Quartiersräte und Beteiligungsmöglichkeiten

Quartiersrätekongress

Neue Beteiligungskultur

Ressortübergreifende Koordination innerhalb der Verwaltung und eine neue Beteiligungskultur sind zentrale Erfolgsfaktoren und wichtigster Bestandteil des Berliner Quartiersmanagements (QM). Im Berliner QM arbeiten Bewohnerschaft, soziale Einrichtungen, lokale Ökonomie, Wohnungsbaugesellschaften, Verwaltung und weitere Organisationen partnerschaftlich zusammen.

Diese ämterübergreifende, sozialraumorientierte und integrierende Strategie motiviert die Bewohnerschaft, die Entwicklung im Stadtteil mitzugestalten. Ein Vor-Ort-Büro und Quartiersmanagement-Teams sind Anlaufstelle und Kommunikationsschnittstelle im Kiez.

Stimme der Bewohnerschaft

Der Quartiersrat ist die Interessenvertretung der Kiezbewohnerschaft. Er setzt sich aus Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Institutionen aus dem jeweiligen Gebiet zusammen.

Zusammen mit weiteren Akteuren, wie zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Initiativen, Projekten oder Gewerbetreibenden erarbeiten sie gemeinsam mit weiteren Verfahrensbeteiligten die Schwerpunkte der Quartiersentwicklung im Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK). Dieses ist Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen in den Handlungsfeldern im Quartier z B. über den Baufonds und den Netzwerkfonds.

Außerdem entscheiden die Quartiersräte über den Einsatz der Gelder aus dem Projekt- und dem Aktionsfonds. Im Durchschnitt engagieren sich zwischen 15 und 25 Quartiersräte in einem Kiez. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit ist besonders wichtig, da Quartiersräte ihre Erfahrungen einbringen können und ihren Kiez am besten kennen.

Rahmengeschäftsordnung für Quartiersräte in Gebieten des Programms Sozialer Zusammenhalt Berlin

Im Zuge des Reflexionsprozesses zu 20 Jahren Quartiersmanagement wurde auch die Rahmengeschäftsordnung der Quartiersräte überarbeitet (RGO). Entstanden ist keine grundsätzlich neue RGO, sondern eine vereinfachte Fassung mit klarer Strukturierung.

Die RGO stellt die Handlungsgrundlage für die Quartiersräte dar, die somit in allen Quartiersmanagements analog ist. Wichtige Prozesse, wie beispielsweise die Kommunikation oder Abstimmungsverfahren werden in der RGO festgelegt.  Um den unterschiedlichen Zusammensetzungen der Quartiersräte in den einzelnen Gebieten gerecht zu werden, beinhaltet die RGO neben festgelegten Abschnitten auch optionale Passagen (grün dargestellt).

Rahmengeschäftsordnung für Quartiersräte in Gebieten der Sozialen Stadt (RGO)

Beteiligungsmodelle in der Sozialen Stadt

Ziel des Berliner Quartiersmanagements ist es, die Lebensbedingungen in benachteiligten Stadtquartieren zu verbessern. Darüber hinaus soll der soziale Zusammenhalt in der Stadt gestärkt werden. Diese Ziele werden erreicht, indem lokale Probleme gebietsbezogen, partnerschaftlich und fachübergreifend gelöst werden. Wichtig dabei ist, dass sich verschiedene Bevölkerungsgruppen im Quartier aktiv beteiligen können. Die Aktivierung und Beteiligung der Kiez-Bewohnerinnen und -Bewohner geschieht durch vielfältige Formate – von Gremienarbeit im Quartiersrat über die Aktionsfonds-Jury und Aktionen des freiwilligen Engagements bis zu niedrigschwelligen Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen. Es handelt sich hier ausschließlich um informelle Beteiligungsverfahren, die nicht in der Verfassung oder in Gesetzen geregelt sind.

Beteiligungsmodelle in der Sozialen Stadt

Aktionsfondsjury

Eine Aktionsfondsjury entscheidet über die Verwendung des Aktionsfonds mit dem kurzfristig Aktionen aus der Bürgerschaft für den Kiez unterstützt werden können.