Überzeugende Ansätze aus dem QM, die bleiben und wachsen

Selten wird auf dem Dachportal ein Projekt zweimal als „Projekt des Monats“ präsentiert – zumal eines, das bereits abgeschlossen ist. Doch das hat gute Gründe: Die „Aufsuchende Arbeit mit Seniorinnen und Senioren“ hat nicht nur über zwei Programmjahre gezeigt, wie die Teilhabe von Seniorinnen und Senioren nachhaltig gestärkt und bedarfsgerecht gestaltet werden kann. Das Projekt ist inzwischen verstetigt und gewachsen – sowohl räumlich als auch in der Angebotsvielfalt. Und es wird nun durch das Bezirksamt Spandau finanziert. Das Bewährte wird dabei fortgesetzt: das „Redemobil“ als Herzstück im Projekt, eine strikt bedarfsorientierte Angebotsentwicklung, die enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement (QM) und anderen Kooperationspartnern im Quartier sowie das erfahrene Projektteam vom Fördererverein Heerstraße Nord e. V., das den älteren Menschen vertraut ist. Der Impuls für das Projekt kam aus dem Quartiersrat und wurde als Antwort auf Altersarmut und Einsamkeit entwickelt. Gerade während der Pandemie zeigte sich, wie sehr direkte Kontaktaufnahme ein Schlüssel zur Teilhabe ist und aus der Isolation führen kann.   

Angebote, die wirklich gewollt sind – „nicht andersherum“

Das „Redemobil“ ist ein Lastenrad gefüllt mit Infomaterial: zu finden sind hilfreiche wohnortnahe Kontakte und Dienste, Begegnungsorte und Gelegenheiten zum Mitmachen im Quartier sowie Sprechzeiten im Projekt. Das Rad fährt an mehreren Tagen in der Woche durch das Quartier und hält an festen Stationen – etwa am Ärztehaus in der Obstallee, am Staaken Center oder am Brunsbütteler Damm. Doch für den Kontakt am wichtigsten ist die Lenkerin des Redemobils – und diese Rolle übernimmt Projektkoordinatorin Stefanie Bath selbst. Sie kennt viele der älteren Menschen im Quartier, kommt aber auch mit jüngeren Alleinlebenden in Kontakt, die ebenso unter Einsamkeit leiden: Nur selten verlassen sie ihre Wohnung und wie viele alte Menschen sind sie gefährdet, im Kiez und gesellschaftlich „unsichtbar“ zu werden. In Gesprächen am Redemobil und in den Sprechzeiten werden spezielle Themen, Sorgen und Wünsche deutlich, die die Menschen bewegen und interessieren. Genau darauf ausgerichtet werden dann regelmäßige und einmalige Angebote. Dazu gehören das Generationencafé, die „Kulinarische Weltreise“ oder der gemeinsame Aktionstag zum Weltseniorentag am 1. Oktober. Sie werden gemeinsam mit Partnern aus dem Quartier umgesetzt. „Andersrum machen wir das nicht mehr“, sagt Stefanie Bath mit Kritik an dem Vorgehen, Angebote zu schaffen, ohne die Bedarfe der Zielgruppen genau zu kennen. 

Manchmal erfährt das Team von dem Wunsch nach Kontaktaufnahme zu Hause, weil die Betroffenen nicht mehr selbstständig die Wohnung verlassen können. Auch diesem Bedürfnis kommt das Projekt aufsuchend nach. Dass Teilhabe durch Verbesserung der Erreichbarkeit positiv beeinflusst werden kann, haben sich das QM-Team und der Fördererverein nicht nur gedacht, sondern auch gemacht: Im Projekt wurden 17 seniorengerechte Sitzbänke installiert, die barrierearme Verschnaufpausen auf dem Weg durch das Quartier und zu Angeboten erleichtern und durch Informationsangebote in Form von Schaukästen flankiert sind. Dabei ist jede Bank auch ein Ort, an dem Einsamkeit ein Stück kleiner und Nähe ein Stück größer werden kann. 

Quartier Heerstraße (und darüber hinaus)
Zeitraum 2021 bis 2024, seit 2025 vom Bezirksamt Spandau finanziert
Handlungsfeld Integration und Nachbarschaft
Kosten 124.000 (PJ 2020) und 69.000 Euro (PJ 2022)

Kontakt & weiterführende Links

Quartiersmanagement Heerstraße Nord

Blasewitzer Ring 32
13593 Berlin
E-Mail: quartiersverfahren(at)heerstrasse.net
Tel.: 030 617 400 77
Web: https://qm-heerstr-nord.de/

Fördererverein Heerstraße Nord e.V. 

Obstallee 22c
13593 Berlin
E-Mail.: Stefanie Bath (Projektkoordination): s.bath(at)foev-hn.de 
Tel.: 030 470 60 50-30 

 

Weiterführende Links

Zu den Angeboten auf der Seite des Förderervereins Heerstraße Nord e. V.

www.foev-verbund.de/aktuelles

Projekt des Monats Dezember 2021 gemeinsam mit anderen Projekten für Seniorinnen und Senioren in Spandau