QM Harzer Straße

Sperrmüllmarkt stößt auf großes Interesse

Anfang März 2026 zeigte der Sperrmüllmarkt am Wildenbruchplatz erneut, wie groß der Bedarf an einfachen Entsorgungsangeboten im Quartiersmanagement-(QM)-Gebiet Harzer Straße ist.

Menschen stehen vor einem orangefarbenen Zelt der Berliner Stadtreinigung und sortieren Gegenstände auf Tischen.
Der Sperrmüllmarkt zeigte sich gut besucht und bot auch einen Tausch- und Verschenkmarkt. (Bild: M. Hühn)

Unter anderem deshalb, weil viele Menschen kein Transportmittel haben, um Sperrmüll zum Recyclinghof zu fahren, landen die alten Sachen leider oft im öffentlichen Raum. Auch im Harzer Kiez beschäftigt das viele Anwohnende. Gerade am Kanal, in der Teupitzer Straße oder an den Kleingartenkolonien wird immer wieder Müll abgeladen. Genau hier setzen die Sperrmüllmärkte an, die innerhalb der Berliner Stadtreinigung (BSR) als Kieztage bezeichnet werden. Mittlerweile gibt es sie in jedem Bezirk und sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Sperrmüllmarkt hilft im Alltag

Am 5. März 2026 war am Wildenbruchplatz wieder viel los. Viele Menschen brachten aussortierte Sachen vorbei, während andere schauten, was sich noch gebrauchen ließ. Gerade daran zeigte sich, warum die Sperrmüllmärkte im Alltag vieler Menschen wichtig sind. Sie lösen das Müllproblem nicht allein, bieten aber eine einfache und kostenlose Möglichkeit, Sperrmüll vor Ort loszuwerden.

Jeder Bezirk kann bei der BSR pro Jahr 24 Kieztage beantragen. Die Stadtreinigung kommt dafür mit mehreren Fahrzeugen, darunter auch Müllpressen. Was noch brauchbar ist, wird gesammelt und anschließend in die NochMall nach Reinickendorf gebracht, das Second-Hand-Kaufhaus der BSR. Zugleich gehört zu den BSR-Kieztagen auch ein Tausch- und Verschenkmarkt, auf dem gut erhaltene Dinge weitergegeben werden können. So wechselten auch Anfang März wieder Kleidungsstücke, Spielsachen, Geschirr und andere Gebrauchsgegenstände die Besitzerinnen und Besitzer.

Projekt setzt auf Müllvermeidung

Im Gegensatz zu anderen Bezirken beantragt in Neukölln nicht direkt das Bezirksamt den Sperrmülltag bei der BSR, sondern die Initiative „Null Müll Neukölln“, früher „Schön wie wir“. Diese bezirkliche Plattform hat zum Ziel, Müll zu reduzieren und bestehende Maßnahmen sichtbarer zu machen. Während früher stärker Kiezputze und die Eigeninitiative der Anwohnenden im Mittelpunkt standen, liegt der Fokus heute mehr auf der Müllvermeidung.

Dafür arbeiten die Mitglieder der Initiative „Null Müll Neukölln“ unter anderem mit dem Kulturlabor „Trial & Error“ zusammen, das im Harzer Kiez das QM-Projekt „Idyll ohne Müll“ umsetzt und in diesem Rahmen auch die Sperrmülltage mit organisiert. Für das Jahr 2026 sind wieder verschiedene Mitmachaktionen geplant, die auf Müllvermeidung und Upcycling aufmerksam machen, also auf die kreative Weiterverwendung alter Dinge. Dazu zählen monatliche Kiezputze, Mehrwegberatungen, eine Kleidertauschveranstaltung und ein Kiezspaziergang. „Idyll ohne Müll“ wird aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert.