QM Harzer Straße

Gegen Müll im öffentlichen Raum vorgehen

Das Quartiersmanagement-(QM)-Team Harzer Straße kämpft gegen Müll im Kiez. Dabei wirken regelmäßige Putzaktionen direkt. Außerdem unterstützt das Kulturlabor Trial & Error mit Müllspaziergängen, Workshops und Sperrgut-Märkten.

Eine Clean-Up-Box steht vor einer bunten Wandmalerei.
In der Clean-Up Box vor der Kita Wildenbruchstraße befinden sich Hilfsmittel und Werkzeuge, die für die Dauer der Aktion geliehen werden können. Die Box kann mithilfe eines Codes geöffnet werden. (Bild: QM Harzer Straße)

Für viele Anwohnende des Harzer Kiezes ist der herumliegende Müll eines der größten Probleme im öffentlichen Raum. Matratzen liegen auf Bürgersteigen, Müllecken bilden sich, Straßen füllen sich mit Verpackungen, Plastikteilen und Kippen. Der Abfall verschmutzt nicht nur das Stadtbild, sondern belastet auch die Umwelt. Giftige Stoffe sickern in Böden und Grundwasser, Mikroplastik gelangt in die Nahrungskette der Stadt-Tiere.

Müllaktionen schon vor dem QM im Harzer Kiez

Yara Pascal Füssel arbeitet seit dem Jahr 2016 gegen Müll im Harzer Kiez – damals als Bildungskoordinatorin. Sie organisierte zusammen mit Schulen und Kindertagesstätten zweimal jährlich Kiezputze, bei denen Kinder und Anwohnende mit Greifzangen und Säcken bewaffnet in den Straßen Müll aufsammelten. Selbstgebastelte Trommeln, kreative Müllsammel-Wettbewerbe und Abschlussfeste sorgten für gute Stimmung bei den Kiezputzen. Ziel war es, das Problem ins öffentliche Bewusstsein zu bringen und die Sache nicht ohnmächtig hinzunehmen. Das QM setzte diese Tradition fort, weil private Initiativen ebenfalls regelmäßig putzten. 

Trial & Error sensibilisiert kreativ

Weil die Putzaktionen allein nicht reichten, erweiterte das QM seine Strategie und startete das Projekt „Idyll ohne Müll“, das aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt" gefördert wird. Sie holten sich dazu mit dem Kulturlabor Trial & Error einen Projektträger ins Boot, der bereits Erfahrung mit Müllinitiativen gesammelt hat. Dabei verfolgt das Projektteam verschiedene Ansätze: In Zusammenarbeit mit Anwohnenden sowie der Berliner Stadtreinigung (BSR) wird bei Müllspaziergängen das Abfallaufkommen dokumentiert und kartiert. Ergänzend organisiert das Projektteam Sperrgut-Märkte, Upcycling-Workshops, Kleidertauschbörsen, Aktionstage sowie Mehrweg-Beratungen.

Bei den Mehrweg-Aktionen kooperiert Trial & Error mit der Zero-Waste-Beauftragten des Bezirksamtes Neukölln, Isabel Kronauer. Für sie ist Aufklärung auf lokaler Ebene entscheidend. Doch Yara Pascal Füssel weist auf Grenzen hin. Soziale Probleme wie Armut lassen Anwohnende wenig Raum für Müllthemen. Deshalb fordert sie weniger Verpackungsmüll durch Gesetze. Außerdem helfen lokale Maßnahmen: Bauliche Änderungen wie der Mittelstreifen-Umbau in der Bouchéstraße fördern Sauberkeit. Zudem ermöglicht die Ordnungsamt-App schnelle Meldungen von Müllecken und die kostenlose Clean-Up-Box vor der Kita Wildenbruchstraße steht für eigene Putzaktionen bereit.