Gesundheits- und Bewegungsförderung werden im Soldiner Kiez und strategisch im ganzen Bezirk Mitte großgeschrieben. Vor Ort motivierten besorgniserregende Gesundheitsdaten und Ergebnisse aus Schuleingangsuntersuchungen zur Entwicklung neuer Formate, die insbesondere Kinder und Jugendliche unmittelbar und leichter erreichen können als dies in Vereinsstrukturen gelingt. Nachwirkungen der Pandemie wie u.a. der teilweise Rückgang von wohnortnahen Sportangeboten und Bewegungsaktivitäten bekräftigten die Dringlichkeit zu handeln. So entstand das Projekt KiezSportBus – mobil und direkt im Kiez, flexibel im Angebot und an die Bedürfnisse der Kids angepasst. Während der Aktivitäten wird gleichzeitig in den Blick genommen, ob sich begeisterte und talentierte Teilnehmende auch für den Vereinssport gewinnen lassen und dabei unterstützt werden können. Umgesetzt wird das Projekt vom Roter Stern Berlin 2012 e.V. Der Verein setzt sich nicht nur fachlich erfahren für Breiten- und Freizeitsport ein. Er verbindet dies gezielt mit Sensibilisierung für Solidarität, Respekt und Spaß an der gemeinsamen Bewegung. Über Sport und Bewegung sollen junge Menschen jeden Geschlechts und mit unterschiedlichen Voraussetzungen nicht nur körperlich, sondern auch emotional und mental gestärkt und ermutigt werden.
Der KiezSportBus ist das Herzstück des Projektes: Er bringt Sport- und Spielmaterial direkt in den Kiez und ermöglicht spontane, bedarfsgerechte Angebote für unterschiedliche Altersgruppen. Gleichzeitig sorgt der auffällige mobile Treffpunkt für Sichtbarkeit, Verlässlichkeit und einen hohen Wiedererkennungswert im Quartier. Wenn er einmal die Woche zum Calisthenics-Platz Soldiner Straße Ecke Koloniestraße kommt, ist er beladen mit Utensilien für vielfältige Bewegungs- und Sportarten, etwa für Boxen, Basketball, Hula-Hoop oder Bogenschießen. Aus dem Bus steigt ein Team aus selbst sportbegeisterten und empathischen Trainerinnen und Trainern, die auch sozialarbeiterisch tätig sind und sich mit dem „Schnack“ der Kinder und Jugendlichen auskennen. Sie nehmen deren Wünsche und auch Sorgen ernst und orientieren daran wiederum Anpassungen ihrer Angebote. Sie leiten an, beraten, hören zu, machen mit und kümmern sich um die Wartung und Beschaffung der Geräte. Unterstützt wird das Team von Jugendlichen aus dem Quartier, die als „peer helper“ ausgebildet werden. Um die Kontinuität zu gewährleisten, wurde auch für die kalte Jahreszeit eine Lösung gefunden: Die Angebote finden dann im Wechsel im Lückekinder- und Jugendklub Remise des Putte e.V. in der Biesentaler Straße und im frisbee – Kinder- und Stadtteiltreff in der Koloniestraße statt. Letzterer Ort ist auch die „Schlecht-Wetter-Variante“ in den warmen Monaten.
Nach fast einem Jahr Erfahrung hat sich gezeigt: Der KiezSportBus kommt an und wird zunehmend genutzt. Geplant sind daher weitere Stationen und vielleicht entsteht sogar eine eigene Liga. Neben dem Fokus auf den Kiez holt sich das Projekt auch Inspiration im Austausch mit einem ähnlichen und langjährig etablierten Projekt aus Marseille des Vereins Groupe Addap13. Die sogenannten „Urban Sport Trucks“ bilden dort seit vielen Jahren ein zentrales Instrument der Jugendsozialarbeit im öffentlichen Raum.
| Quartier | Soldiner Straße |
|---|---|
| Zeitraum | 2024-2027 |
| Handlungsfeld | Gesundheit und Bewegung |
| Kosten | 150.000 Euro |
Koloniestraße 129
13357 Berlin
Tel: (030) 49914294
E-Mail: qm-soldiner(at)list-gmbh.de
Web: www.soldiner-quartier.de
Roter Stern Berlin 2012 e.V.
Lynarstraße 38
13353 Berlin
m.hesse(at)roter-stern.de
Berichte des Quartiersmanagements:
Auf den Calisthenics-Platz, fertig, los! Startschuss beim Kiezsportbus
KiezSportbus – Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen
Projektbeschreibung auf der Seite des Trägers
Informationen zum Projekt in Marseille:
Addap13 – Organisation
Hintergrund „Prévention par le sport“ (PDF)
Urban Sport Truck (Beispiel)
Erasmus+/Austausch & Kiezsportbus-Kontext