Seit dem Jahr 2010 spielt Schach an der Andersen-Grundschule eine wichtige Rolle. Vor allem Mädchen werden gezielt gefördert, da sie im Berliner Wettkampfschach wenig vertreten sind. Außerdem bietet die Schule Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern Schachgrundausbildungen an und bezieht inzwischen auch Kindertagesstätten sowie Anwohnende ein. Zu dieser Entwicklung trug zeitweise auch das QM-Projekt „Schach-Campus Soldiner Kiez“ bei, das aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert wurde. Die Förderung half, den Schachunterricht, die Angebote und die festen Abläufe an der Andersen-Grundschule weiter auszubauen und zu festigen. Mittlerweile richtet die Schule unabhängig von Projektförderungen ein eigenes Schachturnier für alle Schulen in Berlin-Mitte aus. Ende Januar 2026 stand dann die feierliche Enthüllung des Gütesiegels an.
Bei der Würdigung erschienen Vertreterinnen und Vertreter des Bezirks, darunter die Schulaufsicht und der Bezirksstadtrat für Schule und Sport Benjamin Fritz. Schulleiterin Mergenthaler-Starke erklärte in ihrer Rede, warum das Siegel so besonders ist: Dafür musste die Schule zehn Anforderungen von Räumlichkeiten bis hin zu Lehrmaterialien erfüllen. Dazu gehören gezielte Lehrpläne, eigene Räume, Tablets und Lernmaterialien für das Strategiespiel. Der Erfolg der Kinder bei Turnieren bestätigt diesen Einsatz. Seit dem Jahr 2023 gewinnen die Schulkinder pro Jahr im Durchschnitt drei Mannschaftsspiele mit vier bis sechs Personen, wie der Schachlehrer Harald Fietz in seiner Ansprache erklärt, und „Einzelmedaillen zählen sie gar nicht mehr“. Der Grundstein dafür wird im Unterricht gelegt.
Alle Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen lernen im Unterricht die Grundregeln des Schachs. Einige wechseln danach in Talente-Gruppen, wobei besonders begabte Kinder im Begabtenprogramm bis zum Schulabschluss für Turniere trainiert werden. Auch Kinder ohne Weiterförderung erlernen die Grundlagen, auf denen sie im Unterricht und Pausen aufbauen können.
Den Titel „Deutsche Schachschule in Gold“, der von der Deutschen Schulschachstiftung vergeben wird, darf die Schule unter Leitung der Schachlehrenden Swantje Munser und Harald Fietz nun bis zum Jahr 2030 tragen, bis sie sich neu bewerben müsste. In der Zwischenzeit sollen die Lehrpläne weiter verfeinert und eine Kooperation mit Wrocław in Polen, dem Herkunftsort des erfolgreichen Schachspielers Adolf Anderssen, entstehen.