und Monaten folgen.