QM Harzer Straße

Müllangeln mit der ganzen Familie

Mit Kanus, Greifzangen und Netzen sammelten Menschen aus der Nachbarschaft Müll aus dem Schifffahrtskanal. Das Team des Quartiersmanagement-(QM)-Projekts „Idyll ohne Müll“ hatte zur gemeinsamen Aktion im Harzer Kiez eingeladen.

Vier Personen in orangefarbenen Westen sitzen in einem blauen Kanu mit bunter Fahne in einem Kanal.
Im Rahmen des Projekts „Idyll ohne Müll“ paddelten Familien gemeinsam über den Schifffahrtskanal im Harzer Kiez und sammelten Abfälle aus dem Wasser. (Bild: QM Harzer Straße)

Gemeinsame Sauberkeitsaktionen können Spaß machen, findet das Team des Kulturlabors Trial & Error e. V. Weil auch im Kanal Unrat schwimmt, organisierte es im Rahmen des QM-Projekts „Idyll ohne Müll“ eine Müllsammelaktion auf dem Wasser. Treffpunkt und Einstieg waren an einem Sonntag auf der Wildenbruchbrücke.

Mit Paddel und Greifzange auf Müllsuche

Das Team hatte Getränke und Ausrüstung bereitgestellt und fünf Kanus ausgeliehen. Schnell zeigte sich, dass weitere Boote gut gewesen wären. Insbesondere Familien wollten mitmachen. Einige hatten durch Flyer oder andere Hinweise von der Aktion erfahren. Andere kamen zufällig vorbei und schlossen sich spontan an. Manche Engagierten hatten bereits Paddelerfahrung, Neulinge stiegen zunächst vorsichtig in die wackelnden Boote. Die Grundregeln waren schnell erklärt. Kinder bekamen Schwimmwesten, Erwachsene orangefarbene Westen der Berliner Stadtreinigung (BSR).

Mit Greifzangen und Fischernetzen holten die Teilnehmenden vor allem Plastikmüll aus dem Wasser. Außerdem gab es einen Magneten an einer langen Leine. Einige Jungen probierten ihn zunächst vom Rand aus und bestaunten ihre Fundstücke. Als ein Kanu frei wurde, paddelten sie mit ihren Eltern los und angelten vom Boot aus mit dem Magneten weiter. Auch Menschen mit eigenen Schlauchbooten beteiligten sich.

Auch an Land gemeinsam aktiv werden

Nicht nur auf dem Wasser können Menschen aus der Nachbarschaft bei „Idyll ohne Müll“ mitmachen. Die Verantwortlichen wollen den Umgang mit Müll im Kiez verbessern und mehr Menschen auf das Thema aufmerksam machen. Bei Kiezspaziergängen können Beteiligte Müll dokumentieren, problematische Orte fotografieren und Lösungsansätze entwickeln.

Weitere Angebote sind gemeinsame Müllsammelaktionen, ein Sperrgutmarkt, Mehrwegberatung für Gastronomie und Anwohnende sowie ein mobiler Tauschladenstand. In Kursen können Interessierte lernen, aus alten Materialien Neues herzustellen. Hinzu kommen Reparaturtreffen. Um weitere Menschen zu erreichen, organisiert das Team Informationsstände auf lokalen Festen. Über soziale Medien und Programmflyer informiert es über Müllvermeidung. Außerdem wollen die Verantwortlichen Einrichtungen und andere Projekte im Quartier als Partner gewinnen. Wer sich einbringen möchte, kann die Aktionen unterstützen.

Das QM-Projekt „Idyll ohne Müll“ wird bis Ende des Jahres 2026 aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert.