Bildungsverbünde und -netzwerke

Der Begriff Bildungsverbünde ist ein Konzept der Jugend-, Bildungs- und Stadtentwicklungspolitik. Ziel ist eine Vernetzung von Kindertagesstätten (Kitas), Schulen, Jugendarbeit und außerschulischen Bildungseinrichtungen im Stadtteil, um so Kindern und Jugendlichen bessere Bildungschancen zu bieten. Gerade in schwierigen Nachbarschaften  sind Bildungsnetzwerke ein wichtiges Instrument für eine höhere Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen. Bildungsnetzwerke und -verbünde ergänzen hier die Arbeit der Schulen, gestalten Übergänge -  zum Beispiel zwischen Kita und Schule - aktivieren Eltern und schaffen so Erfolgserlebnisse für die Kinder.

Bildungsverbünde in Berlin

In Berlin wurden Bildungsverbünde schon seit 2006 durch das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt gefördert, da das Thema Verbesserung der Bildungschancen ein Handlungsschwerpunkt in den Quartieren ist. In der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung sind nachhaltige Bildungsverbünde „rund um die Schule“ ein zentrales Handlungsfeld. Aktuell arbeiten über 20 Bildungsverbünde in den Quartiersmanagementgebieten. Seit 2005 ist das Thema Bildungsverbünde regelmäßig Gegenstand von Fachtagungen, um den Beteiligten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zu geben und weitere Perspektiven aufzuzeigen.

Die Senatsverwaltung für Bildung stellt erstmalig im Doppelhaushalt 2016/2017 jedem der zwölf Bezirksämter 50.000 Euro jährlich zur Verfügung, um einen lokalen Bildungsverbund neu aufzubauen oder einen bereits vorhandenen Bildungsverbund inhaltlich und strukturell neu auszurichten.

Öffnung von Schulen in die Quartiere

Seit Ende 2013 unterstützt das Modellprojekt „Quartiersschulen“ ausgewählte Schulen bei der Vernetzung mit den Quartieren und ihrer Nachbarschaft. Zum Beispiel durch Kooperationen mit Sportvereinen, den Aufbau von Schulcafés oder in die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften.

Ziel ist, die Schulen in ihrer Rolle als Teil einer sozialraumbezogenen Bildungspartnerschaft so zu stärken, dass eine tragfähige Vernetzung und ein durch Schulkollegium und weitere Akteure wie Eltern selbst getragener Entwicklungsprozess entstehen. Weiterführende Informationen gibt es im Ergebnisbericht „Wege zur Quartiersschule“ (PDF).