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Die Kolonie Wedding geht auf eine Idee aus den Anfangsjahren des QMs zurück: Leerstehende Gewerberäume sollten an Künstlerinnen und Künstler vergeben werden. Der Aufbau wurde aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert und vom QM-Team vor Ort begleitet. So entwickelte sich über die Jahre ein fester Zusammenschluss von Projekträumen im Soldiner Kiez.
Inspiriert von einer Moabiter Initiative – leere Räume an Kunstschaffende zu vermieten – entstand durch Werbung an Kunstschulen und Engagement im Kiez nach und nach ein Netzwerk. Die Beteiligten gründeten später einen Verein, um die gemeinsamen Strukturen zu festigen. Von Beginn an ging es auch darum, die Koloniestraße im Soldiner Kiez sichtbarer und lebendiger zu machen, „eine Kolonisierung im positiven Sinne“, fasst es Eva Hübner, eine der Initiatorinnen des Projekts, zusammen.
Heute gehören mehr als 20 Projekträume zu dem Zusammenschluss. Seit Juni 2001 organisieren die Beteiligten an jedem letzten Freitag im Monat gemeinsame Rundgänge durch die Projekträume und ihre Ausstellungseröffnungen. Das Programm reicht von Bildender Kunst über Performance und Tanz bis hin zu Musik.
Wie fest der Verbund heute im Kiez verankert ist, zeigt sich auch in seiner Arbeitsweise. Die Beteiligten organisieren die monatlichen Rundgänge ehrenamtlich. Zugleich arbeitet jeder Raum in der dezentralen Struktur eigenständig und kommt bei der monatlichen Kolonie als Kollektiv zusammen.
Bei der Jubiläumsfeier wurde betont, dass die Angebote kostenlos und nicht kommerziell sind. Nach Darstellung der Beteiligten schafft dies Raum für Begegnung und stärkt das Miteinander im Kiez. Zugleich wurde auf die Bedeutung der Unterstützung durch die Degewo hingewiesen, die die früher leerstehenden Gewerbeflächen seit vielen Jahren zu vergleichsweise günstigen Mieten zur Verfügung stellt. Deutlich wurde auch, dass die Kolonie Wedding in ihren Anfängen auf Förderung und Unterstützung angewiesen war. Heute steht stärker im Vordergrund, wie selbstverständlich sie im Kiez verankert ist und wie eigenständig die Beteiligten den Verbund tragen. Einblicke in diese Entwicklung geben auch die Arbeiten, die anlässlich des Jubiläums im okk/raum29 zu sehen sind: eine Recherche von Jeanne Spada zu 25 Jahren Kolonie Wedding in Archiven und Stadtteilzeitungen sowie ein Kurzfilm von Paula Balov. Beide Arbeiten stammen aus dem Projektraum Prima Center Berlin.