Soldiner Straße / Wollankstraße

Zur Wohnsituation

Der Soldiner Kiez ist ein dicht bebautes Wohnquartier mit überwiegend gründer- und kaiserzeitlichen Gebäuden, vereinzeltem Wohnungsbau der 1920er und der 1970er bis 1980er Jahre. Vereinzelte Baulücken werden zunehmend mit Wohnungsneubau geschlossen. Mit seiner innenstadtnahen Lage kommt dem Quartier eine Übergangsfunktion zwischen dem Außenbezirk Pankow und dem Zentrum Alexanderplatz und dem parlamentarischen Hauptstadtsitz zu. Diese Innenstadtrandlage knapp außerhalb des S-Bahnrings spiegelt das Bild eines in seinem Besatz an ethnischer Ökonomie und kulturell vielfältig geprägten Stadtteils. Es findet sich aber auch ein ganz eigenständiges Netz von kiezspezifischen, markanten Einrichtungen, die Zeichen sind von Vielfalt und Kiezleben. Von den Anwohnenden wird der Soldiner Kiez liebevoll als „unaufgeräumtes Wohnzimmer” bezeichnet.

Entwicklungsziele, Leitbild

Das Gebiet ist ein innenstadtnahes authentisches Wohnquartier mit einer ausgewogenen sozialen Mischung, das für alle Bewohnerinnen und Bewohner Lebensqualität bietet und dauerhaft bezahlbar bleibt.  Es ist geprägt von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Generationen, die in einer lebendigen und solidarischen Nachbarschaft zusammenleben. Es bietet mit seinen Grünflächen, Spielplätzen und Straßenräumen abwechslungsreiche Erholungs-, Freizeit- und Kommunikationsorte mit hoher Aufenthaltsqualität.

Aktuelle Handlungsschwerpunkte

Nachbarschaft und Integration

  • Schaffung von mehr Begegnungsorten
  • Stärkung der kulturellen Vielfalt
  • Förderung der Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund an Aktionen, Projekten und Gremien
  • Schaffung von niedrigschwelligen Begegnungsformaten zur Förderung der Begegnungen zwischen unterschiedlichen Gruppen im Kiez
  • Schaffung zielgruppenspezifischer und generationsübergreifender Angebote
  • Stärkere Verbreitung und Kommunikation der vorhandenen Angebote im Kiez
  • Förderung von Freizeitangeboten und Schaffung von barrierefreien Orten für Menschen mit Behinderung
  • Förderung von Antidiskriminierungsarbeit
  • Schaffung von niedrigschwelligen Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche
  • Schaffung eines größeren (mehrsprachiges) Sozialberatungsangebots

Bildung

  • Verbesserung der Bildungschancen für Kinder und Jugendliche
  • Förderung der Bildungsinfrastruktur im Kiez, Schaffung von weiterführenden Schulen
  • Stärkung der Bildungsgerechtigkeit, Schaffung nachhaltiger Strukturen der Sprachförderung, Schaffung grüner Lern- und Erfahrungsorte für bestehende Grundschulen, unter anderem vor dem Aspekt der Umweltbildung
  • Schaffung zusätzlicher Räume für die Schulen zwecks Ganztagsschule
  • Förderung der Vernetzung zwischen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulen (Raummangel)
  • Schaffung von mehr und sicheren Aufenthaltsräumen für Kinder und Jugendliche
  • Förderung von präventiver Antidiskriminierungsarbeit

Öffentlicher Raum

  • Sicherung der Nutzbarkeit und/oder Nutzbarmachung von öffentlichen Grünflächen
  • Aktivierung von Anwohnenden zur Pflege/Aufwertung von nachbarschaftlichen Grünflächen
  • Aufwertung und Modernisierung von öffentlichen Spielflächen
  • Nutzbarmachung von (temporär) ungenutzten öffentlichen/privaten Flächen, zum Beispiel Sporthallen, Schulhöfen, Parkflächen
  • Schaffung von nachbarschaftlichen, niedrigschwelligen, multifunktionalen, kostenfreien Begegnungsorten für unterschiedliche Aktivitäten/Angebote, zum Beispiel ein Kiezplatz, Marktplatz, Open-Air Kulturort
  • Schaffung von verkehrsberuhigten Zonen
  • Förderung von Projekten zur Umnutzung von Verkehrsflächen
  • Inklusive Verkehrsplanung
  • Behebung von andauernden Konflikten in der Verkehrs- und Straßenplanung
  • Regelmäßige Pflege und Säuberung der öffentlichen Grün-/ Spielflächen
  • Regelmäßigere Sperrmüllaktionen

Gesundheit und Bewegung

  • Instandsetzung, Aufwertung und Pflege der öffentlichen Spiel- und Sportflächen
  • Schaffung frei bespielbarer Bewegungsräume, das heißt multifunktionale Flächen an denen verschiedene Arten von Bewegung und Sport möglich sind
  • Schaffung von mehr niedrigschwelligen Bewegungsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen
  • Schaffung von inklusiven und barrierefreien Bewegungsangeboten/-räumen
  • Verstärkung der Präventions-/ Aufklärungsarbeit im Bereich Sucht, zum Beispiel im Bereich Drogen, Medien
  • Sensibilisierung für gesunde Ernährung 

Beteiligung, Vernetzung und Kooperation mit Partner

  • Entwicklung niedrigschwelliger, themenbezogener Beteiligungsstrukturen beziehungsweise konkreter Formate, zum Beispiel Grüne Beteiligung
  • Nachhaltigkeit von Beteiligung
  • Aufrechterhaltung der Motivation von Gremienmitgliedern sowie Erweiterung bestehender Beteiligungsmöglichkeiten und Ideenentwicklung für zukünftige Partizipationsangebote, auch hinsichtlich der Verstetigung des QMs
  • Chance auf Beteiligung: Förderung von demokratischer Meinungsbildung und Teilhabe sowie Berücksichtigung der Stimme junger Menschen auf Kiezebene
  • Etablierung von Kinder- und Jugendbeteiligung als Baustein der Quartiersentwicklung

Klimaschutz und Klimaanpassung

  • Pflege und Instandsetzung bestehender und neuer Grünflächen
  • Verwendung artenreicher Bepflanzungen zur Gestaltung von Freiflächen, Gärten, Höfen
  • Schaffung von grünen öffentlichen Begegnungsorten sowie Lern- und Erfahrungsräumen
  • Schaffung von Räumen mit Klimafunktion
  • Förderung von Biodiversität und artenreicher Stadtnatur
  • Vernetzung von grünen Akteurinnen und Akteuren/Grün- und Freiräumen
  • Schaffung von Bildungsangeboten im Bereich Klimaschutz und Umweltgerechtigkeit
  • Aufbau eines Multiplikatorinnen- und Multiplikatrennetzwerks
  • Aktivierung/Sensibilisierung der Nachbarschaft für Klimathemen
  • Entsiegelung und Umnutzung von (Verkehrs-)flächen
  • Klimafreundliche Instandsetzung- und Baumaßnahmen
  • Stärkung klimafreundlicher Mobilität
  • Etablierung dezentraler, erneuerbarer Energiequellen (zum Beispiel Solarthermie, Geothermie)
     

Statistik

Bezirk Mitte
Fördergebiet seit 1999
Fördermittel 16,824 Millionen €
Fläche 70,84 ha
Einwohnerinnen und Einwohner 18.452
Bewohnerinnen und Bewohner
mit Migrationshintergrund
68,5 %
  Stand: April 2021

Kontakt und Vor-Ort-Büro

AnsprechpartnerSenat, Bezirk, Quartiersmanagement

TrägerUrbanPlan Gesellschaft für Projektsteuerung, Architektur, Städtebau und Forschung mbH

Das Vorortbüro befindet sich in der Koloniestr. 129, 13359 Berlin.