QM Flughafenstraße

Berlins Little Italy feiert Tag der Nachbarschaft

Am 29. Mai 2026 versammelten sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiersmanagement-(QM)-Gebiets Flughafenstraße am Sasarsteig und feierten an einer langen Tafel bei sonnigem Wetter den Tag der Nachbarschaft.

Kinder und Mütter stehen draußen vor einer Tafel und bekleben diese mit selbstgemalten Bildern.
Beim Tag der Nachbarschaft konnten auch Kinder ihre Träume von einem schöneren Kiez in Form von selbstgemalten Bildern mitteilen. (Bild Birgit Leiß)

„Mama, die feiern ja auch ein Nachbarschaftsfest!“, rief ein Kind, das mit seiner Mutter zufällig vorbeikam. Tatsächlich fanden an diesem Freitagnachmittag überall in der Stadt kleine Konzerte, Hoffeiern und gemütliche Kaffeerunden statt. Der bundesweite Tag der Nachbarschaft wurde im Jahr 2018 von der nebenan.de Stiftung ins Leben gerufen. „In diesem Jahr sind wir am Sasarsteig dabei – als einzigem Ort in Berlin“, erklärte Julia Ströhle von der Stiftung. Der Aktionstag soll Zusammenhalt, Engagement und Vielfalt direkt vor der eigenen Haustür stärken.

Little Italy in Neukölln

Das Team des Neuköllner Nachbarschaftsprojekts interkular hatte die lange Tafel vorbereitet und mit Blumensträußen gedeckt. Nach und nach kamen viele Speisen dazu. Alle Gäste wurden vorab aufgerufen, etwas zum Teilen mitzubringen und ein paar Sätze darüber zu erzählen. Eine Anwohnerin stellte stolz ihr „Sommerexperiment“ vor: zwei Aufstriche mit Möhren, Schafskäse, Olivenöl sowie Lauch aus dem eigenen Garten. Eine andere Frau brachte Erdbeertörtchen mit. Außerdem steuerten ein paar junge Leute von „Acta“, einer neugegründeten Gruppe italienischer Expats in Neukölln, selbstgebackene Focaccia und Bananenbrot bei.

Auch die Union für Obdachlosenrechte Berlin (Ufo) war beim Tag der Nachbarschaft dabei. Die Initiative engagiert sich für die Rechte von Wohnungs- und Obdachlosen. Zur Veranstaltung verschenkte das Ufo-Team gerettete Lebensmittel und hatte einen Eintopf mit veganen Würstchen mitgebracht. Alle, die etwas zur Tafel beigesteuert hatten, wurden fotografiert. Die Karten mit ihren Beiträgen hingen zusammen mit den Fotos an einer langen Leine.

„Kiez Love“ für alle!

Ein weiteres Thema des Nachmittags war die Frage, was den Kiez einladender und inklusiver machen könnte. Auf einer „Matrix der Solidarität“ sammelten die Teilnehmenden ihre Ideen. Unter der Überschrift „Kiez Love“ schrieben sie auf, was sie suchen und was sie teilen möchten. Vom Italienisch-Tandem bis hin zu Müllsammel-Aktionen reichten die Vorschläge. Kinder bastelten mit dem KinderKultur-Club Neukölln Blumen und malten ihre Vorstellung vom Sasarsteig im Jahr 2036.

Zum Ausklang des Nachmittags gab es noch kurdische Live-Musik. „Ein richtig schönes Fest hier mit der Musik“, sagte eine Frau, die mit ihrer Tochter gekommen war. Anfangs erklärte sie dem Kind noch, es solle sich nichts von den Köstlichkeiten nehmen, weil sie selbst nichts mitgebracht hätten. Doch so eng wurde das nicht gesehen. Es war genug für alle da.