NAH DRAN 70 - Stücke junger Tänzer & Choreografen

Sonntag, 10. Juni 2018 - 20:30 Uhr - 21:45 Uhr
ada Studio & Bühne für zeitgenössischen Tanz in den Uferstudios, Studio 7 Uferstraße 23 13357 Berlin ada Studio & Bühne für zeitgenössischen Tanz in den Uferstudios, Studio 7
Die Reihe präsentiert neue oder weiterentwickelte kurze Stücke. Sie bietet eine Plattform, um Stücke (möglich-erweise erstmals) in einem abendfüllenden zu zeigen. Seit der ersten Vorstellung haben sich bereits mehr als 250 Newcomer präsentiert.

Die Reihe präsentiert in regelmäßiger Folge neue oder weiterentwickelte kurze Stücke junger Tänzer und Choreografen, wobei die Grenzen zu Körper-, Sprech- und Musiktheater sowie Performance offen sind. Sie bietet Tänzern und Choreografen eine Plattform, um ihre Stücke (möglicherweise erstmals) in einem abendfüllenden Rahmen dem Berliner Publikum zu zeigen. Seit der ersten NAH DRAN-Vorstellung im Februar 2007 haben sich bereits mehr als 250 Newcomer und Neuankömmlinge in Berlin im ada präsentiert. „Nah dran“ ist dabei Programm: in der direkten Nähe von Bühne und Zuschauerraum in der Studiobühne begegnen sich Tänzer und Zuschauer auf Augenhöhe.

 

Polyxeni Angelidou & Sofia Karagiorgou: the glory of decay

Zwei Körper, die in binärer Opposition stehen, unterbrechen und übertreten die Gesetze der Zeit, indem sie ihre eigene Chronologie aufstellen. In dieser heterotopischen Landschaft unterliegen Symbole und Fiktionen der westlichen Kultur dem Willen der Natur. Orte, Ikonen, Macht- und Wissenssysteme und Reflexionen des gegenwärtigen Status quo werden von äußeren Kräften gewaltsam überfallen. Hier zerfallen stabile Strukturen und parasitäre Elemente setzen sich fest. Das Objekt zersetzt sich und passt sich an, um sich zu entwickeln. Der Körper und seine Bewegungsfreiheit wird wiederum beeinflusst und verändert sich. Die Autonomie des Körperrhythmus und seiner Vertikalität wird zur Plattform einer aufkommenden Symbiose und eines Austauschs.

 

Nuria Höyng: Saturday Sunday

„Saturday Sunday” ist eine Performance, die einen imaginären Zeitraum andeutet. In einer kalten, fast erstarrten Umgebung scheint eine einzelne Tänzerin orientierungslos umher zu treiben. Unheimliche und weiche Klänge formen den Raum, die Bewegungen sind nachbearbeitet und verzerrt, sie verzögern sich und brechen ab. Es ist eine Sphäre, in der sich Unzusammenhängendes verknotet und Erscheinungen in verschiedene Richtungen beginnen, die Bezugsrahmen sind fragmentiert, ungenau, verschwimmen ineinander. Vertrautes kann sich mit dem nächsten Schritt vermischen oder dem Wunsch einer Erinnerung und der Ahnung davon oder was eben gerade noch war. Hier wirft das Bewusstsein über Beobachtung und eine ständig mögliche Korrektur eine schleierartige Textur über die Bewegungen, die sich zwischenzeitlich selbst unterbrechen in der Suche nach Schwere und Reibung.

 

Zac Murphy: ofallgoddess. the cruel Caress of a sexyhexy

Sie interessiert sich für eine neue Erzählung, einen neoatavistischen Mythos.

Sie ist die Jungfrau-Persephone. Sie ist die Mutter-Medea. Sie ist die Alte-Hecate.

Sie spricht zwischen Liebe und Tod. Sie berührt mit Mitgefühl und Grausamkeit. Sie erregt das Erogene mit dem Grotesken. Sie ersetzt Ego durch Ero.

Sie findet Spaß beim Tanzen in ihrem Schlafzimmer. Sie wird plötzlich ihre eigene Mutter. Sie findet Weichheit beim Tanzen in den Flammen.

Sie interessiert sich mehr für Neugier als für Wissen, sie ist okay, wenn sie nichts weiß. Sie fragt sich, ob du die Frau in ihr sehen kannst.

 

 

Mehr Infos: www.ada-studio.de/pages/veranstaltungen.html

 

 

Das ada wird im Rahmen der zweijährigen Spielstättenförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.

 


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