Im Gemeinschaftsraum von Vita Domus, einer Wohnungsloseneinrichtung am Kiehlufer, leuchten nun Fische, Quallen, Korallen und ein großer Wal von der Wand. Kinder aus Vita Domus und dem Erstaufnahmeheim „Die Teupe“ gestalteten das Motiv über mehrere Wochen hinweg aus unterschiedlichen Stoffen. Zur Einweihung der beiden großen Stoffbahnen feierten sie gemeinsam mit Gästen – und frisch gebackenen Waffeln.
Das Wandbild entstand im Rahmen des QM-Projekts „Zuhause im Harzer Kiez“, das Teresa Wagner und Claire Chaulet vom Verein NeNa e. V. (Netzwerk Nachsorge) leiten. Jeden Mittwoch kommen 15 bis 20 Kinder zum Basteln zusammen. Viele von ihnen leben auf engem Raum und treffen selten andere Kinder zum Spielen. Nach der Schule beziehungsweise dem Hort fühlen sie sich oft allein. „Da gibt es einen hohen Bedarf an sinnvoller Freizeitbeschäftigung“, sagt Teresa Wagner. Genau hier setzt der wöchentliche Bastelnachmittag an. Die Kinder schneiden, kleben und nähen gemeinsam. So wächst nicht nur ein Bild, sondern auch ein Gefühl von Zusammenhalt.
Die Kinder starteten gleich nach der Einweihung neue kreative Projekte. Die Gruppe bemalte Konservendosen und Tetrapacks und baute daraus Futterstellen für Vögel, die sie mit Klammern als Landehilfe draußen aufhängte. Zudem stellten die Kinder Fotos von bisherigen Bastelaktionen und Ausflügen in einem Bilderrahmen zusammen.
Seit September 2025 läuft „Zuhause im Harzer Kiez“ in den Unterkünften im Harzer Kiez. Ziel des Projekts ist es, Kinder aus der Isolation herauszuholen und ihnen soziale Teilhabe im Quartier zu erleichtern. Viele Familien kennen die Angebote in der Nachbarschaft kaum, deshalb besucht das Team mit den Kindern Freizeiteinrichtungen wie die „Wilde Rübe“. So lernen sie neue Orte kennen, knüpfen Kontakte und gewinnen Sicherheit im Kiez, während sie ihren Bewegungsspielraum erweitern.
Daneben plant das Projektteam zukünftig bei schönem Wetter auch Bewegungsangebote im Freien. So sorgte im Herbst 2025 ein Bolzplatzangebot dafür, dass Jungs den Weg in einen Fußballverein fanden. Auch beim Karneval der Zukunft und Harzer Kiezfest beteiligten sich die Kinder mit eigenen Beiträgen, wie einem eigenen Stand oder selbst gestalteten Fahnen.
Im Mittelpunkt steht dabei ein klares Anliegen: Die Kinder sollen erleben, dass sie Teil dieser Stadt sind – und sie mitgestalten können.