QM Rollbergsiedlung

Wie Gemeinschaftsgärten Inklusion fördern

Im Quartiermanagement-(QM)-Gebiet Rollbergsiedlung gärtnern Anwohnende mit Beeinträchtigungen barrierearm im Rollberg Paradise, wo Körperarbeit an frischer Luft Unruhe reduziert und Begegnungen echtes Zugehörigkeitsgefühl schaffen.

Eine Person im Rollstuhl gießt mit Greifarm Pflanzen im Gemeinschaftsgarten Rollberg Paradise.
Seit dem Umzug des Rollberg Paradise im April 2025 gießen auch Rollstuhlfahrende im barrierearmen Gemeinschaftsgarten selbstständig ihre Beete. (Bild: Mosaik gGmbH, Nomadisch Grün gGmbH)

Das Projektteam versteht den Rollberger Gemeinschaftsgarten „Rollberg Paradise“ schon seit Beginn als offenen Ort für die ganze Nachbarschaft. In der Roland-Krüger-Straße 6 im Rollberger Kiez gärtnern Anwohnende jeden Dienstag. Das Projekt „Wachsen lassen – Gemeinschaftlich gärtnern im Rollberg“, gefördert aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“, hat hier einen inklusiven Treffpunkt für alle Hobbygärtnerinnen und -gärtner geschaffen. Anfangs war die Teilhabe jedoch schwierig: Der Garten lag auf dem Dach einer Tiefgarage, das nur über steile Treppen erreichbar war. Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen kamen kaum hin, Rollstuhlfahrende gar nicht. Als vorläufige Notlösung baute das Team der Prinzessinnengärten, Träger des Gartenprojekts, eine Anzuchtstation in den Räumen des Vereins AWO Kreisverband Südost e.V. ein. Erst mit dem Umzug im April 2025 wurde der Garten barrierearm und auch für Rollstuhlfahrende zugänglich.

Alle gärtnern jetzt mit

So ist das Rollberg Paradise nach mittlerweile drei Jahren Projektlaufzeit nun wirklich ein Garten für alle geworden. Zudem haben die Gartengruppen von Mosaik gGmbH und vom AWO Falk-Club einen festen Platz im Projekt. Sowohl bei der Anzucht von Jungpflanzen als auch in der ganzjährigen Gartenpflege sind die beiden Gruppen nicht mehr wegzudenken.

Die Gruppen bestehen aus Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen verschiedenen Alters und ihren Begleitpersonen beziehungsweise Einzelfallhelfenden. Sie kommen mindestens ein- bis zweimal die Woche vorbei und packen immer damit an, wo sie gebraucht werden.

Natur schafft Ausgeglichenheit

Peggy Büttner, Bewegungstherapeutin bei Mosaik gGmbH, und Ann-Katrin Dammhayn, Leitung des AWO Falk-Clubs, betonen das große Potenzial von Naturerfahrung und Gärtnern für die pädagogische Arbeit. Viele Teilnehmende führen einen Alltag vorwiegend in Innenräumen mit wenig Bewegung. Die Möglichkeit, sich bei körperlicher Arbeit an der frischen Luft auszupowern, wirkt sich äußerst positiv aus.

Frische Luft und Natur schaffen hier eine beruhigende Oase inmitten Neuköllns für mehr innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Gleichzeitig fördert die Arbeit Selbstbestimmung durch freie Aufgabenwahl: Wer gießen, sortieren, ernten oder Schubkarren schieben möchte, entscheidet es für sich. Die Teilnehmenden tun, was ihnen gut gelingt, und fühlen sich gebraucht. Außerdem wecken die Begegnungen mit anderen Gärtnerinnen und Gärtnern ein starkes Zugehörigkeitsgefühl.