QM Wassertorplatz

Projektabschluss: Kiezplausch mit Herz

Mit einer offenen Gesprächsrunde endete das Quartiersmanagement-(QM)-Projekt „Mobile Kiezgespräche" planmäßig nach zwei Jahren Laufzeit. Spontane Treffen und Kiezplausch brachten Menschen aus verschiedenen Nachbarschaftsgruppen ins Gespräch.

Eine Gruppe von Personen sitzt in gemütlicher Runde um einen gedeckten Tisch.
In der offenen Fishbowl-Runde der Projektabschlussveranstaltung wurde zugehört, mitgedacht und mitgeredet. (Bild: QM Wassertorplatz)

Am 11. Februar 2026 fand in der GEWOBAG-Kiezstube am Kastanienplatz die Abschlussveranstaltung des Gesprächsformats „Mobile Kiezgespräche" statt. In entspannter Runde unterhielten sich das Team von stadt.menschen.berlin und Anwohnende über Sprichwörter und Nachbarschaftserfahrungen. Das Team hatte das QM-Projekt umgesetzt und blickte gemeinsam mit Beteiligten der Quartiersarbeit auf mehr als zwei Jahre Projektlaufzeit zurück – auf unzählige locker geführte Gespräche mit der Nachbarschaft im Wassertorkiez. Das Projekt wurde aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert.

Die Gesprächsrunde begann mit Sprichwörtern aus verschiedenen Kulturen – etwa „Kauf nicht das Haus, kauf den Nachbarn“. Beim Format „offene Fishbowl“, bei der das Publikum jederzeit einsteigen kann, wurde zugehört und mitdiskutiert. Neben internationalen Weisheiten flossen Stimmen und Eindrücke ein, die das Projektteam in den vergangenen zwei Jahren bei spontanen Kiezcafés im Freien und anderen Kiezgesprächen gesammelt hatte.

Projektstart mit Bollerwagen

Das Team mit Gulzhan Jäger, Özcan Candemir, Yazeed Zoumot und Clemens Klikar startete im ersten Halbjahr 2024 mit Bollerwagen-Touren. Gesprochen wurde mit lokalen Institutionen wie Anemone e. V., Familienzentrum Ritterburg, Wassertor e. V., Gewobag-Kiezkoordination und der Evangelischen Gemeinde. So wurde festgestellt, welche Themen Anwohnende besonders zum Reden bringen.

Kiezplausch an Spielplätzen und Parks

Später organisierte das Team regelmäßige Kiezplausch-Veranstaltungen bei spontanen Kiezcafés an verschiedenen Orten. Besonders im neuen Quartierspark Ritterstraße/Lobeckstraße und auf dem Spielplatz im Innenhof Prinzenstraße/Wassertorstraße trafen sich viele Menschen. Dort zeigten sich Erfolge: Eine einfache Ansprache der Kinder führte zu Gesprächen mit Eltern. Gleichzeitig nutzte die Nachbarschaft öffentliche Räume im Kiez bereits selbstständig und lebhaft. Auch bei großen Kiezfesten brachte der Kiezplausch mit kleinen Aktionen Menschen zusammen.

Das Projekt zeigte: Der Wassertorkiez ist kulturell vielfältig. Verschiedene Gruppen leben auf engem Raum, finden aber nicht automatisch zueinander. „Die Arbeit war angenehm, es ist ein sehr schöner Kiez, interessant, aber auch mit offenen Fragen", sagte Gulzhan Jäger. Vertrauen braucht Zeit und dauerhafte Präsenz – diese Lektion durchzog die gesamte Projektarbeit.

Selbst nach Projektende hilft das Team weiter: Hocker, Tisch und Stellwand stehen zur Ausleihe bereit. Nachbarinnen und Nachbarn können so auch zukünftig zu ihrem eigenen lockeren Kiezplausch einladen und miteinander ins Gespräch kommen.