In jüngster Zeit ist die Zahl der gemeldeten Diskriminierungsvorfälle in Neukölln stark gestiegen: Im Jahr 2024 dokumentiere das Register Neukölln insgesamt 489 Fälle, ein neuer Höchststand. Vor allem als „nicht-deutsch“ kategorisierte Personengruppen berichten von struktureller Benachteiligung. Das neue Projektteam von „Respekt leben – Diskriminierung im Rollberg keine Chance geben“ widmet sich diesem Thema und bietet Menschen im Kiez gleich zwei neue Gruppenangebote an.
Drei Mitglieder des Vereins Yekmal e. V., der Neuköllner Anlaufstelle gegen Diskriminierung, sprechen in den neuen Angeboten mit Menschen aus dem Kiez über ihre diskriminierenden Erlebnisse im Alltag, in der Schule, im Beruf oder beim Kontakt mit Behörden.
Im Kiezanker bieten die Projektmitglieder montags eine Frühstücksgruppe von 9:00 bis 11:00 Uhr an, die derzeit von etwa 15 Frauen besucht wird. Die Runde frühstückt zusammen und spricht über Themen wie Diskriminierung, Rassismus und ähnliche Herausforderungen, die Familien im Kiez bewegen. Das Angebot steht allen Nachbarinnen und Nachbarn offen. Die Teilnehmenden teilen Erfahrungen und erhalten Orientierung für nächste Schritte.
Darüber hinaus ergänzt seit Mitte Februar 2026 eine Elterngruppe das Angebot. Dort kommen Alltagsfragen auf den Tisch, die sich häufig auch mit den Schulen im Kiez beschäftigten. Ziel ist es, Eltern zu begleiten, Austausch zu ermöglichen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Ab Anfang April 2026 soll es in den Räumen des Kinder- und Jugendzentrums Lessinghöhe auch Workshops mit Jugendlichen geben. Jugendliche können ihre eigenen Erfahrungen aus dem Schulalltag schildern, die die Gruppe anschließend spielerisch und interaktiv bearbeitet.
Weitere geplante Aktivitäten umfassen Weiterbildungen für Fachkräfte in Kinder- und Jugendeinrichtungen, Verwaltung und Schulen sowie Umsetzungen mit Kooperationspartnern. Zusätzlich nimmt das Team der Anlaufstelle gegen Diskriminierung montags und mittwochs von 16:00 bis 19:00 Uhr in der Boddinbox Meldungen zu Diskriminierungen entgegen. Interessierte können sich den Flyer mit mehr Infos zum Projekt oder den Flyer für Eltern und Jugendliche direkt herunterladen.
Das Projekt „Respekt leben – Diskriminierung im Rollberg keine Chance geben“ wird aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert.