Das Modellgebiet Sozialer Zusammenhalt Gropiusstadt umfasst Flächen des 2020 beendeten Quartiersmanagements Lipschitzallee/Gropiusstadt und der ehemaligen Kulisse des Städtebauförderprogramms Zukunft Stadtgrün. Das Gebiet grenzt direkt an das Quartiersmanagement Gropiusstadt Nord an. Gemeinsam bilden die beiden Förderkulissen einen Handlungsraum der ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere (GI).
Die für den Siedlungsbau der 1960er und 1970er Jahre typische Großwohnsiedlung zeichnet sich durch größere zusammenhängende öffentliche und halböffentliche Grün- und Freiflächen aus. Der Britz-Buckow-Rudow-Grünzug vom U-Bahnhof Britz Süd bis zur Wutzkyallee ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die im Umfeld wohnende Bevölkerung. Das Wohngebiet ist von unterschiedlichen Baustrukturen geprägt, wobei Mehrgeschosser und vereinzelte Punkthochhäuser dominieren, die sich im Eigentum landeseigener und privater Wohnungsunternehmen sowie von Genossenschaften befinden: Degewo, Gropiuswohnen, BeamtenWohnungsVerein zu Berlin und Baugenossenschaft IDEAL.
Die Erreichbarkeit ist durch drei im Gebiet liegende U-Bahnhöfe der Linie 7 und zahlreiche Busverbindungen sehr gut. Es besteht eine gute Ausstattung mit Bildungseinrichtungen, jedoch fehlen Nachbarschaftseinrichtungen und Einrichtungen der kulturellen Bildung.
Das Modellvorhaben Sozialer Zusammenhalt Gropiusstadt nutzt die Strukturen, Netzwerke und Kooperationen, die durch das QM-Team Lipschitzallee/Gropiusstadt aufgebaut wurden. Die Entwicklungsziele orientieren sich an den Zielsetzungen des QM Gropiusstadt Nord und ergänzen diese um spezifische Handlungsschwerpunkte. Mit dem Ausbau der sozialen Infrastruktur, der strukturellen Stärkung von Nachbarschafts- und Begegnungsorten sowie der (baulichen) Qualifizierung von Bildungseinrichtungen und von Grün- und Freiflächen wird das Ziel verfolgt, den sozialen Zusammenhalt zu fördern, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen und Chancengerechtigkeit zu gewährleisten. Das für das ehemalige QM-Gebiet entwickelte Leitbild eines vielfältigen, familiengerechten und grünen Wohnstandorts wird somit weiterverfolgt.
Im Jahr 2022 wurden im Rahmen des Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepts Plus für die Gropiusstadt (IHEK+) zentrale Bedarfe und prioritäre Maßnahmen in den Handlungsfeldern Integration und Nachbarschaft, Bildung, Gesundheit und Bewegung sowie öffentlicher Raum identifiziert.
Die Umsetzung des Programms erfolgt in enger Kooperation zwischen dem Bezirksamt Neukölln, unterstützt von einem Gebietsbeauftragten und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Das Modellvorhaben nutzt bestehende Synergien mit dem benachbarten QM Gropiusstadt Nord. Dieses nimmt vor Ort Kümmerer- und Vernetzungsaufgaben wahr und stellt die Verbindung zwischen dem Gebietsbeauftragten des Modellgebiets und lokalen Akteuren sicher.
Bei dem Fördergebiet Sozialer Zusammenhalt Gropiusstadt handelt es sich um ein Modellvorhaben. In diesem Gebiet, sowie einem zweiten im Märkischen Viertel in Reinickendorf, soll zur Weiterentwicklung des Programms Sozialer Zusammenhalt modellhaft geprüft werden, ob und wie das Programm ohne das Instrument Quartiersmanagement (QM) in größeren Räumen analog zu den Handlungsräumen der Ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere (GI) umgesetzt werden kann.
| Bezirk | Neukölln |
|---|---|
| Umsetzung des Programms seit | 01/2022 |
| Bewilligte Programmmittel seit Gebietsfestlegung | PF: 1.012.927 Euro / BF: 6.745.345 Euro (Stand: Juni 2026) |
| Gebietsgröße | 98,1 ha |
| Einwohnerinnen und Einwohner | 20.776 |
| Migrantinnen und Migranten | 59,61% |
| Transferleistungsbezug | 25,58% |
| Arbeitslosenanteil | 6,77% |
| Kinderarmut | 39,11% |
| Stand: Dezember 2024 |
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