QM Wassertorplatz

Ausstellung zu Gesichtern aus dem Kiez

In der Galerie CLB am Moritzplatz im Quartiersmanagement-(QM)-Gebiet Wassertorplatz zeigte eine Ausstellung Portraits von sechs Seniorinnen aus der Nachbarschaft. Die Eröffnung verband Fotos und Film und machte ihre Lebenswege sichtbar.

An einer Wand sind große Portraits sowie Zitate der Seniorinnen zu sehen.
Die Portraitierten kamen am Ausstellungsende selbst zu Wort und rührten viele Teilnehmende mit ihren Lebensgeschichten. (Bild: QM Wassertorplatz)

Dicht gedrängt standen die Besuchenden bei der Ausstellungseröffnung in der Galerie CLB im Aufbau-Haus am Moritzplatz beieinander. Die Ausstellung und der Begleitfilm zum Projekt, die sechs Lebensgeschichten in den Mittelpunkt rückten, lösten bei den Teilnehmenden Begeisterung aus. Die Ausstellung war Teil des Projekts Gitti & Gerda – Gemeinsam weniger einsam, das aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert wird. Das QM-Projekt wird vom gemeinnützigen Nachbarschaftsverein Wassertor e.V. umgesetzt. Susi Hape ist seit Jahren Teil des Projektteams und setzt stetig neue Impulse.

Projekt verbindet Fotografie und Film

Schon während der Corona-Zeit hatte das Projektteam eine Fotoausstellung über Seniorinnen aus dem Kiez realisiert. Danach wuchs der Wunsch, mehr als Bilder zu zeigen und die einzelnen Geschichten vielschichtiger zu erzählen. „Das reicht nicht“, erinnert sich Susi Hape bei der Eröffnungsveranstaltung am 23. April 2026. Deshalb holte sie die Filmemacherin und Fotografin Sophia Emmerich mit ins Boot, um eine größere Ausstellung über besonders engagierte Teilnehmerinnen umzusetzen. Trotz der anfänglichen Bedenken der Filmemacherin entstand am Ende ein Konzept, das über eine rein dokumentarische Darstellung hinausgeht.

Seniorinnen geben persönliche Einblicke

Die portraitierten Frauen blickten auf ihr Leben zurück und sprachen auch schwierige Themen, wie die Vergänglichkeit des Lebens oder den Tod, an. Der Begleitfilm griff diese Aspekte in eindringlichen, sehr persönlichen Momenten auf und erhielt viel Applaus. Das Interesse der Besuchenden an den Geschichten hinter den Gesichtern war deutlich spürbar. Nicht selten wurden im Publikum Taschentücher gezückt. Am Ende der Veranstaltung kamen die portraitierten Seniorinnen selbst zu Wort, beantworteten Fragen und bedankten sich für die einfühlsame filmische und fotografische Umsetzung.

Das Projekt Gitti & Gerda – gemeinsam weniger einsam, das im Frühjahr 2021 startete, verfolgt seit Beginn das Ziel, bedarfsgerechte Angebote und Freizeitaktivitäten für ältere Menschen im Kiez zu schaffen. Dabei geht das Projektteam bei der Ausgestaltung der Formate häufig unkonventionelle Wege: Ob 1:1-Spaziergänge im Freien während der Corona-Zeit, Trike-Touren oder die Organisation des kultigen Tanzvergnügens „Gitti & Gerda“ in der Kreuzberger Kultlocation SO36 – die gemeinsamen Aktivitäten stärken das Miteinander der Teilnehmenden auf besondere Weise.