Inhaltliche Handlungsfelder

1) Beschäftigung

Fehlende Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten sind ein zentrales Problem in den benachteiligten Stadtteilen. Vielerorts werden deshalb Maßnahmen angeregt, um Unternehmen und Gewerbebetriebe im Stadtteil zu erhalten. Weiterhin werden Existenzgründungen unterstützt, aber auch Beschäftigungsförderung für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Unternehmen verstärkt. Lokale Netzwerke und Kooperationen werden angeregt und unterstützt.

2) Qualifizierung und Ausbildung

Mit dem Handlungsfeld Qualifizierung und Ausbildung sollen Hürden zum Einstieg in das Arbeitsleben überwunden werden. Im Vordergrund stehen personen- und unternehmensorientierte Qualifizierung. Dabei werden Fähigkeiten und Potenziale von Bevölkerungsgruppen und Einzelpersonen besonders berücksichtigt. Ein wichtiger Baustein für die Berufsorientierung und -vorbereitung für Jugendliche ist das "Freiwillige Soziale Trainingsjahr".

3) Wertschöpfung im Gebiet

Ökonomische Ziele werden mit sozialen und gemeinwesenorientierten Zielen verbunden. Dazu bedarf es vielfältiger und integrierter Ansätze, etwa bei der Schulentwicklung und der Gesundheitsförderung. Dieser Ansatz soll zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Gebiets und zur ökonomischen Selbstständigkeit der dort lebenden und arbeitenden Menschen beitragen.

Um Wertschöpfung im Gebiet zu fördern, bedarf es einer intensiven Bestandspflege der örtlichen kleinen und mittleren Unternehmen durch die lokale Wirtschaftsförderung. Klein- und Kleinstunternehmen werden betreut mit dem Ziel, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen. Gleichermaßen müssen die Menschen für eine Beschäftigung in diesen Betrieben ausreichend qualifiziert sein. Vielfach ist es dafür nötig, Netze über das Quartier hinaus zu schaffen und die Mobilität der Bewohnerinnen und Bewohner zu erhöhen. Insgesamt eine vor Ort ansässige, aber nicht auf den Ort beschränkte Ökonomie zu fördern und zu entwickeln.

4) Soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur

Hier liegt der Schwerpunkt auf zielgruppenorientierten, teilweise generationsübergreifenden und interkulturellellen (Beratungs-) Angeboten und Einrichtungen. Gleichzeitig werden vorhandene Infrastrukturangebote vernetzt und das freiwillige soziale Engagement gefördert. Dieses Handlungsfeld überschneidet sich mit vielen anderen Handlungsfeldern der Programmumsetzung.

5) Schule und Bildung

Schulen erweisen sich als Schlüsselinstitutionen vor Ort. Sie sind keine bloßen Wissensvermittler, sondern Schüler erlernen hier auch soziale und kommunikative Kompetenzen. Wichtige Strategien sind die Öffnung der Schulen – sowohl nach innen für neue Formen der Wissensvermittlung als auch nach außen zum Stadtteil. Schulen können etwa Sprachförderung für Erwachsene anbieten sowie den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt verbessern.

6) Gesundheitsförderung

Mit Armut ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko verbunden. Ansätze der stadtteilbezogenen Gesundheitsförderung in den Programmgebieten zielen zum einen darauf ab, spezielle Angebote für Zielgruppen zu entwickeln. Vor allem für Kinder, Jugendliche, Frauen und Migranten, die mit mittelschichtorientierten Angeboten kaum erreicht werden können. Zum anderen geht es darum, Kooperationen im Gesundheitswesen durch Netzwerkbildung zu verbessern.

7) Umwelt und Verkehr

Umweltbeeinträchtigungen und Mängel der Freizeit- und Verkehrsinfrastruktur sollen beseitigt werden. Hierzu werden integrierte Konzepte für die Freiraum- und Verkehrsentwicklung eingesetzt. Teilweise sind diese Konzepte mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen gekoppelt. Außerdem spielen Maßnahmen und Projekte zur Begrünung und Entsiegelung von Freiflächen sowie der Verkehrsberuhigung und der Neuordnung des ruhenden Verkehrs eine wichtige Rolle.

8) Stadtteilkultur

Kultur und Kunst soll in den Stadtteilen verankert, kulturelle Netzwerke auf- und ausgebaut werden: Die Bewohnerinnen und Bewohner können sich dadurch mit ihren Gebieten neu identifizieren. Das Image des Stadtteils wird verbessert, mit kulturellen Aktionen werden neue Sichtweisen auf den Stadtteil eröffnet. Veränderte Wahrnehmungen, Aneignungs- und Ausdrucksformen können angeregt werden.

9) Sport und Freizeit

Für alle Bevölkerungsgruppen werden nicht-kommerzielle Freizeit- und Sportangebote geschaffen und die Bewohnerschaft zur Nutzung dieser Angebote motiviert. Dabei handelt es sich beispielsweise um zielgruppenorientierte Sport- und Freizeitangebote sowie um die Durchführung von sportlichen und Freizeitaktionen zur Herstellung von Stadtteilöffentlichkeit. Das Handlungsfeld Sport und Freizeit korrespondiert in hohem Maße mit den Handlungsfeldern Soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur, Wohnumfeld und öffentlicher Raum, Stadtteilkultur, Gesundheitsförderung sowie Zusammenleben im Stadtteil.

10) Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen

Mit dem Programm Soziale Stadt soll in den Quartieren das eigenständige Stadtteilleben weiter ausgebaut werden. Dadurch wird der Zusammenhalt und das Miteinander der Quartiersbevölkerung gestärkt sowie ein Klima gegenseitiger Akzeptanz und Anerkennung geschaffen. Dies geschieht insbesondere mit Angeboten an Begegnungsmöglichkeiten, durch Sprachförderung, Konfliktmanagement und Präventionsarbeit sowie durch die Stabilisierung und den Aufbau nachbarschaftlicher und sozialer Netzwerke.

11) Wohnungsmarkt und Wohnungsbewirtschaftung

Neue Schwerpunkte werden vom Neubau zur Sicherung des Wohnungsbestandes gesetzt, Belegungsbindungen werden flexibler, Kunden- und Serviceorientierung werden verstärkt. Mit Maßnahmen in diesem Handlungsfeld werden vor allem Aufwertungs-, soziale Stabilisierungs- und Integrationsstrategien verfolgt.

12) Wohnumfeld und öffentlicher Raum

Bei diesem Handlungsfeld liegt der Blickpunkt auf Freiflächen, Straßen, Plätzen und Innenhöfen. Das betrifft nicht nur Wohngebäude sondern auch Kindergärten und Schulen. Verstärkt werden damit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen verknüpft sowie die Bewohner aktiviert und beteiligt.

13) Imageverbesserung und Öffentlichkeitsarbeit

Einerseits sollen Vorurteile und Informationslücken abgebaut und gleichzeitig Kommunikationsnetze und systematische Berichterstattung entwickelt werden. Diese Strategie führt zu neuen Impulsen bei der Beteiligung an der Stadtteilentwicklung. Realistische Perspektiven für die Entwicklung im Stadtteil können diskutiert und Identifikationsmöglichkeiten mit den Quartieren geschaffen werden. Oft herrscht ein anderes Innenbild im Vergleich zum vorurteilsbehafteten Außenbild. Ziel ist es, den Ruf eines Stadtteils zu stärken sowie über Informations- und Beteiligungsstrategien für eine positive Präsenz in den Medien zu sorgen.