Verstetigung

Studie zur Verstetigung

Verstetigung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und sollte so frühzeitig wie möglich begonnen werden. Dies sind zwei der Handlungsempfehlungen der Studie „Verstetigung in der Sozialen Stadt“ (veröffentlicht im März 2017). Die Studie untersuchte anhand von Erfahrungen aus den Jahren 2015 und 2016, wie sich durch das Quartiersmanagement aufgebaute Strukturen nachhaltig sichern lassen.

Schlussbericht der Studie „Verstetigung in der Sozialen Stadt“

Das Programm Soziale Stadt ist eine zeitlich und örtliche begrenzte Interventionsstrategie und nicht auf Dauer angelegt. Ist ein Gebiet erfolgreich stabilisiert, sodass die Regelversorgung des Bezirkes ausreichend ist, leitet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen die Beendigung des Quartiersmanagements in einem Gebiet ein. Dazu gibt es eine zweijährige Übergangsphase, damit bewohnergetragene Strukturen weiter gefestigt werden können.

Kriterien und Indikatoren

Zwei Kriteriengruppen mit verschiedenen Indikatoren bilden die Grundlage dafür, welches der Quartiersmanagementgebiete in Regelstrukturen übergeleitet werden kann. Berücksichtigt wird auch die Dauer des Quartiersmanagementverfahrens

  1. Daten zur sozialen Lage auf Grundlage des Monitorings Soziale Stadtentwicklung
  2. Qualität der lokalen Strukturen und Bedingungen vor Ort wie Aktivierung der Bewohnerschaft, Verantwortungsübernahme für den Kiez, Vernetzung, Bildungserfolge, lebendiger Kiez, Wohnzufriedenheit

Aktionsplan

Bei der Überleitung der Quartiersmanagementverfahren in die Regelversorgung des Bezirks vereinbaren allen Verfahrensbeteiligten eines Quartiers einen Aktionsplan. Der Aktionsplan legt auch fest, in welchem Umfang und in welcher Form das Bezirksamt die Gebietsentwicklung nach Abschluss des Quartiersmanagements unterstützt.

Übergangsphase und neue Quartiersmanagementgebiete

Vier Quartiersmanagementgebiete wurden bis Ende 2015 beziehungsweise bis Ende 2016 in die Regelstrukturen der Bezirke überführt. Im Wrangelkiez (Friedrichshain-Kreuzberg) endete diese so genannte Verstetigung am 31.12.2015. Am 31.12.2016 endeten die Quartiersmanagementverfahren  Magdeburger Platz - Tiergarten Süd (Mitte), Sparrplatz (Mitte) und Reuterplatz (Neukölln).

Die Verstetigung ermöglichte, etwa in gleichem Umfang neue Gebiete in das Programm aufzunehmen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (ab Dezember 2016: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen) hatte einen externen wissenschaftlichen Gutachter (IfS - Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH) beauftragt, Vorschläge für neue Gebiete im Programm Soziale Stadt zu unterbreiten.

Ausgewählt wurden:
Boulevard Kastanienallee (Marzahn-Hellersdorf), Gesundbrunnen (Mitte), Klixstraße / Auguste-Viktoria-Allee (Reinickendorf) und das Kosmosviertel (Treptow-Köpenick). Sie wurden ab 2016 neue Quartiersmanagementgebiete.

Die neuen Gebiete wurden innerhalb der Kulisse ermittelt, die im Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2013 als „Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf“ definiert ist.  Die Auswahl von neuen Gebieten erfolgte in engem Dialog mit den Bezirken sowie den Fachressorts des Senats. Der Senat hat darüber am 22. Dezember 2015 beschlossen.