20 Jahre Berliner Quartiersmanagement

Feierlichkeiten

Der Senatsbeschluss zur Einführung des Städtebauförderprogramms im März 1999 war die Geburtsstunde des Berliner Quartiersmanagements. Seitdem sind 20 Jahre vergangen. Im Jubiläumsjahr 2019 werden daher mit der breiten Öffentlichkeit  das Quartiersmanagement und seine positiven  Auswirkungen auf die gesamte Stadt gefeiert. Über das Jahr hinweg sind verschiedene Veranstaltungen geplant, in denen die Erfolge der Sozialen Stadt in den Quartieren und mit der Nachbarschaft vor Ort dargestellt werden. Die festlichen Höhepunkte im Jahr sind ein Presserundgang durch das QM Körnerpark am 28. März und ein Festempfang am 10. September.

Veranstaltungskalender

Damit Sie keinen Termin im Jubiläumsjahr verpassen, können Sie hier die Liste mit allen Terminen herunterladen oder Sie stöbern in unseren Termin-Empfehlungen. Die Terminlisten werden monatlich aktualisiert. Viel Spaß!

Graphic Recording vom 10. Quartiersmanagement Kongress. Bild: Esther Blodau
Graphic Recording vom 10. Quartiersmanagement Kongress. Bild: Esther Blodau

Reflexionsprozess

      Das Jubiläum der Sozialen Stadt wurde zum Anlass genommen, um gemeinsam mit der Stadtgesellschaft auf das Programm zu schauen. Ziel ist, die Möglichkeiten der Sozialen Stadt noch wirksamer für die Quartiere und die gesamte Stadt einzusetzen.

Im Rahmen dieses kritischen Reflexionsprozesses fanden neben zwei Umfragen insgesamt zwei Quartiersrätekongresse und vier Workshops statt. Das Themenfeld der Veranstaltungen streckte sich von Beteiligung über Ziele und Handlungsfelder bis hin zur Programmstruktur. Sowohl Verfahrensbeteiligte als auch Interessierte aus der Fachöffentlichkeit reflektierten den Stand des Programms Soziale Stadt in Berlin. Neben der Entwicklung in den Programmgebieten wurden auch die Auswirkungen des Programms auf die gesamt Berlin beleuchtet.

Die Erkenntnisse der Befragungen und der Diskussionen in den Veranstaltungen wurden in einem Ergebnispapier aufbereitet.

Die Schlussfassung des Ergebnispapiers vom März 2019 stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Reflexionsprozess finden Sie hier

 

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Bilanz in Zahlen und Fakten

34 Quartiere
Zurzeit erhalten 34 Quartiere in acht Bezirken Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt. Insgesamt wurden seit 1999 42 Quartiere unterstützt.

423.000 Bewohnerinnen und Bewohner
In den Gebieten, die derzeit gefördert werden, wohnen zurzeit 423.000 Menschen. Viele von ihnen engagieren sich und gestalten die Entwicklung ihrer Nachbarschaft aktiv mit.

1.300 Quartiersräte und Mitglieder in Aktionsfondsjurys
Bewohnerinnen und Bewohner wirken in den Gremien des Quartiers mit. In jedem Gebiet gibt es einen Quartiersrat. Er setzt sich aus gewählten Bewohnerinnen und Bewohnern und Vertreter*innen aus Einrichtungen im Stadtteil sowie Partnern der Quartiersentwicklung zusammen. 

Der Quartiersrat entscheidet unter anderem über die Vergabe von Projektfördermitteln und bestimmt die langfristigen Ziele der Gebietsentwicklung mit.

Ähnlich zusammengesetzt ist die Aktionsfondsjury. Hier wird über die finanzielle Unterstützung von kurzfristigen Aktionen entschieden.

120 Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager
In jedem Quartier gibt es ein Vor-Ort-Büro. Hier arbeiten drei bis vier Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager. Sie sind erste Ansprechpartner für gute Ideen, Initiativen und spannende Projekte zur Entwicklung des Kiezes. Sie kümmern sich um Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner, halten Kontakt zu Einrichtungen im Quartier und zur Verwaltung und steuern Projekte und Beteiligungsprozesse.

472 Millionen Euro Fördermittel
Zwischen 1999 und 2019 wurden insgesamt 472,06 Millionen Euro im Programm Soziale Stadt ausgegeben. Wie in der Städtebauförderung üblich, handelt es sich um eine Kofinanzierung aus verschiedenen Finanzquellen.

In Berlin werden zusätzlich zu Bundes- und Landesmitteln EU-Mittel verwendet. Der Anteil europäischer Mittel des EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) beträgt 140,85 Millionen Euro. Der Bund beteiligte sich mit 107,61 Millionen Euro. Das Land Berlin steuert 223,60 Millionen Euro bei.

Vier Quartiersfonds
Seit 2014 werden die Mittel auf vier Fonds aufgeteilt:

  • Die Mittel des Aktionsfonds werden für kurzfristige Aktionen bis zu einer Höhe von 1.500 Euro pro Projekt vergeben.
  • Mit Mitteln aus dem Projektfonds werden Projekte ab 5.000 Euro gefördert.
  • Baumaßnahmen ab 50.000 Euro werden aus dem Baufonds finanziert.
  • Quartiers- und fachübergreifende Projekte ab 50.000 Euro werden aus dem Netzwerkfonds unterstützt.

Die Ausstattung der Fonds im Jahr 2019 umfasst 350.000 Euro im Aktionsfonds, 8 Millionen Euro im Projektfonds, 3,59 Millionen Euro im Netzwerkfonds und 11,56 Millionen Euro im Baufonds.

Fünf Handlungsfelder
Bauliche und sozio-integrative Maßnahmen gehen im Quartiersmanagement Hand in Hand. Deutlich machen das die fünf Handlungsfelder:

  • Bildung,
  • Ausbildung und Jugend,
  • Arbeit und Wirtschaft, Nachbarschaft,
  • öffentlicher Raum sowie
  • Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner

Dabei geht es um Integration und Verbesserung des Zusammenlebens in den Quartieren.

8,5 bis 240 Hektar große Quartiere
2.200 Hektar umfassen alle Quartiersmanagementgebiete zusammengenommen. Flächengrößtes Gebiet ist mit 240 Hektar Marzahn NordWest, das Kleinste ist die Düttmann-Siedlung mit 8,5 Hektar.

Neun Verstetigungsgebiete
Von den 34 Quartieren befinden sich derzeit neun Gebiete in der Phase der Verstetigung. Die dort geförderten Maßnahmen werden in den nächsten Jahren abgeschlossen. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, die positiven Entwicklungen fortzusetzen - dann getragen durch die Bezirke und die Stadtteilakteure. Das Quartiersmanagementverfahren wird dort zum 31.12. 2020 beendet.

Zwischen 2008 und 2016 wurde die Förderung bereits in acht Quartieren beendet.

100 Prozent partnerschaftlich
Quartiersentwicklung geht nur mit vielen Partnern zusammen. Netzwerke zu knüpfen und Akteure und Einrichtungen im Stadtteil zur Zusammenarbeit zu gewinnen, ist eine wichtige Aufgabe der Quartiersmanagerinnen und -manager. Dazu gehören unter anderem Schulen, Kitas und weitere Bildungseinrichtungen, Vereine und Initiativen sowie Gewerbetreibende und lokale Unternehmen. Auch Wohnungs- und Immobilieneigentümer kooperieren.

7255 Projekte
Vom Bau des Stadtteilzentrums bis zur Urban-Gardening-Initiative, von den Stadtteilmüttern bis Peer Helpern, vom Bewegungsangebot für Kinder bis zum Nachbarschaftstreff der Seniorinnen und Senioren: Mit dem Programm Soziale Stadt wurden in den 20 Jahren Viele und Vieles unterstützt. Gemeinsames Ziel dabei: Die Lebenschancen der Menschen in benachteiligten Stadtquartieren zu verbessern.

Hier können Sie die Bilanz herunterladen.