Integration und Chancengleichheit



- Die nachbarschaftliche Kaffeetafel in der Gropiusstadt hat Tradition.
qm-gropiusstadt.de
Integrative Ansätze
Notwendig ist bei dem Programm "Soziale Stadt" ein integrativer Ansatz. Ungewöhnlich ist bei der Stadtteilentwicklung das Zusammentreffen unterschiedlicher Probleme aus verschiedenen Politikfeldern: In "Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf" treffen soziale auf bauliche, Integrations- auf Bildungsprobleme.
Integration und Chancengleichheit sind zwei große Themen des Quartiersmanagements. Verschiedene Ansätze und Fördermöglichkeiten sollen helfen, Menschen aus anderen Herkunftsländern zur Mitarbeit für ihren Kiez zu aktivieren ebenso wie jüngere und ältere Anwohner für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.
Im Bildungsbereich besteht zum Teil erheblicher Nachholbedarf, gerade bei Anwohnern mit migrantischem Hintergrund: Wer keinen Schulabschluss hat oder wer schlecht Deutsch spricht, dessen Chancen auf ein geregeltes Arbeitsleben sinken beträchtlich. Bildung und Sprachförderung stehen deswegen in Quartieren mit hohem Migrantenanteil mit an erster Stelle.
Bundesweit gibt es in den Quartiersmanagement-Gebieten zahlreiche Nachbarschaftsprojekte. Mit großem sozialem Engagement fördern sie die Integration aller Stadtteilbewohner in das Geschehen vor Ort. Jährlich werden beispielhafte Projekte beim Wettbewerb "Soziale Stadt" ausgezeichnet.
Offen für Jugendliche



- Jugendliche aus dem Schillerkiez beim Jugendintegrationsgipfel vor dem Bundeskanzleramt im Mai 2007
schillerpromenade-quartier.de
Um Demokratie, Solidarität und Wohlstand in der Gesellschaft zu stärken, sollen besonders Jugendliche eingebunden werden. Eine aktive Mitwirkung der Jugend an Entscheidungen und am Handeln auf kommunaler Ebene und somit auch am Quartiersmanagement, ist unerlässlich.
Junge Menschen sind Mitbürger, genau wie die übrigen Altersgruppen ihrer Wohngemeinde, denen sämtliche Formen der Beteiligung offen stehen sollten. Gemeinden und Regionen tragen mit ihrer Unterstützung und Förderung der aktiven Mitwirkung Jugendlicher also nicht nur zu deren sozialer Integration bei, sondern weisen ihnen auch einen Weg, mit den Schwierigkeiten und dem Druck, dem sie ausgesetzt sind, umzugehen und sich den Herausforderungen der modernen Gesellschaft zu stellen.
Praxisbeispiel "Stadtteilmütter"



- Die Neuköllner Stadtteilmütter mit dem obligatorischen roten Schal.
Foto: high-deck-quartier.de
Viele Eltern haben Probleme, ihre Erziehungs- und Bildungsaufgaben angemessen wahrzunehmen. Notwendig ist es hier, Schritte und Maßnahmen einzuleiten, die allen Kindern gleiche (Start-)Chancen einräumen.
Das Projekt "Stadtteilmütter" setzt vor allem auf die bessere Erreichbarkeit der Eltern mit migrantischem Hintergrund und die Vermittlung von Sprach- und Sozialkompetenzen. In speziellen Kursen ausgebildete Stadtteilmütter nichtdeutscher Herkunft besuchen Familien und bringen ihnen verschiedene Themen der Erziehung und gezielten Förderung von Kindern und Jugendlichen nahe.
Die Finanzierung
Die Finanzierung des Projekts Stadtteilmütter erfolgt aus Programmmitteln der Sozialen Stadt und Mitteln des Bezirks. Mit den Mitteln wurde bisher die Ausbildung und der Einsatz von insgesamt 166 Stadtteilmüttern finanziert, wodurch bis 2008 ca. 2.288 Familien in den Nord-Neuköllner Quartiersmanagement-Gebieten im Sinne des Verfahrens informiert und beraten wurden. Das Projekt wird begleitend evaluiert. Es ist gesichert, dass die Ergebnisse der Evaluation in die Projektausrichtung und -struktur einfließ
Die Stadtteilmütter in Neukölln und anderswo
Die positiven Erfahrungen mit dem Projekt "Stadtteilmütter" im Quartiersmanagement Schillerpromenade wurden bereits auf weitere Quartiersmanagementgebiete ausgeweitet. So ist es in allen Neuköllner Gebieten etabliert.
Quartiere in Mitte haben das Konzept ebenfalls übernommen. Im März 2009 startete im Wedding das Projekt "Brunnenkiezmütter". Träger ist die Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH. Im Gebiet Moabit West begann im Oktober 2006 das Projekt "Mütter für Mütter" (MüfüMü), das bis Ende 2010 läuft. Ausgebildet sind 20 Frauen. Träger ist die Diakoniegemeinschaft Bethania.
In Friedrichshain-Kreuzberg wurden/werden 2008/2009 jeweils 30 Frauen im Fördergebiet Mehringplatz zu Stadtteilmüttern ausgebildet. Träger ist das Diakonische Werk Berlin Stadtmitte.
Auch über die "Soziale Stadt-Kulisse" hinaus findet der Projektansatz Beachtung. Das Diakonische Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf e.V. hat, beginnend mit dem September 2008, das Projekt "Stadtteilmütter in Steglitz" gestartet. Es waren 15 Frauen aus der Thermometersiedlung in Ausbildung, die Anfang März 2009 ihre Tätigkeit aufgenommen haben. Finanziert wird das Projekt aus Eigenmitteln des Diakonischen Werks in Kooperation mit dem Jobcenter (über MAE).
Stadtteilmütter gewinnen Metropolis-Award 2008!
14 Metropolen hatten sich beworben und Berlin hat den ersten Preis gewonnen! Am 24. Oktober 2008 konnte der Preis im Rahmen des 9. Metropolis World Congress in Sydney in Empfang genommen werden.
Evaluation des Projektes 2006 bis 2008


Evaluationszeitraum 2006 bis 2008, erstellt im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt durch Camino - Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH, Scharnhorststraße 5, 10115 Berlin. Zum Evaluationsbericht
Weiterführende Links
Preis "Soziale Stadt" - Preisträger 2004, Erika-Mann-Grundschule (QM Pankstraße)





