Im Avagarten am Wachtelweg 109 arbeiten die Beteiligten zweier QM-Projekte zusammen: Die Naturfreunde Berlin haben das Grundstück gemeinsam mit Freiwilligen im Rahmen eines Gemeinschaftsgartenprojekts entwickelt. Der Verein kein Abseits! e. V. ergänzt die Gartennutzung durch das Jugendprojekt „Meine Base, mein Kiez“. Für pädagogische Angebote, das neue Haus und seine Ausstattung wurden insgesamt rund 100.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ bewilligt.
In den vergangenen vier Jahren entstanden auf dem zuvor wilden Gartengrundstück Beete, eine Kräuterschnecke, Wege mit Rindenmulch, eine Grillfläche und eine Komposttoilette. Eine feste Gruppe von Freiwilligen sowie Beetpatinnen und -paten trifft sich dienstags ab 17 Uhr zum Gärtnern, ab Oktober 2026 und über die Wintermonate beginnt das Treffen bereits ab 15 Uhr.
Ergänzt wurde der Garten nun durch den Aufbau der Laube im Sommer 2026. Jugendliche und Freiwillige beider Vereine packten gemeinsam mit an. Die jungen Menschen gründeten dafür ein Organisationsteam. Bei ihrem wöchentlichen Mittwochstreff sammelten sie Ideen für die Einrichtung und den Namen des Hauses sowie für die Freizeitgestaltung. Aus den Projektmitteln konnten außerdem Möbel, Solarpaneele und eine Teichpumpe angeschafft werden. Die Gartenlaube ermöglicht es den Jugendlichen, den Avagarten ganzjährig zu nutzen und mitzugestalten. Dabei können sie vom Wissen der erfahrenen Gartenaktiven lernen.
Zur Eröffnung am 30. September 2026 kamen etwa 50 Gäste. Nach dem Durchschneiden einer roten Schleife zeigte eine Fotopräsentation, wie sich das Gelände verändert hat. Jugendliche und Familien hatten gemeinsam ein Buffet vorbereitet, unter anderem mit selbst geernteten Tomaten, Paprika und Möhren. Gegrilltes, Musik, ein Gartenquiz und Henna-Tattoos ergänzten das Fest. Gemeinsame Grillabende sollen künftig regelmäßig stattfinden.
Für die Nutzung im Winter 2026 ist ein Stromanschluss geplant, da die vorhandenen Solarpaneele in der dunklen Jahreszeit nur begrenzt ausreichen. Dafür bewilligte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zusätzliche Fördermittel. Den Graben für die Stromleitung bis zum Verteilerkasten sollen die Jugendlichen selbst ausheben. Im Jahr 2027 wollen die Beteiligten den Wochenplan weiter ausgestalten und die selbstorganisierten Angebote erweitern.